Wenn der Biber Hand an den Klostergarten legt

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Der Biber macht auch vor den Bäumen der klösterlichen Streuobstwiese nicht halt.
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Wie groß das Problem in Kirchheim ist und warum der Freundeskreis ratlos ist.

Kircheim am Ries. Die friedliche Koexistenz vom Freundeskreis Kloster Kirchheim e.V. und der dort ansässigen Biberfamilie wird aktuell erneut auf eine harte Probe gestellt, wie der erste Vorsitzende des Vereins, Edwin Michler, schildert.

Angetan hat es Familie Biber die Streuobstwiese im Klostergarten. Einst standen dort 59 bis zu 80 Jahre alte Bäume. Zwölf davon holte sich der Biber in den letzten beiden Jahren bereits, nun hat er erneut zugebissen. Einen der alten Bäume fällte der Biber übers Wochenende, drei weitere so stark angenagt, dass sie nicht zu retten sind.

Michler ist ratlos. Erst im vergangenen Jahr hatten die Mitglieder des Vereins in einer groß angelegten Schutzaktion Drahtverhaue um die verbliebenen Bäume des Klostergartens errichtet, um ein Vordringen des Bibers einzudämmen. Diese stellten jedoch keine Hindernis dar. „Und das war kein Karnickeldraht, wir haben vom Landratsamt massives und robustes Material bekommen. Mit Eisenstangen verankert, mit Abstand teils drei Mal um die Bäume gewickelt.“

Doch der Biber hat den Drahtverhau an mehreren Stellen einfach fortgerissen. „Das ist ein großes Problem, und wir hoffen auf Unterstützung vom Landratsamt“, erklärt Michler, der mit der Behörde das Gespräch suchen will: „Da muss nachgebessert werden.“ Und das ist nicht so einfach, denn eigentlich lebt der Biber außerhalb der Klostermauern. Dass der Biber überhaupt in die ummauerte und verriegelte Anlage gelangt, ist an sich schon bemerkenswert, findet Michler. Die Sorge im Freundeskreis ist jedenfalls groß, denn die Bäume haben jedes Jahr reiche Ernte gebracht. „Und sie sind wichtig für unsere Bienenvölker und Fledermäuse. Irgendwann müssen wir schon abwägen, was wichtiger ist für den Naturschutz.“

Michler versucht daher, seine Verzweiflung in Worte zu fassen und wählt dafür die Reimform: „Oh, wie schön war doch einst diese klösterliche Streuobstwiese. Unsere Sorge ist nun groß: wie wird man den Nager los?“ Seine Vermutung: erst, wenn der Biber das Remstal Richtung Stuttgart durchquert hat, werde der Schutzstatus überdacht.

Jürgen Kunze

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