Erstmals ist klar, was der Gemeinde genau gehört

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In das neue Baugebiet Dollishäusle-West will Adelmannsfelden im kommenden Jahr über 1,6 Millionen Euro stecken.
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Kämmerer Christian Fuchs studiert die Grundbücher und erfasst für die Eröffnungsbilanz sämtliche Sachwerte Adelmannsfeldens.

Adelmannsfelden

Die Verwaltung muss zum 1. Januar auf das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) umstellen. Das bedeutet einerseits, dass zu diesem Stichtag eine Eröffnungsbilanz erstellt werden muss – und andererseits, dass Adelmannsfeldens Kämmerer Christian Fuchs eine Menge Arbeit hinter sich hat. In der Sitzung des Gemeinderats am Freitagabend stellte er das Ergebnis vor.

Bevor es an die eigentliche Rechenarbeit für die Bilanz ging, stand erst monatelang eine detaillierte Bestandserfassung an. Beispielsweise: Grundbücher durchforsten. Jedes Flurstück anschauen. Wald, Wiese oder Bauplatz. Und dann kategorisieren und Werte ermitteln. „Ein echtes Sommergschäft“, meinte Fuchs. „Eine riesige Karte wäre jetzt eine schöne Fleißaufgabe. Dort festzuhalten, was der Gemeinde alles gehört. Das wissen wir jetzt zum ersten Mal wirklich.“

Um die Höhe des Sachvermögens der Gemeinde herauszufinden, musste er auch die Werte von Gebäuden, sämtlicher Infrastruktur wie Anlagen der Wasserversorgung oder Abwasserbeseitigung, die von Straßen, Fahrzeugen, Maschinen oder technischen Anlagen erfassen.

Ergebnis dieser Sisyphusarbeit: Adelmannsfeldens Sachvermögen beträgt gut 19,2 Millionen Euro, das Finanzvermögen knapp 860 000 Euro. „Zu diesem Posten, also dem des Sachvermögens, zählen auch Ausgaben für begonnene Maßnahmen, wie unsere Arbeiten im Bereich Breitband oder der Sanierung der Ölmühle“, erläuterte er.

Ins Finanzvermögen zählten liquide Mittel (gut 570 000 Euro) und privatrechtlich wie öffentlich-rechtliche Forderungen wie ausstehende Steuerzahlungen.Dieser Aktivseite stehe die Passivseite gegenüber, so Fuchs. Diese zeige auf, woher das Geld komme. Da hinein gehöre das Basiskapital mit gut 8,8 Millionen Euro, was eine Eigenkapitalquote von 43,88 Prozent bedeute, Rückstellungen (gut 710 000 Euro), Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen (gut 760 000 Euro) und – der größte Betrag – die Sonderposten: Das sind knapp 9,8 Millionen, die sich unter anderem aus Zuweisungen für Investitionen, Erschließungs-, Abwasser- und Wasserversorgungsbeiträgen und Zuschüssen für begonnene Maßnahmen zusammensetzen. Die Bilanzsumme betrage rund 20,11 Millionen Euro.

Bürgermeister Edwin Hahn und die Ratsmitglieder zollten Fuchs „Respekt und Anerkennung“ für seine tolle Leistung bei der aufwändigen Erstellung der Bilanz. Andere Gemeinden stellten dafür befristet eine extra Kraft ein, so Hahn. Er selbst sei bislang nicht überzeugt von der vom Land geforderten Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik. Viele Kollegen sähen das ähnlich. Das Land selbst wolle bei der Kameralistik bleiben.

Eine riesige Karte wäre jetzt eine schöne Fleißaufgabe.“

Christian Fuchs, Kämmerer

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