Weil das klare „Wie“ einfach fehlt

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Woher unser Gas kommt erläuterte Markus Last, Geschäftsführer von Energie Schwaben
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In der Bopfinger Schranne haben der Vorstand der EnBW ODR und der Geschäftsführer der Energie Schwaben beim Energiedialog erklärt, wo die aktuellen und mittelfristigen Probleme liegen.

Bopfingen

Wie wichtig Strom im Leben eines Jeden ist, zeigt sich bei einem Stromausfall. Keine Heizung die warm gibt, kein Kühlschrank, der die Lebensmittel frisch hält und kein Herd auf dem gekocht werden kann. Über die Zukunft der Stromversorgung referierten der Vorstand der EnBW ODR Sebastian Maier und der Geschäftsführer der Energie Schwaben, Markus Last, beim Energiedialog in der Bopfinger Schranne.

Es gibt viele Hausaufgaben im Bereich Energie. Schon durch die hohen Energiepreise muss die deutsche Industrie Lösungen finden, wie sie wettbewerbsfähig bleibt.

Sebastian Maier stellte gleich zu Anfang seines Referats klar: „Der Weg wird nicht einfach.“ Das Ziel der Transformation zu einer CO2-neutralen Energie sei alternativlos, doch der „Flaschenhals“ seien die überregionalen Stromnetze. „Um die Ziele für 2030 zu erreichen, müssten wir täglich fünf Windkraftanlagen in Betrieb nehmen,“ erklärt der Vorstand der EnBW ODR. Doch allein eine Genehmigung für eine weitere Stromleitung bei bestehenden Masten zu bekommen, dauere sieben Jahre. „So schaffen wir das nie,“ ist sich Maier sicher. Zwar sehe er in der jetzigen Krise auch eine Chance, denn durch den Krieg in der Ukraine werde der Energieumbau beschleunigt, doch seien die Maßgaben des Bundes zu hoch gegriffen. „Wir haben zwar 16 Prozent erneuerbare Energie in Deutschland, doch ist diese nicht kontinuierlich vorhanden,“ sagt der Geschäftsführer der Energie Schwaben, Markus Last. Was passiert, wenn Wind und Sonne fehlen? Zwar solle bis 2045 die Energiewende vollzogen sein, aber es fehle das „wie“. Vor allem das Speichern der Energie ist für Last noch nicht eindeutig geklärt. Die Erdgasspeicher seien gut befüllt. „Im Schnitt betrug der Speicherfüllstand in den vergangenen Jahren zum 1. Oktober zwischen 80 und 95 Prozent, jetzt sind wir bei 96 Prozent“.

Doch kämen in der Zwischenzeit täglich nur noch 62 Prozent der möglichen Gasmenge in Deutschland an. Vor allem aus Norwegen und den Niederlanden fließe derzeit das Gas in die Speicher. „Wenn der Winter nicht zu kalt wird, ist es kein Problem,“ gibt Last Hoffnung. Doch sehe er bei einem Winter mit tiefen Temperaturen ein Problem. Ein Viertel der gebrauchten Gasmenge sei derzeit speicherbar. Die Hälfte der Jahresmenge an geliefertem Gas gehe in die Industrie, jedoch brauchten die Haushalte an kalten Tagen das Dreifache.

Entwarnung nicht möglich

„Keine Panik,“ gibt Last als Parole aus und setzt nach: „Es wird einige kritische Tage geben.“ Zwar sollen bis zum Winter 2023 weitere Gasterminals in Betrieb gehen, eine Entwarnung wollte er dennoch nicht geben. Er sieht - wie auch Sebastian Maier - die Zukunft im Wasserstoff. Bereits heute seien 96 Prozent der 512 200 Kilometer Gasverteilnetze wasserstofftauglich. Hierüber würden 19 Millionen Haushalte und 1,7 Millionen Gewerbekunden versorgt. Bereits heute seien 20 Prozent Wasserstoff Beimischung kurzfristig machbar. Deshalb sei das Projekt der Gas-Hochdruckleitung Nördlingen-Bopfingen so wichtig gewesen. Auf 16,7 Kilometer seien eine Hochdruckleitung zur Versorgungssicherheit gelegt. Ein bundesländerübergreifendes Projekt, das abgeschlossen ist.

Neun Millionen Euro habe die neue Leitung gekostet. Beim Bau sei sehr zudem viel Rücksicht auf den Naturschutz genommen worden. So seien die Arbeiten unterbrochen worden, um einigen Vogelarten das Brüten zu ermöglichen. Ebenso sei das Projekt archäologisch überwacht worden. Über 100 Funde konnten dabei gesichert werden.

Markus Last, Geschäftsführer von Energie Schwaben, zeigte auf, wieviel Gas in Deutschland verbraucht wird.
Sebastian Maier, Vorstand der EnBW ODR AG, referiert über die Zukunft der Energieversorgung.

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