Beratungen zwischen Spahn und Landesministern

Corona-Impfung mit AstraZeneca: Priorisierung bundesweit aufgehoben

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Ab sofort kann sich jeder bundesweit und somit auch in Baden-Württemberg mit AstraZeneca gegen das Coronavirus impfen lassen – die Impfpriorisierung für das britische Vakzin ist aufgehoben.

Update vom 6. Mai um 18:04 Uhr: Die Priorisierung von AstraZeneca ist mit sofortiger Wirkung bundesweit aufgehoben – darauf haben sich Bund und Länder laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am heutigen Donnerstag geeinigt. Somit können sich künftig alle Impfwilligen in Deutschland mit dem britischen Vakzin gegen das Coronavirus impfen lassen, ohne dabei Rücksicht auf die gültige Vorrangliste nehmen zu müssen.

Ärzte in Praxen könnten nun entscheiden, wer wann mit dem Impfen drankomme und ob das Präparat von AstraZeneca das passende sei, so Spahn, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Derzeit sind 7,1 Millionen, das entspricht 8,6 Prozent der Bundesbürger, voll geimpft (Stand: 6. Mai). Fast jeder Dritte hat mindestens eine Spritze bekommen: 30,6 Prozent. Laut Robert Koch-Institut (RKI)wurden inzwischen rund 6,3 Millionen AstraZeneca-Dosen verimpft. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden 9,3 Millionen Impfdosen des britischen Vakzins an Länder und Großhändler ausgeliefert.

Corona-Impfung mit AstraZeneca: Kippt Baden-Württemberg die Priorisierung?

Erstmeldung vom 6. Mai um 14:45 Uhr: Jetzt könnte bald alles ganz schnell gehen. Die Impfkampagne gegen das Coronavirus soll Deutschland und Baden-Württemberg nach und nach immer weiter aus der Pandemie herausziehen, denn schon jetzt genießen hier im Südwesten Geimpfte einige Privilegien und die Regierung arbeitet weiter darauf hin, eine Herdenimmunität zu erreichen, das berichtet echo24.de*. Bisher haben 30 Prozent der Baden-Württemberger zumindest eine Impfdosis erhalten. Doch nicht jeder, der sich impfen lassen möchte, kann das auch tun.

Aktuell sind nur gewisse Personengruppen in Baden-Württemberg impfberechtigt. Wer ein bestimmtes Alter oder eine Vorerkrankung hat - oder in einer priorisierten Berufsgruppe arbeitet, kann sich schon jetzt einen Impftermin besorgen. Doch es gibt immer noch zu wenig Impfstoff hier im Südwesten. Erst vor einer Woche hatte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appelliert, der Südwesten brauche mehr Impfstoff*.

AstraZeneca für alle? Bundesgesundheitsminister Spahn will Priorisierung kippen

Ein bestimmtes Vakzin bleibt allerdings an vielen Stellen liegen. Der Impfstoff „Vaxzevria“ des britisch-schwedischen Arzneimittelherstellers AstraZeneca hat in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen wegen seltener, aber heftiger Nebenwirkungen* gemacht. Diese führten in wenigen Fällen sogar zum Tod. Deshalb ist der Impfstoff nicht nur in seiner Empfehlung eingeschränkt worden, viele Impfberechtigte wollen sich auch gar nicht mehr mit dem Präparat impfen lassen.

Fällt heute die Impf-Priorisierung beim geschmähten Präparat von Astrazeneca? Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will darüber mit seinen Länderkollegen reden. (Symbolbild)

Andere Personen, die sich gerne mit AstraZeneca impfen lassen würden, sind dagegen in der Impfreihenfolge noch nicht dran. Das will Spahn jetzt ändern. Heute (Donnerstag, 6. Mai) berät er mit seinen Länderkollegen darüber, den Corona-Impfstoff von AstraZeneca sofort für alle Impfwilligen freizugeben. In der WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ kündigte er am Mittwochabend an, man werde „bei AstraZeneca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt“.

AstraZeneca für alle: Der Impfstoff könnte vielen den Zugang zu Privilegien erleichtern

Das bedeutet, sobald die Priorisierung wegfällt, könnte sich wirklich jeder mit dem britisch-schwedischen Vektor-Impfstoff gegen das Coronavirus impfen lassen, der das möchte. Außerdem solle, so Spahn weiter, das Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca von derzeit zwölf Wochen flexibler gehandhabt werden. Bedeutet konkret, Spahn will die Zweitimpfung bereits nach vier Wochen anbieten.

Ein Anreiz, der für viele Impfwillige besonders wichtig sein dürfte, denn so könnte eine vollständige Immunisierung laut Impfpass viel schneller erreicht werden - und somit rücken auch die Privilegien für Geimpfte* in einen viel greifbareren Zeitrahmen. Doch schützt der Impfstoff auch mit der Verkürzung des Intervalls immer noch gut genug? Wenn es nach Spahn geht, dann lautet die Antwort auf diese Frage: „Ja!“ Er erklärte beim WDR, dass diese Maßnahme innerhalb der Zulassung durchaus möglich wäre.

AstraZeneca für alle: Nebenwirkung „Hirnvenenthrombose“ als Risikofaktor?

Wer sich übrigens wegen der Hirnvenenthrombosen, die immer wieder als Nebenwirkungen der Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca auftreten, unsicher ist, für den gibt es jetzt einen Rechner, der das Thrombose-Risiko bestimmt*. Außerdem kann man sich jederzeit bei seinem Hausarzt beraten lassen, ob man für eine AstraZeneca-Impfung infrage kommt - und dann eventuell sogar direkt in der Praxis einen Termin ausmachen. So braucht man nicht extra in ein Impfzentrum zu fahren.

Jedenfalls wirbt Gesundheitsminister Jens Spahn mittlerweile sehr energisch dafür, dass besonders Über-60-Jährige sich mit AstraZeneca impfen lassen sollen. Aber auch bei Jüngeren sei das Risiko „sehr, sehr gering“. Laut Spahn gebe es „sehr, sehr seltene Nebenwirkungen“, über sie müsse man aber aufklären. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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