Riexinger muss draußen bleiben

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Josef Mischko (IG Metall), Justin Niebius (Landtagskandidat Die Linke), Bernd Riexinger (Bundesvorsitzender Die Linke); Alexander Relea-Linder (Kreisrat), Tanja Steidle (IG Metall) und Klaus Stempfle (Betriebsrat Magna) (v.l).

Der Bundesvorsitzende der Partei die Linke besuchte die Beschäftigten der Firma Magna. Wie das Treffen vor Ort wider Erwarten ablief.

Bopfingen

Die Kälte war deutlich zu spüren, als der Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, Bernd Riexinger, die Firma Magna in Bopfingen besuchen wollte. Geplant waren von Betriebsrat und der IG Metall Gespräche mit der Belegschaft, dem Betriebsrat und der Geschäftsführung im Werk. Doch die Konzernleitung erlaubte es dem Bundestagsabgeordneten nicht, das Gelände zu betreten.

"Das ist ein heftiges Zeichen gegen die Belegschaft", sagte dazu der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Aalen, Josef Mischko. Die Gespräche mussten dann in drei Gruppen geführt werden, jeweils in der Frühstückspause der einzelnen Schichten. So standen Bernd Riexinger, der Landtagskandidat der Linken, Justin Niebius, und Gewerkschafter Josef Mischko bei einer Außentemperatur von zwei Grad vor dem Werk und sprachen dort mit den Betriebsräten und der Belegschaft.

Ermutigung der Belegschaft

Die Firma Magna hat angekündigt, das Bopfinger Werk Ende 2021 zu schließen. "Es geht dabei auch um Schicksale", so Riexinger. Der Bundestagsabgeordnete äußerte sein Unverständnis für diese Art der Unternehmungsführung. "Es ist Mode geworden, Beschäftigte abzubauen, um die Gewinne zu maximieren", so Riexinger. Er fordert eine Mitbestimmung der Belegschaft bei solchen Entscheidungen. Riexinger ermutigte die Belegschaft, zu kämpfen, solange sie noch gebraucht werde. "Trinkt nicht den Kakao, durch den Ihr gezogen werdet", sagte er. Es sei Betrug, dass im Werk erst die Mitarbeiterzahl reduziert werde und dann doch geschlossen werde, obwohl Aufträge bis 2023 vorlägen. Von einem "Klima der Angst im Werk" sprach einer der Betriebsräte dieser Zeitung gegenüber. Die Konzernleitung habe verhindern wollen, dass die Mitarbeiter nach draußen zur Besprechung gehen.

Das ist ein heftiges Zeichen gegen die Belegschaft.

Josef MIschko 2. Bevollmächtigter IG Metall Aalen

Gespräche in jeder Pause

Trotzdem trafen sich in jeder Pause rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Zelt der IG Metall, um den Beiträgen zuzuhören. "Wir müssen gehen und die Manager dürfen bleiben", so ein Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Auf die Ostalb geholt worden war Bernd Riexinger von Justin Niebius. Der Politiker hatte sofort zugesagt. Fast zwei Stunden lang stand Bernd Riexinger den Magna-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Rede und Antwort. Dann ging es für ihn weiter nach Ludwigsburg zur Firma Bosch. Auch hier stehen Entlassungen an.

Der Vorsitzende der Linken ist derzeit auf Tour, um die Betriebsräte besser zu vernetzen. Gerade in der jetzigen Zeit, mit dem Umbruch in der Automobilindustrie, sei dieses Netzwerk wichtig, so Riexinger.

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