Stammplatz für Gerd-Müller-Statue

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Ein Blick ins Atelier von Künstler Herbert Deiss. Die Form ist fertig nun kann die Bronze gegossen werden.
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Nach monatelanger Kontroverse einigen sich Nördlingens Stadtväter und die Bürgerinitiative auf einen Standort an der Einmündung der Herrengasse in die Bergerstraße.

Nördlingen

Gerd Müller war es egal, auf welchem Platz er stand. Getroffen hat er meistens. Gar nicht egal dagegen ist für die Nördlinger der Platz, auf dem sie die Statue ihres wohl berühmtesten Sohnes aufstellen wollen. Dass es eine Bronzestatue wird, darüber herrscht Einigkeit, uneins aber war man sich lang über deren Standort. Das ist nun vorbei. Ergebnis: Das Denkmal wird an der Einmündung der Herrengasse in die Bergerstraße aufgestellt.

Viele Plätze im Gespräch

Die Stadtväter hatten zunächst einen Platz am Berger Tor vorgeschlagen. Weil der aber außerhalb der Stadtmauer lag, gab es Widerspruch. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet und Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Ziel war es, die Müller-Statue innerhalb der Stadtmauern aufzustellen, am besten direkt hinter der Tourist-Info, keine 100 Meter vom Rathaus entfernt. Die BI argumentierte, dass das Gebäude einst die Volksschule war, die Gerd Müller besuchte und wo er im Pausenhof gekickt hat. Gesammelt wurden über 2000 Unterschriften, nötig gewesen wären nur 1400. Doch das Bürgerbegehren wird es nicht geben, die Unterschriften wurden zurückgezogen, dank eines Kompromisses.

Müllers Witwe war vor Ort

Es seien viele Gespräche geführt worden in den vergangenen Wochen, sagt Nördlingens Stadtsprecherin Christina Atalay auf Anfrage der Schwäbischen Post. Auch Gerd Müllers Witwe Uschi Müller wäre dagewesen, um sich die möglichen Standorte für die Statue ihres am 15. August 2021 verstorbenen Mannes anzusehen. Nach dem Rundgang habe sie sehr deutlich gemacht, dass sie den Standort am Berger Tor ablehne und einen Standort innerhalb der Stadtmauern begrüße, so Atalay. Doch auch der Platz vor der Stadtbibliothek, wie ihn die BI vorschlug, überzeugte Uschi Müller nicht, so Atalay. Sie begrüßte stattdessen den Kompromissvorschlag, die Statue an der Einmündung Herrengasse in die Bergerstraße aufzustellen.

Verschönerungsverein zufrieden

Am „Eingang zum Gerd-Müller-Viertel“, an der Einmündung der Herrengasse in die Bergerstraße, soll das Denkmal künftig also stehen. „Wir haben uns sehr lange mit der Standortfrage befasst, auch den Rat des Stadtheimatpflegers und der Familie des Verstorbenen eingeholt,“ sagte Susanne Vierkorn vom Verschönerungsverein Nördlingen, unter dessen Federführung die Statue geplant wird, den Medien. Für den neuen Platz spreche vieles, so Vierkorn: „Innerhalb der Stadtmauern gelegen, bildet er den Eingang zum ‚Gerd-Müller-Viertel‘. Die Skulptur steht mittig zu den beiden Häusern, in denen die Familie Müller gelebt hat: zwischen dem Geburts- und dem Wohnhaus Gerd Müllers. Man blickt in die Berger Straße und zum Stänglesbrunnen. Dort hin, wo Gerd Müller seine Kindheit und Jugend verbracht hat.“ Das Denkmal steche hier schon von weitem ins Auge. „Mir gefällt am besten, dass wir einen Standort haben, der personenbezogen ist und dem Wunsch der Familie entspricht“, so Vierkorn.

Der Standort sei gut geeignet, das habe auch Stadtheimatpfleger Dr. Wilfried Sponsel bestätigt, sagt Atalay. Dieser Platz habe klaren biografischen Bezug zu Gerd Müller und sei noch mit keiner Skulptur und keiner Geschichte besetzt. „Er hat bislang sogar noch keinen Namen, was ungewöhnlich für eine so alte Stadt ist“, sagt Atalay. Vielleicht werde dies künftig ja der Gerd-Müller-Platz.

Für OB David Wittner sei aber die eindeutige Positionierung der Familie Müller „nicht nur moralisch ganz entscheidend“ gewesen, weshalb er dem Stadtrat vorgeschlagen hatte, dieser Empfehlung zu folgen. Dabei seien die Stadträte einhellig der Meinung gewesen, dass der Standort einen guten Kompromiss darstelle, der alle Wünsche berücksichtige, insbesondere auch den der Bürgerinitiative nach einem Standort innerhalb der Altstadt, berichtet Atalay.

Der Platz soll nun umgestaltet, insgesamt neu geordnet werden. Die Parkplätze sollen wegfallen und Sitzgelegenheiten geschaffen werden. „Wir erarbeiten gerade ein Konzept hierfür, das dem Stadtrat noch vor der Sommerpause vorgelegt wird“, kündigt die Stadtsprecherin an.

Einweihungstermin verschoben

Wermutstropfen ist allerdings, dass damit der geplante Termin zur öffentlichen Präsentation der Gerd-Müller-Statue, der 15. August, nun nicht zu halten ist. Die Stadt habe hierzu viele, auch prominente Gäste und einstige Weggefährten Gerd Müllers eingeladen. „Wir hoffen, dass diese auch zu einem späteren Termin kommen können“, sagt Atalay.

Der Aschaffenburger Künstler Herbert Deiss sei mit seiner Arbeit fast fertig, berichtet Atalay. In wenigen Tagen werde die Skulptur gegossen. Die zeigt den Bomber der Nation bei seinem Siegtreffer im WM-Finale 1974 Deutschland gegen Niederlande.

Am „Eingang zum Gerd-Müller-Viertel“ soll die Statue stehen.

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