Das Leben von anno dazumal

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Ortsvorsteher Johann Schüle erwartet die Besucher in den Trochtelfinger Heimatstuben
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Die Trochtelfinger Heimatstuben machen die Vergangenheit anschaulich.

Bopfingen-Trochtelfingen. In vielen Reiseführern werden sie gelobt, die kleinen Museen, die über das Leben in dem jeweiligen Ort erzählen. Um so ein Museum zu finden, muss man oft nicht einmal eine große Reise planen - auch hier bei uns gibt es diese kleinen Museen, die Beachtung verdient haben. Eines davon sind die Heimatstuben in Trochtelfingen. Sie sind im ehemaligen Rathaus des Ortes eingerichtet und zeigen, wie die Menschen in diesem von der Landwirtschaft geprägten Ort gelebt haben.

Auf drei Stockwerken erfahren die Besucher viel über das bäuerliche Leben von damals. Dazu gehört eine Dia-Show mit Bildern aus Trochtelfingen. Die Geschichte des Teilortes von Bopfingen wird auf Tafeln vorgestellt. Trochtelfingen ist auch für sein neu renoviertes Schloss bekannt, aber es ist nicht das einzige Schloss, das in dem Ort entlang der B29 existierte. Der Trochtelfinger Adel wird in den Heimatstuben ebenso vorgestellt wie die verschiedenen Kirchen, die es in dem Dorf gab.

Wohnung aus früherer Zeit

Im Jahre 2020 wurden die Heimatstuben renoviert und die Exponate geordnet. So ist nun eine komplette Wohnung aus dem früheren bäuerlichen Leben zu sehen. In der eingerichteten Küche stehen die verschiedenen Kochutensilien und der mit Feuer betriebene Herd. Im Wohnzimmer ist der stählerne Kachelofen zu sehen, in den die Namen der Besitzer eingegossen wurden. Das Kinderzimmer, das Schlafzimmer: Alles sieht aus, als wäre die Zeit stehen geblieben und als käme der Bauer jeden Moment vom Feld zurück.

Zu sehen sind auch die verschiedenen Trachten, die in Trochtelfingen getragen wurden. Zur Hochzeit oder zur Beerdigung, je nach Anlass gab es eine bestimmte Tracht.

Die Arbeit auf dem Feld und in der Werkstatt ist im zweiten Stock prominent dargestellt. Ob Bauer, Zimmermann oder Schumacher, jeder hatte seine Werkstatt mit den entsprechenden Werkzeugen.

Eine Imkerei, Schulausstattung und Hauswirtschaftsgeräte sind im dritten Stock untergebracht. Untermalt wird die Ausstellung von vielen Schwarz-Weiß-Fotos und Büchern, die das Leben von einst zeigen.

Dem Vergessen entgegenwirken

Die Idee zur Einrichtung der Heimatstube hatte die ehemalige Lehrerin in Trochtelfingen, Mathilde Zeller. Sie hat viele der hier ausgestellten Stücke zusammengetragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sie nämlich beobachtet, wie schnell die Moderne über das Dorf kam. Um zu verhindern, dass die ländliche Kultur und Tradition des Ortes zu schnell völlig in Vergessen geraten, hatte sie die Idee, diese Heimatstube einzurichten. Es war eine gute Idee. Das wird bei einem Besuch im Trochtelfinger Museum klar. Michael Scheidle

Das Museum ist jeweils am 1. Sonntag im Monat geöffnet. Außerhalb dieser Zeit kann das Museum nach Anmeldung bei Ortsvorsteher Johann Schüle unter 07362/6868 oder bei der Stadt Bopfingen besichtigt werden. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2 Euro für Kinder, Studenten und Rentner 1 Euro.

Ortsvorsteher Johann Schüle erwartet die Besucher in den Trochtelfinger Heimatstuben
Ortsvorsteher Johann Schüle erwartet die Besucher in den Trochtelfinger Heimatstuben

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