Wo die Kelten zum Leben erwachen

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Eine Reitergruppe der „Teuta Opie“ erklärt die Handhabung von Waffen. Organisiert wird das Fest unterm Ipf von Kulturreferentin Victoria Schrödersecker und Stadtarchivarin Johanna Fuchs.
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Das Keltenfest in Bopfingen ist am Wochenende ein beliebter Anziehungspunkt. Vier Gruppen zeigen den Alltag der Kelten.

Bopfingen

Einen tiefen Einblick in die Geschichte bot das Keltenfest am frühkeltischen Fürstensitz am Fuße des Ipf am Wochenende. Und viele Besucherinnen und Besucher nutzten diese Gelegenheit, mehr über das Leben dieses Volkes zu erfahren.

Insgesamt vier Gruppen und fünf weitere Akteure, die sich der Darstellung der Bräuche und des Handwerks der Kelten verschrieben haben, hatten innerhalb der Umzäunung des Geländes ihre Stände und Zelte aufgebaut. Bereits zu Beginn des Festes am Samstagnachmittag kamen die ersten Besucher – meist mit dem regelmäßig verkehrenden Shuttlebus aus der Stadt – auf das Gelände.

Die Organisatorinnen, Kulturreferentin Victoria Schrödersecker und Stadtarchivarin Johanna Fuchs, hatten ein attraktives Programm mit einer ganzen Reihe von Vorführungen vorbereitet.

Ein Druide und seine Mittelchen

An den Ständen der verschiedenen Gruppen und Akteure entspannen sich schnell Gespräche. Die Kelten der Gruppe Riusiava zeigten ihre Handwerkskunst, wie Drechseln, Bogenherstellung, Gestaltung von Schildern und Herstellung von Kleidung. Fragen der Zuschauer wurden an allen Stationen ausführlich beantwortet. Ein Druide erläuterte Hintergründe und Bedeutung seiner Tätigkeit und seiner unterschiedlichen Utensilien und Mittel.  Eine weitere Gruppe zeigte die Kunst des Töpferns und der Schmuckherstellung, das Einfärben von Wolle und anderes mehr. Vielfältig gestaltete Ketten und Armreifen stellte Gabro Agrani her. Viele Besucher erstanden dann auch das eine oder andere Erinnerungsstück bei den Gruppen.

Im Wohnhaus des Freilichtmuseums hatte sich die einheimische Gruppe „Teuta Opie“ niedergelassen. Dort sah man, wie eine Familie zu damaliger Zeit wohnte. Und Schmied Frank Tommer aus Blaubeuren, der sich mit seinem Kollegen der Archäotechnik, dem Nachbau von archäologischen metallenen Funden verschrieben hat, erläuterte die Schmiedekunst der damaligen Zeit.

Vor den ersten Vorführungen begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Thomas Trautwein die Besucher. Seit 2006 gebe es das Fest, seit 2021 organisiere es die Stadt gemeinsam mit zahlreichen Helfern. Er kündigte an, dass das Freilichtmuseum in den kommenden Jahren ausgebaut werde.

Modenschau und Fußkrieger

Die Reiter der „Teuta Opie“ führten mit ihren Pferden Zaumzeug und die Handhabung verschiedener Waffen der Reiter vor, Fußkrieger zeigten Kampfszenen, eine Modenschau mit zeitgenössischer Kleidung und eine geschichtliche Führung auf den Ipf folgten.

„Das ist gelebte Geschichte pur. Die Akteure erklären alles geduldig und umfangreich“, freute sich Karlheinz Hofmann aus Donauwörth, der bereits 2021 das Fest besuchte. Und Victoria Schrödersecker meinte, der Besucheransturm am Samstag sei besser als im Jahr zuvor. Am Abend spielte die Gruppe „Cúl na mara“ keltische Folkmusik.

Bestes Wetter war dann am Sonntag, und noch mehr Gäste besuchten das Fest.

Ein Druide erläutert den Besuchern seine Aufgaben.
Wie ein Bogen gebaut wird, wird hier gezeigt. Fotos: je

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