Erklärungen für das Hochwasserereignis im Juli

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Johann Schüle (links), Simon Wesselky (rechts)
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Ortschaftsrat Gremium wählt Simon Wesselky zum neuen stellvertretenden Ortsvorsteher Trochtelfingens.

Bopfingen-Trochtelfingen. Michael Deininger vom Wasserwirtschaftsamt blickte im Ortschaftsrat Trochtelfingen auf den Starkregen vom 8. bis 10. Juli dieses Jahres. Deiniger war da, weil sich Ortsvorsteher Johann Schüle in der Sitzung zuvor, das Hochwassermanagement kritisiert hatte. Deininger ist zuständig für oberirdische Gewässer beim Wasserwirtschaftsamt in Ellwangen. Er sagte, in Stödtlen und Zöbingen hätten keine Probleme bestanden. „Maßgeblich war das Wasser aus Oberriffingen,“ sagte er. Dort konnte der Boden die Regenmengen nicht mehr aufnehmen und so floss das Wasser oberirdisch ab. Schnell stiegen die Rückhaltebecken in Aufhausen und Oberdorf an. In Oberdorf bis auf 95 Prozent der möglichen Wassermenge. Es fehlten am Ende 20 Zentimeter zum Überlauf. Wäre dies passiert, hätte es keine Kontrolle über das Wasser gegeben und auch der Damm hätte bei einer Überflutung brechen können. „Das Wasser hat es gut mit uns gemeint,“ sagte Deininger. Er bestätigte, dass es sich um den höchsten Füllstand seit Bestehen des Wasserverbundes Sechta-Eger handelte.

Bürgermeister Dr. Gunter Bühler bestätigte, dass Michael Deininger nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hatte, denn der Damm in Oberdorf musste gesichert werden. Die Trochtelfinger hatten moniert, dass das Rückhaltebecken zu schnell abgelassen wurde und deshalb zu viel Wasser in Trochtelfingen durchkam. Diesen Vorwurf wies Bühler zurück. „Es gibt eine Betriebsvorschrift für derartige Bauten,“ erklärte er. Darin ist geregelt, wie der Ablauf zu erfolgen hat. Demnach muss das Wasser zügig abgelassen werden, um wieder Stauraum für weitere Wassermassen zu bekommen. Der Damm bei der Egerinsel, den die Ortschaftsräte für zu niedrig bemängeln, soll nun erhöht werden. „Zudem müssen wir schauen, was noch möglich ist,“ sagte Bühler. Die Wiesen in Richtung Bahnlinie könnten als Wasserrückhalt verwendet werden, da es nur bebaute Lagen zu schützen gilt. Auch die eingelegten Steine in der Eger bei Trochtelfingen, stellen keinen großen Widerstand dar. „Die oberen 20 Zentimeter bringen das Wasser weg,“ weiß Michael Deininger, da dort die Fließgeschwindigkeit am höchsten sei. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es zu solchen Situationen kommt,“ war sein Fazit.

Neuer Vize-Ortsvorsteher

Nach langer Suche ist es dem Ortschaftsrat gelungen, einen stellvertretenden Ortsvorsteher zu finden. Nach dem überraschenden Tod von Johannes Böhm, mussten viele Gespräche geführt werden. So wurde in der vergangenen Sitzung Simon Wesselky als Nachfolger einstimmig gewählt. Diese Wahl muss nun noch vom Bopfinger Gemeinderat bestätigt werden. Formsache. Michael Scheidle

Simon Wesselky
Johann Schüle (links); Simon Wesselky (rechts)

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