Wo Adelmannsfelden investiert

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In das neue Baugebiet Dollishäusle-West will Adelmannsfelden im kommenden Jahr über 1,6 Millionen Euro stecken.
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Haushalt Die Gemeinde will im nächsten Jahr über 4,3 Millionen Euro in verschiedene Projekte stecken. Was die größten finanziellen Brocken sind. Und warum geringere Kredite nötig sind.

Adelmannsfelden

Das ist nun unser dritter doppischer Haushalt“, erinnerte Bürgermeister Edwin Hahn. In den vergangenen beiden Jahren habe es immer erst im Januar geklappt, den Etat zu verabschieden. Diesmal hat es noch vor Jahresende geklappt. Hahn: „Er ist besser ausgefallen als befürchtet.“ Kämmerer Christian Fuchs erklärte in der Sitzung des Gemeinderats in der Otto-Ulmer-Halle, wieso: „Es zeichnet sich eine verbesserte Entwicklung ab. Prognostiziert sind nun circa 934 000 Euro Einnahmen aus Gewerbesteuern.“ Das seien rund 700 000 Euro mehr, als angenommen.

Auch sonst präsentiere sich der Haushaltsplan 2022 recht robust: Die drei größten Einnahmequellen der Gemeinde seien der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, die Schlüsselzuweisungen vom Land und die Gewerbesteuer. Alle drei wiesen eine positive Tendenz auf und das deute darauf hin, dass sich die Wirtschaft von den Lockdowns wider Erwarten erholt habe, sagte Hahn. Doch die Situation sei fragil und nur schwer planbar: „Es bleibt spannend.“

„Wir rechnen mit einem Zahlungsmittelüberschuss im Ergebnishaushalt in einer Höhe von knapp 430 000 Euro.“ Das sei erfreulich, so Fuchs. Für 2021 hatte man ein Defizit von rund 434 000 veranschlagt. „Das wird zum Glück wegen des besseren Haushaltsverlaufs nicht eintreten“ und so könnten die im Ergebnishaushalt 2022 verbuchten Abschreibungen in Höhe von knapp 720 000 Euro erwirtschaftet werden. Die November-Steuerschätzung habe die Situation im Ergebnishaushalt des kommenden Jahres um fast 125 000 Euro verbessert. Das habe zur Folge, „dass wir nur einen Kredit in der Höhe von 150 000 Euro brauchen. Statt wie im November noch angenommen einen über 270 000 Euro.“

Die neue Reinwasserkammer für das Wasserwerk Ölmühle, der Breitbandausbau der „Weißen Flecken“, die Erneuerung von Gemeindeverbindungsstraßen, der Straßenbau im neuen Baugebiet Dollishäusle-West sowie die Abwasserbeseitigung und das Regenüberlaufbecken dort – das sind die größten finanziellen Brocken, die 2022 für Adelmannsfelden anstehen. Investitionen von über 4,3 Millionen stünden an. Das sei schon ein „stolzes Volumen“, so der Bürgermeister.

Die Verschuldung Adelmannsfeldens liege zum Jahresende 2021 bei gut einer Million Euro. Im Laufe des kommenden Jahres werde vermutlich noch ein Kredit in Höhe von 500 000 Euro nötig. Die Pro-Kopf-Verschuldung werde dann Ende 2022 zwar wohl unter der magischen Grenze von 1000 Euro pro Einwohner liegen, doch: „In den Folgejahren wird unser Spielraum für weitere Kredite mehr als begrenzt sein“, kündigte der Kämmerer an. Zumindest, solange der Haushalt sich im Lauf des Jahres nicht besser entwickle als geplant. „Selbst wenn wir weiter hohe Gewerbesteuereinnahmen haben, wird 2023 wohl ein schwieriges Jahr werden aus heutiger Sicht, da ein erklecklicher Teil des Gewerbesteuerzuwachses aus 2021 wieder abgeschöpft wird“, vermutet die Gemeindeverwaltung.

  • Warum Wasser und Abwasser teurer wird
  • Das Landratsamt hat die Gemeinden aufgefordert, sämtliche Steuerungs- und Serviceleistungen „verursachungsgerecht“ mit den einzelnen Produkten zu verrechnen. Zu deutsch: Künftig werden beim Thema Abwasserbeseitigung die Personalausgaben der Gemeindeorgane und der Finanzverwaltung – nicht nur wie bisher die des Bauhofs – im internen Haushalt verrechnet. „Die Kosten waren schon vorher da, werden jetzt aber anders umgelegt“, erklärt Kämmerer Christian Fuchs. Das bedeute auf jeden Fall eine spürbare Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren für die Bürger.

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