Stabile Partner in der Energiewende

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Bei der Vertragsunterzeichnung am keltischen Herrenhaus von links: ODR-Vorstand Sebastioan Maier, am zweiten Tisch Bürgermeister Dr. Gunter Bühler und rechts ODR-Vorstand Frank Reitmajer. Mit dabei auch (von links) die drei stellvertretenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Thomas Trautwein (CDU) Dr. Carola Merk-Rudolph (SPD) und Stefan Spang (Freie).
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Der Konzessionsvertrag ist unterzeichnet: Die EnBW ODR setzt Bopfingen bis 2042 unter Strom und drückt für die Stadt weiter auf das „Gaspedal“.

Bopfingen

Kontinuität. Diese steht über der Zusammenarbeit der Stadt Bopfingen und dem Energieversorger ODR. Seit 110 Jahren ist die ODR der städtische Partner für Strom und Gas. Am Dienstagabend am keltischen Herrenhaus am Ipf haben Bürgermeister Dr. Gunter Bühler und die ODR-Vorstände Sebastian Maier und Frank Reitmajer nun einen neuen Konzessionsvertrag für weitere 20 Jahre, bis 2042 also, unterzeichnet.


Was für ein herrliches, nostalgisches Postkartenfoto aus Bopfingen. Rund 100 Jahre alt. Mit Flochberg-Panorama. Heute ist das Transportauto mit dem Gepäck auf dem Dach, das in der Nördlinger Straße steht, ein echter Oldtimer. Damals war das Gefährt noch eine blecherne Sensation unterm Ipf. „Das Bild entstand vermutlich um 1920“, sagt Bopfingens Stadtarchivarin Johanna Fuchs über das Schmuckstück aus ihrem Fundus. Und auf der Schwarz-weiß-Fotomontage ist neben dem einsamen Automobil noch etwas Interessantes zu erkennen: Erste Stromleitungen führen an Masten durch die Stadt, kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Denn seit 1911 wird Bopfingen durch die EnBW ODR und ihre Vorgängerunternehmen elektrifiziert.

„Die Kooperation zwischen der Stadt und uns als regionalem Energieanbieter ist von hohem gegenseitigem Vertrauen geprägt. Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahrzehnten viel bewegt und sind für die Zukunft bestens aufgestellt“, sagt Sebastian Maier, Vorstand der EnBW ODR.


In den Anfangsjahren stand vor allem die UJAG (Überlandwerke Jagstkreis AG) für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Von Kerkingen und Oberdorf kommend, wurden Innenstadt und weitere Teilorte elektrifiziert. Heute rollen dort auch Autos mit Akku. Ganz im Sinne des nachhaltig arbeitenden Energieunternehmens mit seinen 580 Mitarbeitern, das bis 2023 ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: CO2-Neutralität. Dort, wo „anno dazumal“ der Oldtimer abgelichtet worden war, schließt sich jetzt der historische Kreis. Heute steht da ein modernes E-Auto der ODR.


„Seit 1911 hatte Bopfingen sechs Bürgermeister im Rathaus. Die Bevölkerung hat sich mehr als verdoppelt, es gab viele wunderschöne Ipfmessen mit fast jährlich wachsendem Energiebedarf. Und die ODR und ihre Vorgänger waren bis heute bei allem und immer mit dabei“, sagt Stadtoberhaupt Bühler.

Gasversorgung weiter im Blick


Seit 1987 ist die EnBW ODR mit Sitz in Ellwangen auch für Bopfingens Gasversorgung zuständig. Jetzt ist die Gas- und Stromversorgung vom 1. Dezember 2022 an bis zum 30. November 2042 unter Dach und Fach. ODR-Vorstand Sebastian Maier: „Mit der Unterzeichnung der Verträge stellen wir die Weichen für eine nachhaltige Zukunft.“ Dazu wird die Stadt zudem weiter verstärkt in nachhaltige Photovoltaikanlagen investieren, wozu derzeit vor allem weitere Dachflächen gesucht werden. Auch die Heizungsanlagen in Gebäuden der Gemeinde kommen auf den Prüfstand.


Allein in den vergangenen 20 Jahren investierte die ODR einen hohen zweistelligen Millionenbetrag ins Gasnetz von Kernstadt und Teilorten, etwa für Netzausbau, Verdichtungen und Kombilösungen. Bis 2025 sollen weitere über 20 Millionen Euro im Raum Bopfingen in Strom und Gas investiert werden, sagt Maier, unter anderem in den Neubau der Oberdorfer Gasdruckregelstation, eine der Versorgungssicherheit dienende zusätzliche Gashochdruckleitung zwischen Bopfingen und Nördlingen sowie eine weitere Gasdruckregelstation im Industriegebiet.

Millionen für das Stromnetz

Das Stromnetz wurde seit der Jahrtausendwende mit einem zweistelligen Millionenbetrag in Schuss gehalten, verdichtet und im Zuge der Energiewende erweitert; dabei lag der Fokus immer auf der Versorgungssicherheit. Gerade die sich zunehmend abzeichnende Elektrifizierung unserer Lebenswelt erfordert Investitionen in ein stabiles Netz mit hoher Qualität.


Moderne Mobilität ist digital und emissionsfrei; es geht auch bei der ODR als Energieversorger um mehr als nur Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur, die im 2020 durch die ODR zentral in Bopfingens Stadtmitte integriert und für jedermann zugänglich realisiert worden ist.

Die Wende angehen


Es gelte nun die Strom-, Wärme- und Mobilitätswende anzugehen und nachhaltig umzusetzen, sagt Maier. Die ODR glaube dabei in manchen Bereichen „noch lange an Gas“, führe alle Leitungen aber inzwischen so aus, dass darin auch Wasserstoff fließen könne, H2-ready ist hier der Fachbegriff.

Bürgermeister Dr. Gunter Bühler betonte, dass die ODR ein sehr guter und wichtiger Partner mit hoher Kompetenz und Zuverlässigkeit sei. 20 Jahre, das sei ein Zeitraum, in dem man rechnen könne, 20 Jahre seien auch ein Zeitraum, in dem man einen stabilen Partner brauche, wenn es um den Umbau der Energieversorgung gehe. Ladesäuleninfrastruktur, Fotovoltaik, neue Energiekonzepte in Neubausiedlungen und das Schaffen stabiler Netze all das seien gewaltige Aufgaben, die man mit der EnBW ODR gemeinsam beruhigt angehen könne.

Ein edles Vehikel auf der Nördlinger Straße in Bopfingen, das an ein Taxi erinnert: Vorne die Plätze für die Fahrer und Träger wie auf einem Kutschbock, hinten die feine Kabine für die Gäste, das Gepäck auf dem Dach verstaut. Auffällig: Das Lenkrad befin

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