Volkstrauertag stellt den Ukrainekrieg in den Fokus

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Bürgermeister Dr. Gunter Bühler (r.) hielt seine 16. Rede zum Volkstrauertag. Er achtet drauf, niemals eine Standardrede zu halten. Foto: glo

In der Aussegnungshalle am Bopfinger Friedhof wird deutlich, dass es kein Patentrezept für Frieden gibt.

Bopfingen. Es sei bereits sein 16. Volkstrauertag, an dem er eine Rede halte, sagte Bürgermeister Dr. Gunter Bühler am Sonntag. Und die sei immer anders gewesen, denn stets habe er sich Gedanken gemacht, was er sagen möchte. Für ihn sei dieser Tag wichtig, weshalb man von ihm noch nie eine Standardrede gehört hätte.

Bühler unterstrich in seiner Rede nach dem ökumenischen Gottesdienst, dass es allerdings immer weniger Besucher würden, die sich auf den Weg zur Aussegnungshalle machten. Seiner Meinung nach liege das eventuell an der Tatsache, dass es auch immer weniger unmittelbare Betroffene gebe, die noch Angehörige von Kriegstoten seien. „Macht diese Art der Gedenkfeier also noch Sinn?“ fragt sich das Stadtoberhaupt und stellt fest – ja, auf alle Fälle. Denn man dürfe nie vergessen was war und wie schnell es wieder zu einem Krieg kommen könne. Dies sehe man jetzt in der Ukraine. Der Krieg dort erinnere an die Zeit des Nationalsozialismus, an eine „Heim ins Reich-Politik“. Man müsse auch weiterhin für Frieden einstehen und es lohne sich, der Spaltung unserer freien Gesellschaft entgegenzutreten.

Beim Ökumenischen Gottesdienst, der vorweg in der Aussegnungshalle stattgefunden hatte, waren die Seligpreisungen aus Matthäus 5, Verse 1 bis 10 bei der Schriftlesung als auch in der Predigt von Pfarrer Steffen Schmid Thema. Pfarrer Hermann Rundel von der katholischen Kirchengemeinde und er hielten den Gottesdienst und machten dabei deutlich, dass es für Frieden kein Patentrezept gebe. „Ist ein schlechter Friede besser als ein guter Krieg?“, fragt Pfarrer Schmid und sagt, dass auch der Krieg in der Ukraine die Christen vor viele Fragen stelle.

Im christlichen Glauben sei man gewohnt, mit der Schuld umgehen zu können. Immerhin würde man in dieser Welt permanent schuldig. Seine Schuld einzugestehen sei deshalb ein wichtiger Schritt. Mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer beendete der Geistliche seine Ausführungen.

Der Posaunenchor sowie der Liederkranz sorgten für die musikalische Umrahmung. Im Anschluss an den Gottesdienst und die Rede von Bürgermeister Gunter Bühler wurde am Kriegerdenkmal vor der Aussegnungshalle ein Kranz niedergelegt. ⋌Uwe Gowienke

Krieg darf es nicht geben. Deshalb ist das Gedenken so wichtig beim Volkstrauertag. Foto: glo

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