Ab Oktober gehen die Lichter aus

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Die Straßenbeleuchtung in Adelmannsfelden wird ab Oktober 2022 von 24 Uhr bis 4:45 Uhr abgeschaltet. Foto: Klemm
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Die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung zur Einsparung von Strom in Adelmannsfelden wird kontrovers diskutiert. Was die Meinungen waren und wie der Rat entschied.

Adelmannnsfelden

Die Gemeinde Adelmannsfelden möchte in Zeiten explodierender Preise einen Beitrag zur Stromeinsparung leisten. Die Straßenbeleuchtung soll nun nachts abgeschaltet werden. Über die Zeitspanne entbrannte eine rege Diskussion im Gemeinderat.

Bürgermeister Edwin Hahn wies darauf hin, dass bereits in den Jahren 2005 und 2006, damals aus finanziellen Gründen, die Straßenbeleuchtung zwischen 1 Uhr und 4 Uhr gekappt wurde. „Das Einsparpotential lag damals über zwei Jahre hinweg bei 15,5 Prozent des Energieverbrauchs und der Stromkosten pro Jahr.“ Edwin Hahn erklärte weiter: „Die Gemeindeverwaltung ist der Meinung, dass angesichts der aktuellen Situation die öffentliche Hand als Vorbild bei Energieeinsparmaßahmen vorangehen muss. Wir unterstützen dies.“

Im Gemeinderat wurden nun drei Zeit-Varianten für eine Nachtabschaltung vorgestellt. Die Verwaltung sprach sich für die dritte Variante und einer Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung zwischen 1 Uhr und 4 Uhr aus. „Das Einsparpotenzial beim Energieverbrauch entspricht in etwa dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von zwei bis drei Personenhaushalten“, so Edwin Hahn.  Gemeinderat Martin Beck favorisierte die Variante zwei, die eine Nachtabschaltung zwischen 24 Uhr und 4:45 Uhr vorsieht. „Die meisten Häuser haben ja inzwischen Bewegungsmelder an ihren Häusern. Das Einsparpotenzial ist bei dieser Variante größer gegenüber der dritten Variante.“  

Sparen kontra Sicherheit

Gemeinderat Ernst Kiesel argumentierte: „Wenn die Kommunen in Deutschland hier gemeinsam agieren und an einem Strang ziehen, ist das Einsparpotenzial gigantisch. Ich habe mit vielen Bürgern über das Thema Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung gesprochen. Die Resonanz war ganz klar: Wenn man einsparen soll, dann richtig. Keiner hat sich für die Variante drei mit kurzer Abschaltung ausgesprochen.“  Gremiumskollege Karl Wohlers urteilte: „Es gibt ein Sicherheitsbedürfnis bei uns. Es fahren einige bereits sehr früh ins Geschäft. Die Nachtbeleuchtung rigoros abschalten halte ich für falsch. Ich plädiere für die dritte Variante.“

Gemeinderat Jürgen Wemmer befand: „Ich sehe hier ein Gefahrenpotenzial bei der Nacht-Stromabschaltung für die Straßenbeleuchtung. Was ist, wenn etwas passieren sollten, da wird es mit der Haftung problematisch. Das Risiko ist mir zu groß. Die Straßenbeleuchtung sollte in keinster Weise abgeschaltet werden.“  Und Gemeinderätin Ulrike Schmid sagte: „Wir müssen uns solidarisch zeigen. Wir haben glaube ich hier ein Luxusproblem. Mir wäre eine Nachtabschaltung von 24 Uhr bis 4:45 Uhr am Liebsten. Ursula Berroth schloss an: „Unsere Gemeinde hat eine Vorbildfunktion, die wahrgenommen werden sollte.“  

Der Gemeinderat sprach sich am Ende mit sechs zu vier Stimmen für eine Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in Adelmannsfelden zwischen 24 Uhr und 4:45 Uhr über einen Zeitraum von mindestens vier Jahren aus.

Aus dem Gemeinderat

Warnsirenen in Teilorten Gemeinderat Karl Wohlers fragte nach, ob auch Warnsirenen für die Außenbereiche /  Teilorte vorgesehen sind. Dies verneinte Bürgermeister Edwin Hahn. „Ich hoffe, dass wir hier gut über die Runden kommen“, befand Karl Wohlers hierzu. Das Thema soll jedoch weiter im Blick behalten werden, versicherte Bürgermeister Edwin Hahn.

Das Senioreneinsatzfahrzeug in Adelmannsfelden wird gut angenommen. Seit Juli des vergangenen Jahres sind insgesamt 168 Fahrten mit ihm erfolgt. Die Kosten beliefen sich dabei auf knapp 9000 Euro bei einem Kostendeckungsgrad in Höhe von 20 Prozent. ⋌AK

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