Sanierung im Wasserwerk lässt die Preise für Verbraucher steigen

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Lorenz Eitzenhöfer von der Ostalbwasser Ost GmbH (links knieend) erläuterte dem Gemeinderat Adelmannsfelden die gemachten Sanierungsarbeiten im Wasserwerk Ölmühle.
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Adelmannsfeldens Gremium besichtigt im Wasserwerk Ölmühle, was dort alles inzwischen saniert wurde. In der Sitzung danach ging es um die Zukunft der Wasserversorgung am Ort.

Adelmannsfelden

Das Wasserwerk Ölmühle in Adelmannsfelden ist in die Jahre gekommen. Die technische und elektrische Ausstattung bedurfte jeweils einer dringenden Sanierung. Der Gemeinderat hat sich ein Bild von den teuren Baumaßnahmen gemacht.

„Es hat sich beim Wasserwerk Ölmühle einiges getan. Leider hat sich die Sanierung wegen Corona und Lieferschwierigkeiten hingezogen und dauerte eineinhalb Jahre“, sagte Bürgermeister Edwin Hahn bei der Begrüßung der Gemeinderäte am Wasserwerk Ölmühle. Seit Juni dieses Jahres läuft der reguläre Betrieb.

„Die Sanierung im Wasserwerk unter laufendem Betrieb hat sich als Herausforderung erwiesen“, erklärte der Geschäftsführer der Ostalbwasser Ost GmbH, Ellwangen, Lorenz Eitzenhöfer. Die Technik wurde um eine Aktivkohlefilteranlage ergänzt. Außerdem wurde die Verrohrung geändert und die nun in Edelstahl ausgeführt. Daneben wurde die Elektrik mit Schaltschrank erneuert. Jetzt muss noch der Reinwasserbehälter auf Vordermann gebracht werden, so Eitzenhöfer.

Gebühren werden steigen

Die Kosten der Sanierungsmaßnahme mit der Herstellung der technischen und elektrischen Ausstattung und der Ingenieurleistungen bezifferte Bürgermeister Hahn auf 762.000 Euro. „Leider gibt es dafür keine Zuschüsse. Die Gemeinde muss die Kosten selbst tragen“, bedauerte er. Die Kosten schlagen auf die Gebührenzahler durch.

Gemeinderätin Ulrike Schmid befand: „Wir sind sehr glücklich, dass wir eigene Quellen für die Wasserversorgung in hervorragender Qualität haben. Das Geld ist gut investiert. Ich bin froh, dass wir uns für diese Sanierung entschieden haben.“

Viele Mängel festgestellt

Im Gemeinderat danach wurde dem Gremium ein aktualisiertes Konzept zur Rohrnetzberechnung in Adelmannsfelden vorgestellt mit Verbesserungsvorschlägen für die Trinkwasserversorgung. „Bei der Sanierung der technischen Ausstattung des Wasserwerks Ölmühle wurde festgestellt, dass die Decke des Reinwasserspeichers erhebliche Mängel aufweist. Eine Sanierung oder die Erneuerung ist erforderlich. Außerdem wird das Wasserversorgungssystem um das in der vor zehn Jahren gemachten Untersuchung noch nicht berücksichtigte Baugebiet Dollishäusle-West erweitert“, erläuterte Bürgermeister Hahn.

Jetzt geht es um die Frage, wie man die Wasserversorgung in Adelmannsfelden in der Zukunft sicherstellt, gerade im Hinblick auf eine Neubebauung.

Bei der Präsentation des aktualisierten Rechennetzmodells durch Dr. Esad Osmancevic von der RBS Wave GmbH Stuttgart wurden der Wasserverbrauch und -bedarf für unterschiedliche Lastfälle ermittelt und eine Wasser- und Speicherbilanz erstellt. Der Pro-Kopf-Wasserverbrauch wurde transparent gemacht, Tagesspitzenverbrauche, die Versorgungsdrucke und auch der Feuerlöschbedarf.

Fazit: Durch das Neubaugebiet „Dollishäusle-West“ geht die Berechnung von einer steigenden Bevölkerungszahl in Adelmannsfelden aus, von 1741 im vergangenen Jahr auf 1941 im Jahr 2035, was einen erhöhten Wasserbedarf bringt.

Ein erkanntes Übel sind immer wiederkehrenden Rohrbrüche in der Gemeinde. „Eine Reduzierung hier sorgt für weniger Wasserverlust. Die ständige Überprüfung des Rohrnetzes tut daher not“, betonte Bürgermeister Hahn.

Wasserspeicher zu gering

Adelmannsfeldens Wasserspeicherraum ist für den derzeitigen Bedarf nicht ausreichend. Der Neubau eines Hochbehälters mit einem Volumen von 700 bis 800 Kubikmeter und einer Druckerhöhungsanlage wird empfohlen, bei gleichzeitiger Stilllegung des Wasserturms Langäcker.

Auch soll der Hochbehälter „Am Friedhof“ stillgelegt und künftig als Löschwasserbehälter genutzt werden. Daneben sollen verschiedene Leitungen ausgetauscht werden.

Bei einer Umstellung der Wasserversorgung würde der Bau eines Erdbehälters im Bereich des Wasserturms Langäcker nötig. Dieser würde 1,2 Millionen Euro kosten.

Nun gilt es Instandhaltungsstrategien zu entwickeln und die bestehenden Anlagen weiter zu optimieren. Gemeinderat Martin Beck fragte auch im Hinblick auf die Kosten: „Wie können wir das Thema Hochbehälter schieben?“ Dr. Osmancevic nannte hier einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. Er merkte jedoch an: „Man muss so schnell wie möglich in die Planungen einsteigen. Wir brauchen einen Hochbehälter und eine bestmögliche Versorgungssicherheit.“

Der Gemeinderat verständigte sich am Ende darauf, den Untersuchungsbericht dem Technischen Ausschuss mit den Verbesserungsvorschlägen zum Versorgungssystem zur Vorberatung vorzulegen. Dieser soll dann für den Gemeinderat einen entsprechenden Entscheidungsvorschlag erarbeiten.

Loren Eitzenhöfer von der Ostalbwasser Ost GmbH (links) erläuterte dem Gemeinderat Adelmannsfelden die gemachten Sanierungsarbeiten im Wasserwerk Ölmühle.
Der Gemeinderat Adelmannsfelden begutachtete die Sanierungsmaßnahmen im Wasserwerk Ölmühle.
Der Gemeinderat Adelmannsfelden begutachtete die Sanierungsmaßnahmen im Wasserwerk Ölmühle.

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