Klare Arbeitsteilung im Pfarrhaushalt

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Dekan Ralf Drescher (rechts) und Schuldekan Dr. Harry Jungbauer (links) haben Elke Lichtenstein als neue Pfarrerin eingesetzt. Sie teilt sich die Stelle mit ihrem Mann Michael Lichtenstein (neben ihr).
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Elke Lichtenstein ist Trochtelfingens neue evangelische Pfarrerin. Sie teilt sich die Stelle mit ihrem Mann Michael Lichtenstein. Am Sonntag wurde sie ins Amt eingesetzt.

Bopfingen-Trochtelfingen

Wer eine Predigt von ihr hört, weiß: Sie gehört auf die Kanzel. Und genau dahin geht sie jetzt auch wieder, nach acht Jahren Elternzeit. Elke Lichtenstein ist Trochtelfingens neue Pfarrerin. Am Sonntagabend hat sie mit Gemeinde, Dekan, Schuldekan, ihrem Mann und Kollegen Dr. Michael Lichtenstein im Pfarrhausgarten ihre Investitur gefeiert.

Seit sieben Jahren lebt sie mit ihren vier „Männern“ im Pfarrhaus. War bisher die Frau des Pfarrers. Mama ihrer drei gemeinsamen Söhne. Jetzt sind Valentin, Konstantin und Benjamin „aus dem Gröbsten raus“, wie Dekan Ralf Drescher schmunzelnd formulierte, und ihre Mama steckt voller Energie für ihren neuen Wirkungsort. Bisher hatte ihr Mann die Pfarrstelle zu 100 Prozent inne, jetzt teilt sich das Ehepaar diese. „Ich hab' den Reliunterricht geerbt“, lächelt sie. Sie wird in Bopfingen, Kirchheim und Schloßberg unterrichten. „Alles, was sich zählen lässt, wie Gottesdienste, lässt sich einfach teilen.“

17 Uhr. Die Glocken der Andreaskirche läuten. Der Posaunenchor stimmt sein erstes Stück an. Die Gemeinde hat sich auf der Wiese hinterm Pfarrhaus versammelt. Jordis, eine kleine Trochtelfingerin, hat vorm Eingang zum Pfarrgarten ein Herz aus Laubblättern gelegt. In der Mitte die Initialen der neuen Pfarrerin. Ein herzliches Willkommen, dem sich Ortsvorsteher Johann Schüle, Kerstin Fiebiger als Vertreterin der Schulen, Schuldekan Dr. Harry Jungbauer, Tilmann Haug, Vorsitzender der evangelischen Kirchengemeinden am Ries und Hubert Klimek für die katholische Kirche mit warmen Worten anschließen.

Marlen Michel und Melanie Gießler, die Elke Lichtenstein schon lange kennen und als Zeugen bei ihrer Investitur fungierten meinen: „Elke hat ein großes Herz, ist sehr gut organisiert, hört genau zu, hat einen wunderbaren Humor, ist kreativ, hat Energie, Schlagfertigkeit und Wortwitz.

Dekan Drescher gab Ratschläge mit für die neue Familien- und Arbeitskonstellation: „Das ist einerseits geschickt. Man lebt und arbeitet am selben Ort. Andererseits verschwimmen die Grenzen und es besteht die Gefahr, dass man sich verliert und in Konkurrenz tritt mit dem Menschen, den man liebt.“ Da seien Absprachen eine nötige Übung, ebenfalls Offenheit und Einsicht. Und dass man aus seinen Schwächen keinen Hehl mache.

Die neue Trochtelfinger Pfarrerin ist dankbar über ihre Wahl. Sie freue sich auf den Perspektivwechsel. „ Jetzt lerne ich die Gemeinde von der anderen Seite kennen, bin die, die auf die Kanzel steigt.“ Sonst habe sie die Pfarrhaustüre geöffnet, wenn jemand zu ihrem Mann wollte. Nun ist sie diejenige, die für einen Hausbesuch bei einem Gemeindemitglied klingelt. „Ich hab' hier Wurzeln geschlagen und kann durch den Beruf einen ganz anderen Eindruck von meiner Wahlheimat bekommen.“

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