Ein Sänger aus Leidenschaft

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Richard Meitner
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Richard Meitner aus Trochtelfingen ist ein Vorbild, was ehrenamtliches Engagement anbelangt. In der Kommunalpolitik, in den Vereinen oder für Heimatprojekte: Er packt es an.

Bopfingen-Trochtelfingen

Obwohl er nicht aus Trochtelfingen stammt, ist er doch ein Original des Bopfinger Teilortes. Richard Meitner kam 1967 in den kleinen Ort an der B29, als er seine Frau Margot heiratete. Eigentlich kommt er aus Heuberg, das heute zu Oettingen gehört, doch in Trochtelfingen hat er seine Heimat gefunden.

Der 79-Jährige hat sich vom ersten Tag an in der Gemeinde- und Vereinsarbeit engagiert. Er sang im inzwischen aufgelösten Kirchenchor und im Liederkranz, wo er noch immer aktiv ist. 34 Jahre wirkte er dort mit im Vorstand.

„Als es 2017 darum ging den Verein aufzulösen, habe ich mich zum Vorsitzenden wählen lassen,“ erzählt Meitner. Schließlich stand 2018 das 150-jährige Bestehen des Liederkranzes an, und da wollte Richard Meitner unbedingt vermeiden, dass sich der Gesangsverein kurz davor auflöst.

Das Fest im Schuppen

Bereits 1992 hat er im Gesangsverein einen Kinder- und Jugendchor gegründet und so für Sängernachwuchs gesorgt. Jedes Jahr am 1. Mai feiert der Liederkranz sein Fest im Schuppen gegenüber dem Heimatmuseum. „Das ist für mich einer der Höhepunkte im Jahr,“ gesteht der leidenschaftliche Sänger.

Doch nicht nur im Liederkranz war Meitner aktiv. Zehn Jahre war er als Ortschaftsrat für Trochtelfingen engagiert. In dieser Zeit wurden das Wilhelm-Hahn-Bürgerhaus und die Leichenhalle auf dem Margaritenfriedhof gebaut. Als Baumaschinenführer packte er auch selbst mit an. Beispielsweise beim Bau der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz und der Erweiterung des Sportlerheims.

Zwölf Jahre lang war Meitner stellvertretender Vorsitzender des VdK Bopfingen. „An einem Wintermorgen standen einige zugeschneite Kartons vor meiner Tür,“ erzählt er lachend. Der Vorsitzende hatte über Nacht aufgehört und Richard Meitner alle Unterlagen vor die Tür gestellt. So war er weitere zehn Jahre Vorsitzender.

Hier hat er viel erreicht, noch heute ist der VdK Bopfingen was die Mitgliederzahlen anbelangt der drittgrößte im Ostalbkreis. Als Kirchengemeinderat war Meitner dabei, als die Mauer am Andreasfriedhof erneuert wurde, er half beim Umbau des Pfarrhauses mit.

Kümmern ums Heimatmuseum

Als vor 30 Jahren das Heimatmuseum im ehemaligen Trochtelfinger Rathaus neu ausgerichtet wurde, fand Richard Meitner einen weiteren Wirkungskreis. Seit dieser Zeit betreut er das kleine Museum, gibt Führungen für Schulen, Kindergärten oder bei Familienjubiläen. „Eines Tages kam ein Herr aus Berlin und wollte sich das Heimatmuseum anschauen, er war total begeistert,“ erzählt Richard Meitner. „Ein Jahr später kam er mit einem ganzen Bus von Freunden, die deutschlandweit solche kleinen Museen besuchen“. Das freut den Heimatmuseumführer heute noch. Eines bemängelt er jedoch: „Das Museum ist zu unscheinbar.“ Seit vor einigen Jahren ein Autofahrer am Vatertag das Hinweisschild rammte, ist kein Hinweis mehr zu finden. „Vielleicht könnte da Abhilfe geschaffen werden,“ wünscht sich Meitner.

Zum 31. Oktober dieses Jahres ist Schluss. Dann schließt das Heimatmuseum bis zum März und soll mit einem neuen Museumsführer öffnen. Sein 36-jähriger Sohn ist schwer erkrankt und Richard Meitner kümmert sich nun um ihn. Eines ist ihm aber wichtig: „Ohne meine Frau Margot, hätte ich das alles nicht hinbekommen. Sie hat mir immer geholfen und den Rücken gestärkt.“

Richard Meitner in seinem Vorgarten
Richard Meitner in seinem Vorgarten

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