Panzer auf der Leinenfirster Höhe

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Wie besonnene Bürger Schlimmeres für Adelmannsfelden verhinderten.

Adelmannsfelden. In der Ortschronik Adelmannsfeldens finden sich ausführliche Aufzeichnungen der letzten Kriegstage. Sie zeigen, wie der Ort knapp einer Zerstörung entging und welche Rolle beherzte Bürger Adelmannsfeldens dabei spielten.

Das Kriegsgeschehen erreichte den Ort erstmals Anfang April 1945, als die Amerikaner Crailsheim nach letztlich schweren Kämpfen mit der SS eingenommen hatten. Damals herrschte in Adelmannsfelden begründete Aufregung, denn dort lag, wie an vielen Orten in der gesamten Gegend, ebenfalls eine Marschkompanie der SS. Einmal läuteten nachts die Kirchenglocken zum Zeichen, dass die Amerikaner näher rückten, was sich aber als unwahr herausstellte.

Am Sonntag, 15. April 1945 bezog der von Norden abrückende Stab des 13. deutschen Armee-Corps unter General Bork in Adelmannsfelden Quartier. Der General wohnte mit seinen engsten Vertrauten im Schloss. Am Samstag, 21. April, waren die Amerikaner schon so nahe gerückt, dass auch mit einem Angriff auf Adelmannsfelden gerechnet werden musste. Ein schweres Unwetter, das wohl auch die Zerstörung Ellwangens durch einen geplanten Luftangriff verhinderte, verzögerte den weiteren Vormarsch der Amerikaner um letztlich einen Tag.

General Bork zog sich in der Nacht zum 22. April nach Neuler zurück. Dem General ist es wohl auch letztlich zu verdanken, dass die strikte Absicht der SS, den Ort zu verteidigen, nicht ausgeführt wurde.

Panzersperren beseitigt

Die SS hatte Panzersperren am Brünnele an der Steig, beim Lammwirt, an der Straßenenge bei Wagner, bei Schmied Wemmer und bei Molker Bernlöhr errichtet. Diese wurden von besonnenen Bürgern, insbesondere dem Lammwirt und Schmied Wemmer, noch kurz vor Eintreffen der Amerikaner beseitigt.

Dem Lammwirt gelang es auch, die Herausgabe des Schlüssels zu den im Schuppen der Darlehenskasse gelagerten Panzerfäuste an die Abordnungen der Aalener HJ so lange hinauszuzögern, bis diese am frühen Nachmittag des 22. Aprils mit den letzten Resten der SS-Kompanie schließlich gen Burghardsmühle abzogen. Dies geschah, kurz bevor die amerikanischen Panzerspitzen anrückten. Die amerikanische Besetzung erfolgte schließlich von der Straße an der Hammerschmiede aus, vom Loh und von der Steig.

Auf der Leinenfirster Höhe standen unterdessen amerikanische Panzer. Wäre im Ort ein Schuss gefallen, hätten diese das Feuer eröffnet. Doch so erfolgte schnell und ohne Zwischenfall die Besetzung gegen 16 Uhr. Der Tag war klar, fast sonnig.

Gemeindebote Berroth rief im Ort den amerikanischen Befehl aus, dass sich alle Bewohner in die Häuser zu begeben hätten und alle Männer um 18 Uhr am Rathaus melden sollten. Schusswaffen, Fotoapparate und Ferngläser sollten dann abgegeben werden.

Die Kampftruppe der Amerikaner blieb nur über Nacht. Etwa 20 Mann unter der Führung eines Leutnants bezogen Quartier im Schloss und wurden am Folgetag durch eine weitere durchziehende Einheit abgelöst, die zwei Tage blieb, bevor sie durch eine Polizeitruppe ersetzt wurde. Nach weiteren 14 Tagen rückten weitere amerikanische Truppen nach. Etwa 250 Mann bezogen dauerhaft Quartier, der Captain der Einheit im Haus von Professer Krauss. Ihre Schreibstube richteten die Amerikaner im Amtszimmer des Pfarrhauses ein. Ende Oktober zog die Besatzungstruppe schließlich ab.

Mit Ausnahme eines deutschen Jagdfliegers, der am 25. April gegen 22 Uhr in einer hellen Mondnacht die amerikanischen Fahrzeuge im Pfarrgarten beschoss, kam es in der gesamten Besatzungszeit zu keinen weiteren Ereignissen. Das Einvernehmen der Bevölkerung mit der Besatzungstruppe war gut, ja sogar freundschaftlich.

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