Dollishäusle-West: neuer Anlauf

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Noch steht der Wasserturm allein auf weiter Flur. Künftig wird hier Adelmannsfeldens neues Baugebiet Dollishäusle-West entstehen, mit 15 Plätzen für Einfamilienhäuser und vier Bauplätzen für Reihenhäuser Im ersten Bauabschnitt..
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Hitzige Debatte im Rat ohne Einigung über den Quadratmeterpreis oder einen Vergabekriterienkatalog. Wie es nun weitergeht und was das für Bauwillige bedeutet.

Adelmannsfelden

Gut eineinhalb Stunden berieten die Rätinnen und Räte darüber, nach welchen Kriterien künftig Bauwillige in Adelmannsfelden zu einem Bauplatz im neuen Baugebiet Dollishäusle-West kommen können und welche Gewichtung dabei auf den einzelnen Kriterien liegen sollte. Am Ende vertagte sich der Gemeinderat auf die folgende Sitzung am 22. Juli.

Zu einer Abstimmung über die Festlegung des vorläufigen Bauplatzpreises kam es ebenfalls nicht mehr, auch dies soll die kommende Sitzung entscheiden, dann aber mit bereits festen Preisen.

Katalog soll Nachfrage lenken

Bürgermeister Edwin Hahn legte eingangs der Sitzung den Entwurf eines Vergabekriterienkatalogs vor. Orientiert hatte er sich dabei an der Mustervorlage des Gemeindetags Baden-Württemberg sowie an umliegenden Gemeinden, die bereits einen solchen Katalog aufgestellt hatten.

„Weder die Kriterien, noch die Gewichtung ist dabei in Stein gemeißelt“, schickte Hahn voraus, gab aber zu bedenken, dass die Vorlage nicht ohne Grund herangezogen wurde. Bei der Bauplatzvergabe müsse EU-Recht berücksichtigt werden. Auswärtige Bewerber auf Bauplätze müssten faire Chancen erhalten, einen Bauplatz zu bekommen. „Wenn wir alles umändern, gehen wir das Risiko ein, dass unser Katalog angreifbar wird.“ Warum das komplexe Regelwerk notwendig wird, verdeutlichte erneut das große Interesse der Öffentlichkeit. Ein gutes Dutzend Zuhörer verfolgte die Sitzung.

„Wir haben bereits über 20 Interessenten“, bestätigte Hahn. „Ich kann nicht entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Und bei einem Windhundverfahren haben wir gar keine Lenkungsmöglichkeit“, erklärte Hahn.

Kritik: Zu wenig Ortsbezug

Gemeinderätin Ursula Berroth war nicht einverstanden mit dem Katalog. „Junge, unverheiratete Paare aus dem Ort haben nach der Liste kaum Chancen, sich hier eine Zukunft aufzubauen, selbst mit Ehrenamt. Dabei wollen wir doch eigentlich genau das.“ Auswärtige, verheiratete Paare mit zwei Kindern beispielsweise bekämen mehr Punkte in dem vorliegenden System. Auch Gemeinderat Martin Beck kam der Ortsbezug zu kurz: „Rückkehrwillige Adelmannsfeldener, die nach dem Studium zurückziehen und hier erst eine Familie gründen wollen, haben kaum eine Perspektive. Sie werden wie Fremde behandelt.“

Es entspann sich eine lebhafte, teils emotionale Debatte um einzelne Kriterien und deren Gewichtung, die Edwin Hahn am Ende wieder einfing. „Wir müssen aufpassen, nicht alles zu zerreden. Wir brauchen ein handhabbares, nachvollziehbares Verfahren. Ansonsten bleibt nur das Windhundprinzip.“

Dies wolle niemand, darin waren sich die Räte einig. Einstimmig entschieden sie, die Vorschläge und Änderungswünsche in einen neuen Entwurf einzuarbeiten, auch wenn dies bedeute, dass zu Beginn der Erschließungsarbeiten noch kein Bauplatz verkauft sein kann.

Reizthema Einsparpotenziale

Richtig laut und persönlich wurde es im Rat, als die Kostenschätzung über das Einsparpotenzial durch den Verzicht auf Granitborde und Kreisverkehr bekannt wurde. Nach Berechnungen des Büros Grimm Ingenieure lassen sich durch Verzicht auf den Kreisel nur zwischen 30 000 und 90 000 Euro einsparen, also 2 Euro je Quadratmeter. Beim Granitbord sind es ebenfalls nur 0,75 Euro Einsparung. Damit gelinge es nicht, den Bauplatzpreis unter 160 Euro zu drücken, so Hahn, und stellte die Frage, ob mit den Erkenntnissen erneut über den Kreisel und die Borde abgestimmt werden sollte.

Nach hitzigem Wortaustausch stimmte der Rat mit fünf zu vier Stimmen und zwei Enthaltungen, den Bauplatzpreis auf die folgende Sitzung am 22. Juli zu vertagen. Dann liegen die Ergebnisse der Erschließungskosten vor und damit alle belastbaren Zahlen auf dem Tisch.

Bauwillige müssen sich weiter gedulden: Ohne verabschiedete Vergabekriterien und festgesetzte Bauplatzpreise kann das Bewerberverfahren auf die Bauplätze nicht starten.

Wir müssen aufpassen, nicht alles zu zerreden.“

Edwin Hahn, Bürgermeister Adelmannsfelden

Blick über den Tellerrand: Situation im Umland

Ellwangen ruft für Wannenfeld IV 175 Euro auf. Die im Entstehen befindlichen Gebiete „Traubfeld“ in Eggenrot und Neunheim kosten 170 bzw. 240 Euro, in Eigenzell bis zu 135 Euro. Hier sind aber inzwischen fast alle Bauplätze vergeben.

Neuler verlangt in Spagen IV je nach Lage zwischen 180 und 210 Euro.

Hüttlingen ruft für die letzten verfügbaren Plätze 370 Euro auf.

In Rosenberg sind aktuell keine freien Bauplätze vorhanden, ebenso wenig in Jagstzell und Bühlertann.

Bühlerzell hat noch freie Grundstücke für 90 Euro.

Sehr lange Wartelisten und/ oder Vergabeverfahren nach Punktesystem sind üblich.

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