Verspätungen, Ausfälle und alte Züge auf der Riesbahn

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Stundentakt auf der Riesbahn mit Go-ahead
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Zum Fahrplanwechsel gibt es noch gewaltige Anlaufschwierigkeiten im Betrieb der Zugstrecke zwischen Nördlingen und Aalen. Go-Ahead bittet Fahrgäste um Verständnis und Geduld.

Bopfingen

Auf der Riesbahn klemmt es. Zwar hat der Betreiber, das Eisenbahnunternehmen Go-Ahead Bayern, im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und des Verkehrsministeriums von Baden-Württemberg nun doch – wie vereinbart - zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember den Betrieb im Stundentakt auf der Strecke aufgenommen, doch es gibt gewaltige Anlaufschwierigkeiten. Enttäuschte und verärgerte Leserinnen und Leser berichten der Schwäbischen Post von ihren Erfahrungen. 20-minütige Verspätungen am Sonntagmittag und am Montag gar ohne Ankündigung komplette Zugausfälle und damit Kinder, aus Westhausen, die nicht zur Schule kamen, werden moniert. Und auch, dass, anders als angekündigt, kein neues Zugmaterial unterwegs sei, sondern „jahrzehntealte Waggons“, an denen die Türen nicht automatisch schließen und ein Schaffner deshalb das Signal zur Weiterfahrt geben muss.

Go-Ahead erklärt in einer Pressemitteilung hierzu, dass der Zugverkehr auf den Strecken, die nun in Betrieb genommen worden sind - die Linien RE9 München – Augsburg – Ulm, RE80 München – Augsburg – Treuchtlingen – Würzburg, RB87 München – Augsburg – Donauwörth und RB 89 Donauwörth – Nördlingen – Aalen - bis mittags mit einigen Verspätungen unterwegs gewesen seien, dass sich der Betrieb im Lauf des Tages aber stabilisiert habe und am Nachmittag weitgehend pünktlich gewesen sei.

Im Gespräch mit der Schwäbischen Post entschuldigt sich Go-Ahead-Pressesprecher Winfried Karg bei Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten und bittet um Verständnis. Für die anfänglichen Probleme hätten etliche Fahrzeugstörungen gesorgt, dazu sei die fehlende Routine der vielen frisch ausgebildeten Go-Ahead–Lokführerinnen und Lokführer gekommen. Ein Team des Zugherstellers Siemens-Mobility sei vor Ort gewesen, um die Fahrzeugstörungen möglichst schnell zu beheben. Erste Probleme bei der der Fahrgastinformation seien bereits behoben worden, weitere seien erkannt und an deren Lösung werde gearbeitet.

Bayernweit gebe es 40 Lokführerinnen und Lokführer zu wenig. In der Branche fehle Fachpersonal. „Wir haben derzeit 220 Lokführerinnen und Lokführer in Ausbildung, die zweitmeisten in Deutschland, aber es dauert eben noch, bis diese eingesetzt werden können“, sagt Karg. Go-Ahead habe nun viele komplette Züge samt Personal angemietet. Darunter seien auch alte Züge, aber die seien überprüft und völlig sicher, betont Karg. Barrierefrei seien diese Züge nicht, aber es gebe Lösungen wie Rampen, sagt er. Man sei übereingekommen, dass es besser sei, mit diesen Zügen zu starten, anstatt einen Busverkehr anzubieten, denn der sei langsamer.

Den versprochenen Stundentakt halte Go-Ahead, Probleme gebe es derzeit morgens im Berufsverkehr und nachmittags, wo mehr Züge als der Stundentakt angeboten werden sollen. Go-Ahead setze alles daran, „spätestens bis zum Juni 2023 alle Vorgaben zu erfüllen. Das bedeutet alle Takte und neues Material auf der Riesbahn“, kündigt Karg an. Von Problemen im Schülerverkehr sei Go-Ahead aktuell nichts bekannt, jeder sei aber ermuntert, sich an das Unternehmen zu wenden, „dann suchen wir nach Lösungen“, sagt Karg.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack meint im Gespräch mit der SchwäPo,  man müsse die Lage nun ein paar Tage beobachten. Klar sei, dass Go-Ahead aktuell die Vertragsvorgaben für die Riesbahn nicht erfülle. Zu begrüßen sei aber, dass das Unternehmen es geschafft habe, einen Stundentakt, wenngleich auch mit älterem, gemietetem Material auf den Weg zu bringen. Das koste sicher eine Menge Geld. Insgesamt werde der Bahnverkehr auf der Riesbahn deutlich verbessert, dass dürfe keiner vergessen. „Ich hoffe nun, das Go-Ahead so schnell wie möglich alle vereinbarten Vorgaben erfüllt. Baden-Württemberg wird die Entwicklung weiter im Auge behalten“, endet Mack.

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