Der Eckpfeiler des Ehrenamts

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Festakt in der Otto-Ulmer-Halle: Landrat Dr. Joachim Bläse (rechts) überreicht im Namen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Staufermedaille an Karl Wohlers.
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Karl Wohlers wird in einem großen Festakt mit der Staufermedaille des Landes für sein lebenslanges Engagement geehrt.

Adelmannsfelden

Es war ein Abend, der Karl Wohlers sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur, weil der pensionierte Bahnbeamte buchstäblich einen verdienten großen Bahnhof bekam. Sondern auch, weil endlich einfach alles passte. Mehrmals musste die Preisverleihung coronabedingt verschoben werden, und bis zuletzt sahen die Wetterprognosen ungünstig aus.

Doch am Freitagabend waren gefühlt alle Adelmannsfeldener auf den Beinen, um in der Otto-Ulmer-Halle ihren „Charly“ hochleben zu lassen. Der Musikverein unter der Leitung von Rita König umrahmte den Festakt musikalisch, mit einer Bandbreite vom „Böhmischen Traum“ bis „Coldplay“.

Bürgermeister Edwin Hahn begrüßte die zahlreich erschienenen Ehrengäste, darunter die Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter, Leni Breymaier und Margit Stumpp, den Landtagsabgeordneten Winfried Mack sowie Kreistagsabgeordneten Martin Fischer.

Ein unermüdlicher Anpacker

Hahn zeichnete das Bild von Karl Wohlers als einen Menschen, der sich unermüdlich im Ehrenamt engagierte: von der Kommunalpolitik über das Vereinsleben hin zu Seniorenfahrdiensten. „Ich habe immer das Bild vor Augen, wie Karl im grauen Arbeitskittel beim Liederkranz mit auf- und abbaut“, umschrieb Hahn den Geehrten. Für Wohlers bringe Demokratie Pflicht mit sich, und wo andere nur kluge Ratschläge hätten, packe er längst mit an.

Juwel der Auszeichnungen

Landrat Dr. Joachim Bläse überreichte die Staufermedaille im Namen des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Diese Medaille sei etwas ganz Besonderes, das „Juwel unter den Auszeichnungen des Landes Baden-Württemberg“, hob Bläse die Bedeutung hervor.

Sie werde an Menschen verliehen, die sich weit über das übliche berufliche und ehrenamtliche Maß für die Gemeinschaft einsetzten. Auf Wohlers treffe genau dies zu, so Bläse. Wohlers ist aktives Mitglied im Liederkranz, Musikverein, dem Turn- und Sportverein, Tennisverein, Obst- und Gartenbauverein. Meist in leitenden Funktionen, nebenbei noch Familienvater und Großvater, Mitbegründer des Partnerschaftsvereins mit Italien sowie des Seniorenfahrdienstes. Und nicht zuletzt ununterbrochen und stets mit klarem Votum seit 1989 Gemeinderat und seit 2013 erster stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde.

„Sie genießen das Vertrauen aller. Sie sind der ehrenamtliche Eckpfeiler in der Gemeinde“, machte Bläse klar und ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Wo man in anderen Gemeinden ganze Hallen braucht für ein Treffen der Vereinsvorstände, reicht in Adelmannsfelden der Karl Wohlers.“

Gerührt nahm Karl Wohlers unter dem stehenden Applaus der Anwesenden die Auszeichnung an, „mit Demut und Dankbarkeit.“

Auszeichnung für alle

Wohlers widmete die Auszeichnung allen Ehrenamtlichen und bedankte sich bei seiner Frau Resi und seiner Familie, die ihn immer hätten „ziehen lassen“, was überhaupt nicht selbstverständlich sei.

Sein Appell an die anwesenden Abgeordneten: „Bitte unterstützen Sie das Ehrenamt nach Kräften.“

Einander zuhören, gegenseitige Achtung und Respekt machten das Miteinander erst interessant: „Die Begegnungen und Gespräche und manchmal auch Freundschaften, die daraus entstehen, sind die Basis für unser Zusammenleben“, sagte Wohlers weiter. Dabei könne man nicht immer einer Meinung sein.

Wohlers dankte dem ganzen Gemeinderat und Bürgermeister Edwin Hahn für die sachlichen und auch mitunter emotionalen Debatten. Das sei gelebte Demokratie, und führe letztlich zu den besten Ergebnissen für alle, so Wohlers. „Es war und ist mir eine Ehre, im Ehrenamt zu dienen“, schloss Wohlers unter dem erneut lang anhaltenden Applaus der Gäste.

Es war und ist mir eine Ehre, im Ehrenamt zu dienen.“

Karl Wohlers, Träger Staufermedaille

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