Wort zum Sonntag

Jetzt- und nicht irgendwann!

Bopfingen. Ein Schloss in Schottland. Es hat viele prachtvolle Räume. In einem steht eine mächtige Kommode. Mit sieben breiten Schubkästen übereinander. Der Schlossführer erklärt: „Das Besondere an dieser Kommode ist: Für jeden Tag der Woche gibt es eine Schublade.“ Eine Kommode für Kleidung – für jeden Tag. Ganz unten ist der Montag. Und ganz oben der Sonntag. Dort liegen die besten Sachen. „Dicht bei Gott – und weit weg von den Mäusen“, erklärt der Schlossführer lachend. Ich kann mir das gut vorstellen. Dicht bei Gott – ganz oben, da liegen die Sachen, die mir wichtig sind. Und unten, in der untersten Schublade, da liegt alles, auf das es nicht so ankommt. Ab damit! Ganz nach unten, weil ich mich dann nicht so oft bücken muss. Plötzlich ist mir klar, woher der Ausdruck kommt: Die unterste Schublade. Und natürlich kommen die schönsten Dinge oben hinein, immer griffbereit – und dichter bei Gott als die anderen.

Ich habe dann überlegt: Was ist mir wichtig? Was würde ich in die „oberste Schublade“ legen? Ich glaube, ich würde dort zum Beispiel „Zeit“ hineinlegen. Zeit für mich, Zeit für Menschen, die mir wichtig sind – und Zeit für Gott. Jetzt ein bestimmtes Buch lesen, und nicht erst, wenn ich in Rente bin. Freunde besuchen, jetzt, trotz der vielen Arbeit, nicht später irgendwann. Jetzt wieder einmal in die Kirche gehen. Und nicht erst im Urlaub. Also das tun, was mir wichtig ist und mir guttut – mir und meiner Seele.
Es ist so leicht, alles zu verschieben. Auf später, auf irgendwann. Die Lebensfreude auf den Urlaub, die Ruhe auf das Wochenende. Jesus hat einmal gesagt: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Und er fordert mich auf, mich zu entscheiden: Was ist mir wichtig? Was macht das Leben lebenswert? Was gehört für mich in die oberste Schublade? Was liegt denn bei Ihnen in der obersten Schublade – weit weg von den Mäusen und dicht bei Gott?

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