Die rüstige „Waldfee“ liebt ihre Vögel

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Brigitta

Brigitta Herith ist mit ihren 84 Jahren immer noch fleißig im Einsatz für die heimische Vogelwelt im Tal der Blinden Rot. Zur „Arbeit“ im Wald rauscht sie mit ihrem Motorroller.

Adelmannsfelden

Brigitta Herith (84) wohnt zwar in Adelmannsfelden am Meisenweg, begeistert sich aber auch für andere Vogelarten. Insbesondere für diejenigen, die im Landschaftsschutzgebiet im Tal der Blinden Rot in der Nähe der Burghardsmühle heimisch sind. Ihre Begeisterung dafür ist so groß, dass sie immer wieder dort unterwegs ist, um den Vögeln selbst bezahltes Futter zu überbringen.

Aber nicht nur das: Auch um die dort von ihr zusammen mit dem Abtsgmünder Armin Bernlöhr an Bäumen angebrachten und gespendeten Nistkästen zu betreuen und zu kontrollieren und diese zu reinigen. Gewissermaßen als „Zimmermädchen“ für die Wohnungen der Vögel. Sollten doch Nistkästen alljährlich geleert und gereinigt werden, damit sich die Bewohner im Folgejahr nicht mit Krankheiten anstecken oder die Kästen von Parasiten befallen werden. Wobei es auch immer wieder zu Ausweisungen unbefugter Bewohner, wie etwa von Siebenschläfern kommt. Was ihr bei ihren vielen Freunden und Bekannten den Beinamen „Waldfee“ eingebracht hat.

Drei Jahrzehnte lang Mesnerin

Brigitta Herith ist in Adelmannsfelden und Pommertsweiler keine Unbekannte, war sie doch über drei Jahrzehnte hinweg die Mesnerin in der evangelischen Michaelskirche in Pommertsweiler. Vor einigen Jahren ist sie nach Adelmannsfelden umgezogen, und zwar in eine Wohnung am Meisenweg.

Schon immer Tierfreundin gewesen, entdeckte sie in ihrem Ruhestand ihre besondere Liebe zur Vogelwelt. Nicht nur mit der Fütterung von Vögeln auf dem Balkon oder rund ums Haus. Ihre Begeisterung für die Vogelwelt ließ diese nicht nur zu ihrem Hobby werden, sondern die Rentnerin selbst zu einer Aktivistin, welche die gefiederten Sänger hegt und pflegt.

Auf die Vogelwelt im Rottal aufmerksam geworden ist sie bei ihren vielen Aufenthalten in diesem von Spaziergängern, Wanderern und Radtouristen geschätzten stillen und romantischen Teil des Tales zwischen der Burghardsmühle und dem Abtsgmünder Teilort Schäufele. Vielleicht auch deshalb, weil unweit davon, nahe der Straße nach Neuler, das ehemalige Forsthaus „Burgstall“ ihr erster Wohnort in der Region zusammen mit ihren Eltern Erna und Ewald Schade, mit ihrer 105 Jahre alt gewordenen Großmutter Frieda Fiebig und mit ihren beiden Brüdern Wilfried und Wolfgang war.

Ein „Bankeinbruch“ mit Folgen

Auslöser ihrer Aktivitäten war ein in die Jahre gekommener kleiner und seinerzeit ungepflegter Waldrastplatz an der Straße durchs Rottal. „Als ich mich das erste Mal auf die Bank setzen wollte, ist diese zusammengebrochen“ erinnert sie sich. Was eine Vorsprache beim zuständigen Forstrevierleiter zur Folge hatte, worauf der Rastplatz in Ordnung gebracht wurde.

Bei ihren Aufenthalten dort entdeckte sie die Vielfalt der heimischen Vogelwelt, die ihr schnell ans Herz gewachsen ist und sie dazu brachte, den Förster um die Erlaubnis für eine „Nistkastensiedlung“ zu bitten. Will heißen zur Anbringung von Nistkästen an Bäumen als Rückzugsorte und als Brutstätten für ihre gefiederten Freunde.

Wobei Brigitta Herith die Werbung für weitere Nistkästen und die Vorratshaltung für Vogelfutter und ihr „Mitstreiter“ Armin Bernlöhr die technische Abwicklung übernimmt. Diese besteht in der Bestellung der Nistkästen mit Kosten im unteren zweistelligen Bereich, in der Beschriftung mit den Vornamen der Spender und nach Absprache mit dem Forstrevierleiter im Anbringen an den Bäumen in der Nähe des erneuerten und während der wärmeren Jahreszeit zuweilen von Brigitta Herith und auch von Besuchern blumengeschmückten Rastplatzes.

Viel Lob und Anerkennung für die Initiative und für das außergewöhnliche Engagement der beiden Vogelschützer ist in dem in einem Behältnis und damit trocken untergebrachten „Gästebuch“ zu lesen.

„Wenn sie meine Stimme hören, kommen sie sofort geflogen“, freut sich Brigitta Herith jedes Mal, wenn sie ihr „Vogelrevier“ mit einem Lockruf aufsucht, wovon sich auch der Autor dieses Berichtes überzeugen konnte. Mit dem Anflug von Blau- und Kohlmeisen, Tannen- und Eichelhähern, Rotkehlchen, Kleibern und weiteren fliegenden Bewohnern des Waldes.

Mit dem Motorroller ins Grüne

Wie aber kommt die 84-jährige Vogelschützerin von ihrer Wohnung in Adelmannsfelden dort hin? Dank ihrer stabilen Gesundheit und Fitness noch im hohen Alter mit einem Motorroller unter Duldung von Förster Markus Binz über den ab der Burghardsmühle für den Fahrzeugverkehr gesperrten Forstweg. Und nicht nur bis zum idyllisch gelegenen Waldrastplatz darf sie fahren, sondern sogar noch etwas weiter bis zur Dechenberghütte, deren Mitbetreuung sie übernommen hat, um dort von Zeit zu Zeit nach dem Rechten zu schauen. Stets in der Hoffnung, dass diese ebenso wie der Rastplatz vor Vandalismus verschont bleiben möge, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

So ganz nebenbei ist die überaus rüstige Seniorin noch eine talentierte und begabte Bastlerin von hübschem Oster- und Weihnachtsschmuck, mit dem sie, soweit es die Corona-Verordnung erlaubt, immer wieder bei entsprechenden Märkten in der Region anzutreffen ist.

Vogelschützerin Brigitta Herith.
Zur "Arbeit" im Wald rauscht Brigitta Herith mit ihrem Motorroller.

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