Wasserversorgung: Neue Rohre und mehr Speicherkapazität für Adelmannsfelden

+
Der Wasserturm ist 100 Jahre alt und nicht mehr sanierbar. Die Gemeinde braucht dringend ein höheres Speichervolumen und will dafür einen neuen Hochbehälter beim Turm bauen. Tendenziell unterirdisch.
  • schließen

Das Rohrnetz ist in die Jahre gekommen, auch ein neuer Behälter soll her. Wo die Gemeinde im Haushalt Prioritäten setzen will.

Adelmannsfelden

Wie sieht der Haushalt fürs kommende Jahr aus und wie kann Adelmannsfelden die Trinkwasserversorgung verbessern, die Problempunkte in Angriff nehmen? Dies waren die Schwerpunkte, mit denen sich die Gemeinderäte bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend in der Otto-Ulmer-Halle befassten.

Leitungen: Das Rohrnetz braucht eine Erneuerung. Das zeigt die Karte, die Bürgermeister Edwin Hahn in der Sitzung vorlegte. Dort ist eingezeichnet, wo es in den vergangenen acht Jahren mehrfach zu Rohrbrüchen kam. Ein Bereich ist nördlich des Hauptorts Richtung Vorderwald entlang der L1073. Diesem haben Technischer Ausschuss und die Verwaltung in Zusammenarbeit mit Planungsbüro und Bauhofleiter Hermann Bareis die Prioritätskategorie 1 gegeben. Auf rund 740 Metern soll im kommenden Jahr hier die Rohrleitung ausgewechselt werden. 2023 folgt dann mit fast einem Kilometer zu erneuernder Leitung der Bereich um Stöcken, bei dem es 16 Rohrbrüche gegeben hatte. Weiter geht’s anschließend in Mäder und Wendenhof.

Hochbehälter: Hahn sagte: „Die RBS wave hat uns dringend geraten, in einen Hochbehälter mit größerem Speichervolumen zu investieren, um bei Versorgungsstörungen den Zeitraum, in dem die Wasserversorgung überbrückt werden kann, zu verlängern.“ Als Nebeneffekt habe die Untersuchung durch die RBS wave ergeben, dass bei der Reinwasserkammer im Wasserwerk Ölmühle, die saniert werden muss, ein Fassungsvermögen von 70 Kubikmeter ausreicht. Es kann um über die Hälfte reduziert werden.

Hier drängten die Räte darauf, dass das Büro verschiedene Möglichkeiten für die Umsetzung in Betracht zieht und durchkalkuliert.„Die OWO hat uns empfohlen, der Schaffung von neuem und zusätzlichem Speichervolumen Vorrang zu geben“, berichtete der Verwaltungschef. Der Hochbehälter am Friedhof mit 200 Kubikmetern habe rund 100 Jahre auf dem Buckel und sei nicht mehr sanierungsfähig. Auch die Wasserkammer im Wasserturm - genauso groß - sei mit einem Alter von gut 65 in die Jahre gekommen.

Der neue Behälter soll ein Volumen von 700 Kubikmetern haben. „Das sind 100 Kubikmeter mehr als in der Planung von 2009. Da müssen wir eine Risikoabwägung machen zwischen den Mehrkosten und der zusätzlichen Sicherheit durch das höhere Speichervolumen“, sagte Hahn.

Die Bauweise: Der Technische Ausschuss habe sich gegen eine überirdische Ausführung ausgesprochen, da diese das Landschaftsbild an dieser exponierten Stelle beeinträchtige. Die Adelmannsfelder Räte entschieden, die OWO um ein Angebot für die Planung eines neuen Behälters zu bitten. Dort sollen dann beide Größen - 600 und 700 Kubikmeter – als bessere Entscheidungsgrundlage berechnet werden.

Das Ziel: Bis Ende September 2022 will man mit den Planungen so weit sein, dass Zuschüsse beim Förderprogramm Wasserwirtschaft 2023 beantragt werden können. Manche Arbeiten sollen gleichzeitig mit dem Breitbandausbau ausgeführt werden.

Haushalt 2022: Im Dezember wird zwar erst entschieden, doch Kämmerer Christian Fuchs stellte den Ratsmitgliedern den geplanten Haushalt 2022 schon einmal vor. Im Ergebnishaushalt sei die Gewerbesteuer relativ hoch angesetzt, der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer liege bei einer guten Million Euro, die Erhöhung der Abwassergebühren sei bei einem Betrag von knapp 300 000 Euro zu spüren.

Auf der Ausgabenseite gebe es eine Steigerung bei den Personalkosten auf über 900 000 Euro, der Zuschuss für den Kindergarten betrage knapp 400 000 Euro. „Ich gehe davon aus, dass wir den Ergebnishaushalt ausgleichen können. Das wäre geschafft.“

Investitionen: Bei den investiven Maßnahmen sei der Breitbandausbau der weißen Flecken ein „großer Brocken“, die Erschließung des ersten Bauabschnitts des Baugebiets „Dollishäusle West“ ein weiterer mit 4,3 Millionen Euro. Durch Bauplatzverkäufe, Breitbandförderung und Ausgleichstock komme man auf 4,1 Millionen investive Einzahlungen.

Pro-Kopf-Verschuldung: Ein Darlehen, das die Pro-Kopf-Verschuldung von 379 auf 586 Euro erhöhe, müsse aufgenommen werden. „Wir sind zur Zeit in Dimensionen, die wir sonst nicht hatten. Das liegt an einigen Maßnahmen, die parallel sein müssen“, erläuterte Hahn.

Zurück zur Übersicht: Adelmannsfelden

Mehr zum Thema

Kommentare