Tod des kleinen Nick: Prozess gegen die Mutter beginnt am 23. November

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Verhandelt wird gegen die Mutter im November vor dem Amtsgericht Ellwangen. Drei Verhandlungstage sind für den Prozess angesetzt.
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Die Fünffach-Mutter muss sich vor dem Ellwanger Amtsgericht wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen verantwortet. Ihr droht im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Ellwangen. Im Oktober 2021 wurde in Aufhausen der kleine Nick vom 33-jährigen Lebensgefährten seiner Mutter grausam zu Tode gequält. Nachdem der Täter dafür wegen Totschlags zu 14 Jahren Haft verurteilt worden ist, wird sich nun auch die Mutter vor Gericht verantworten müssen (wir berichteten). Der Prozess wird am 23. November vor dem Amtsgericht Ellwangen beginnen.

Wie der Direktor des Amtsgerichts, Norbert Strecker, auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, sind für diesen Prozess insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Die Fünffach-Mutter ist in dem Verfahren wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen angeklagt. Ihr droht damit im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Im Prozess gegen ihren Lebensgefährten hatte die Frau damals keine Angaben zur Sache gemacht. Allerdings hatte sie in einem Interview beim Fernsehsender RTL erklärt, dass sie von den Qualen ihres Sohnes Nick nichts mitbekommen habe.

Bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen geht man davon aus, dass diese Aussage so nicht stimmt. Wie der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Maximilian Adis, betont, liegen derzeit zwar keine Anhaltspunkte vor, dass die Frau aktiv an den Misshandlungen des Jungen beteiligt gewesen ist. Aber die schweren Verletzungen des Zweijährigen könnten der Mutter nicht entgangen sein, ist man bei der Staatsanwaltschaft überzeugt.  „Es ist davon auszugehen, dass sie die Misshandlung ihres Sohnes durch den Lebensgefährten zumindest billigend in Kauf genommen hat“, sagt Adis.   

Tatsächlich hatte man bei der Obduktion des toten Kleinkinds im Oktober des vergangenen Jahres multiple Verletzungen – unter anderem durch „stumpfe Gewalt gegen sämtliche Körperteile“ – festgestellt; ebenso mehrere Bisswunden. Außerdem hatte der 33-Jährige dem Jungen offenbar einen heftigen Tritt in den Bauch versetzt, was zum Abriss einer Darmschlinge sowie dem Aufreißen des Bauchfells mit inneren Blutungen führten. Diese schwere Verletzung hatte den Tod des Kindes zur Folge.

Wie Adis betont, sei die Mutter von Beginn an im Visier der Ermittler und der Staatsanwaltschaft gewesen. Das Verfahren gegen den Lebensgefährten sei am 22. Oktober 2021 bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen erfasst worden, das gegen die Mutter nur vier Tage später,  am 25. Oktober 2021. Da der Lebensgefährte unmittelbar nach der Kindstötung in Untersuchungshaft gekommen war, musste sein Verfahren beschleunigt vorangetrieben werden.

Über die Revision ist noch nicht entschieden

Nach dem Prozess gegen den 33-jährigen Lebensgefährten hatten sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil eingelegt. Über diese Revision ist noch nicht entschieden, sagt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Maximilian Adis. Es sei derzeit auch nicht absehbar, bis wann hierüber entschieden werde.  Die Ellwanger Staatsanwaltschaft ficht das Totschlag-Urteil an. Sie fordert eine Verurteilung des 33-Jährigen wegen Mordes aus niederen Beweggründen.

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