Zusammenarbeit ist Vereinskultur

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Der zweite Vorsitzende des Bopfinger Modelleisenbahnclubs, Hermann Brandle (l.) und der erste Vorsitzende, Christian Lutz hoffen auf einen baldigen Tag der Offenen Tür.
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Auch der Modelleisenbahnclub Bopfingen hat es während der Corona-Pandemie schwer. Wie der Verein dennoch für Zusammenhalt sorgt und was derzeit geplant ist.

Bopfingen

Ein Verein, bei dem die Zusammenarbeit ein wichtiges Stück Vereinskultur ist, hat es in den Corona-Zeiten schwer. So auch der Modelleisenbahnclub Bopfingen.

Seit Jahren wird hier an der Vereinsanlage Streckenführungen gebaut, Schienen verlegt und Landschaft aufgebaut. Während der Lockdown-Phase durften sich die 35 Mitglieder jedoch nicht treffen. Die große Anlage brachliegen zu lassen, wollten sie auch nicht, obwohl immer nur ein Bastler im Raum sein durfte. So war es hauptsächlich der zweite Vorsitzende Hermann Brändle, der das Alpendorf in dieser Zeit auf die Bahn baute.

„Er kannte als einziger die komplette Anlage,“ lobt der erste Vorsitzende Christian Lutz seinen Vize. Lutz hat im November 2021 der Vorsitz übernommen, davor war 17 Jahre lang Jürgen Öchslein Vorsitzender des Modelleisenbahnclub Bopfingen.

42 Jahre Vereinsleben

Der Verein wurde 1980 gegründet und eigentlich sollte bereits 2020 das 40-jährige Jubiläum gefeiert werden. Geplant war ein Ausflug ins Eisenbahnmuseum nach Nürnberg und ein großes Fest mit der Öffentlichkeit. Die Pandemie machte die Pläne in letzter Minute zunichte.

Ebenso die Pläne für die traditionellen Tag der offenen Tür bei den Modelleisenbahnern. Dieser findet jährlich am ersten und dritten Adventssonntag sowie am Dreikönigstag, statt. Seit zwei Jahren bleiben die Türen zu.

„Das ist eine unserer wichtigsten Einnahmequellen,“ sagt Christian Lutz. Ebenso wie die jährliche Altpapiersammlung. Diese ist von einer Hol- und einer Bring Sammlung geworden. „Dadurch kommt einfach weniger zusammen,“ klagt der erste Vorsitzende.

Die Messen und Eisenbahn-Ausstellungen, welche die Mitglieder besuchten, sind ebenfalls abgesagt worden.

Während des Lockdowns wurden auch keine Vereinsabende abgehalten. Jeden Dienstag um 20 Uhr traf man sich in den Vereinsräumen in der Bergstraße. „Der erste Vereinsabend, den wir unter Corona-Bedingungen abhalten durften, war einer der schönsten, die wir je hatten,“ freut sich Christian Lutz.

Die Mitglieder achten aufeinander. „Wir haben viele ältere Mitglieder, die wollen wir natürlich schützen,“ stellt Lutz klar. Wichtig ist trotz Pandemie die Nachwuchsarbeit. Das jüngste Mitglied ist vier Jahre und fährt bereits mit dem ICE auf einer kleinen Anlage. Um die Jugendarbeit zu fördern, gibt es Kooperationen mit der Grundschule, Stauferschule und den, ebenfalls im Gebäude ansässigen Samariterstift. Der zweite Vorsitzende Hermann Brändle ist hier die wichtigste Hauptfigur. Er kümmert sich dann um die Besucher, die zum Schauen, Staunen oder Helfen vorbeikommen.

Viele private Anlagen

„In der Lockdown-Zeit sind viele private Anlagen entstanden,“ sagt Christian Lutz. Zwar sei das Hobby Modelleisenbahn rückläufig, doch „oft kommen die über 30-Jährigen wieder zu uns,“ so Lutz. Dann sei oftmals die Familienplanung abgeschlossen, das Haus fertig und man erinnere man sich an die Jugend.

„Es entspannt und ist vielseitig,“ sagt Hermann Brändle über seine Passion. Und dieser ist immer irgendwie am Basteln.

Umzug steht an

Nun steht ein Umzug an. Der Modelleisenbahnclub kommt mit in die Räumlichkeiten des alten Sky. „Die Stadt hat sich hier sehr gut gekümmert, dass wir wieder einen Vereinsraum haben,“ loben Lutz und Brändle unisono.

Beide hoffen, dass es 2022 wieder mit dem Tag der Offenen Tür klappt, vielleicht könnten dann auch wieder Ausflüge stattfinden. Dem Zusammenhalt der Modelleisenbahner hat Corona demnach nicht so stark geschadet.

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