Opa Richard und Enkel Noah sind beste Freunde

+
Opa Richard und Enkel Noah sind ein eingespieltes Team. Beide sind Fans des TSV Adelmannsfelden.
  • schließen

Reicht die Verbundenheit zwischen Opa und Enkel aus, um darüber eine Geschichte zu schreiben? Einen Versuch ist es wert.

Adelmannsfelden.

Ist das überhaupt eine Geschichte, wenn sich zwei Menschen gut verstehen? Ist es eine Nachricht, dass Enkel und Opa ein tolles Team sind? Das liebe Leserinnen und Leser müssen Sie für sich entscheiden. Wenn es für Sie ganz normal ist, dann kann ich Sie nur beglückwünschen. Ich stelle Ihnen jetzt einfach einmal Noah (10) und Richard (75) vor.

Noah lernte ich bei dem Schulprojekt Zeitung in der Schule (ZiS) kennen. Ich fragte die Kinder, wie sie denn so in der Pandemie ihre Freizeit verbringen. Noahs erste Antwort war: „Ich gehe sonntags mit meinem Opa auf den Fußballplatz zum TSV Adelmannsfelden.“ Noahs erster Gedanke galt seinem Großvater.

Es ist ein nasskalter Sonntag. Der Fußballplatz in Adelmannsfelden ist ein echtes Prachtstück. Es ist ruhig an diesem Sonntag, an dem eigentlich ein Spiel stattfinden sollte, das aber kurzfristig wegen Corona abgesagt werden musste. Richard Groß und sein Enkel sind trotzdem gekommen. Sie sind zu Fuß gekommen, wie sie es bei den Heimspielen ihres Vereins immer machen. Opa trägt einen Fanschal. Die erste Mannschaft des TSV spielt in der Kreisliga A2. Noah und sein Opa haben bei den Heimspielen einen Stammplatz. „Block A“, sagt Opa Richard und Noah muss grinsen. Beide stehen nicht weit vom Eingang entfernt. Die Otto-Ulmer-Halle und damit der Bratwurststand bei den Heimspielen ist in Sichtweite. Der Kauf einer Stadionwurst gehört natürlich zum Ritual der beiden. Noah, selbst Fußballspieler, ist eher der ruhige Zuschauer, wobei „der Opa schon mal etwas lauter wird“, sagt Noah und lächelt seinen Opa an. Der zwinkert ihm zu und nennt sich selbst „etwas emotionaler“. Noah und Richard sind ein eingespieltes Team. Es herrscht zwischen beiden eine tiefe Verbundenheit. Psychologen sagen, dass es zuweilen schwer wird, ein enges Vertrauen aufzubauen, wenn Oma und Opa nur alle paar Monate einmal zu Besuch kommen. Noah wohnt neben seinem Opa. Die ganze Familie lebt Großfamilie. Neben Opa Richard und Enkel Noah leben ins Adelmannsfelden aus Noahs Sicht noch Oma Erika, Mama Sabine, Papa Frank und Schwester Lina.

Großeltern prägen Kinder

Opa Richard und Enkel Noah sind ein eingespieltes Team. Beide sind Fans des TSV Adelmannsfelden.

Dennoch ist das Verhältnis zwischen Opa und Enkel besonders innig. Fast schon unzertrennlich, beschreibt es die Familie. Beide spielen gerne (und lange) das Kartenspiel Skip Bo. Sie gucken gerne Skispringen zusammen. Opa Richard hat übrigens noch ein As im Ärmel. Der Opa kennt sich nicht nur „aufm Platz“ aus, sondern auch „im Wald“. 30 Jahre lang arbeitete er als Waldarbeiter beim staatlichen Forstamt. Wenn Opa Richard einmal seinen alten Traktor anwirft, um in den Wald zu fahren, braucht es keine hellseherischen Fähigkeiten um zu wissen, wo sich in diesem Moment wohl Noah befindet. Natürlich! In der Fahrerkabine beim Opa. Holz holen, Holz sägen, Reisig holen – oder einfach nur durch den Wald streifen und nach Tieren Ausschau halten – Walt Disney würde über diese Freundschaft sicherlich einen Film drehen.

Kindern erlauben, sie selbst zu sein

Ich war zwei Jahre alt als mein Opa starb. Meinen anderen Opa habe ich nie kennengelernt. Er fiel im Krieg. Großeltern prägen Kinder, weil sie Kindern erlauben, sie selbst zu sein. Es gibt eine Gelassenheit, die Großeltern von Eltern unterscheidet. Meine Omas waren immer Vermittlerinnen zwischen meinen Eltern und mir. Noah und Richard sind Opa und Enkelsohn, sie sind Kumpels, sie sind Fußballfans und Naturfreunde. Ist das schon genug, um in der Zeitung zu stehen? Diese Frage müssen Sie, liebe Leserinnen und Leser, für sich selbst beantworten. Meine Antwort kennen Sie, oder besser, Sie haben sie gerade gelesen.

Zurück zur Übersicht: Adelmannsfelden

Mehr zum Thema

Kommentare