Wasser und Abwasser werden teurer

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Trinkwasser wird teurer in Adelmannsfelden. Das Abwasser aber auch.
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Was die Neukalkulation ergeben hat und was das für Haushalte konkret bedeutet. Und warum die Gemeinde ihre Einnahmequellen ausschöpfen muss.

Adelmannsfelden

Im März beschloss der Gemeinderat, die Neukalkulation der zunehmend komplexer werdenden Abwassergebühren an ein externes Wirtschaftsberatungsbüro zu vergeben. Inzwischen liegt die Kalkulation für die Schmutz- und Niederschlagsgebühr vor. Die Gebühr für den Kubikmeter Schmutzwasser steigt demnach von 2,11 Euro auf 3,29 Euro.

„Das ist ein drastischer Anstieg“, erklärte Bürgermeister Edwin Hahn. Dieser kommt zustande, weil aus der Kalkulation des vorigen Zeitraums eine Überdeckung von rund 83 000 Euro ausgeglichen werden muss, „ansonsten lägen wir bei 2,83 Euro.“

Zudem sollte eine Unterdeckung von 42 000 Euro ebenfalls ausgeglichen werden. „Das ist zwar kein Muss, aber nicht ratsam“, so Hahn. „Wenn wir das nicht einfordern, bekommen wir Probleme, wenn wir Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock benötigen“, mahnte Hahn.

Im Hinblick auf die Finanzlage der Kommune rate er daher dringend davon ab, davon nicht Gebrauch zu machen. „Wir haben bei der Sanierung der Hölderlinstraße böse Erfahrungen gemacht, weil wir 2011 auf diesen Ausgleich verzichtet haben.“ Damals sind Fördergelder vollständig abgelehnt worden, weil die Gemeinde nicht alle Einnahmequellen ausgeschöpft habe. Die Niederschlagswassergebühr steige künftig um 6 Cent auf 0,54 Euro je Kubikmeter.

Beim Trinkwasser steigt die Gebühr von 2,24 Euro auf 2,57 Euro. Zwar wäre hier theoretisch ohne Ausgleich der Überdeckungen sogar eine Senkung auf 2,13 Euro möglich, aber nicht ratsam, so Hahn. Hintergrund sind auch hier die vorgesehenen und absehbaren anstehenden Investitionen bis 2024. „Wenn wir auf die Mehreinnahmen von rund 37 000 Euro pro Jahr verzichten, kostet uns das Zuschüsse bei der Anlagensanierung“, gab Hahn zu bedenken. Angesichts bereits absehbarer Kosten von 1,5 Millionen Euro wäre das fatal.

Konkret bedeutet dies, dass für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit 120 Kubikmetern Frischwasserverbrauch und 150 Quadratmetern versiegelter Fläche die Kosten von 607 auf 805 Euro im Jahr steigen. „Das ist viel Geld“, bedauerte Hahn, „aber angesichts der Anforderungen an Trinkwasser- und Abwasserversorgung unvermeidlich“. Der Gemeinderat folgte der Kalkulation einstimmig.

„Wir haben böse Erfahrungen gemacht.“

Edwin Hahn, Bürgermeister

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