Albert Maier entlarvt Bürgerschätze

+
Der Kunstexperte Albert Maier (links) warf am Samstag beim Kaufland seinen kritischen Kennerblick auf die vermeintlichen Schätze der Gäste. Auch Elfriede Abele (rechts) aus Röhlingen war mit von der Partie und war gespannt auf Maiers Expertise.
  • schließen

Kostbarkeiten von billigem Imitat unterscheiden: Wie der Kunstexperte Albert Maier am Samstag vor dem Kaufland alte Uhren, Kunstguss, Schrezheimer Fayencen und vieles mehr bewertete.

Ellwangen-Neunheim. Der renommierte Kunst- und Schätzexperte Albert Maier gab sich am Wochenende beim Kaufland die Ehre. Dort war seine Expertise gefragt. Rund 30 Interessierte hatten sich angemeldet, um ihre etwa 60 Schätzchen und Schätze genauer unter die Lupe nehmen zulassen.

Vor dem Kaufland-Supermarkt, direkt neben dem Eingang am Parkplatz, gaben sich am Samstag zahlreiche Hobby-Antiquitätensammler die Klinke in die Hand. Denn eben dort wartete der auf einem Podest sitzende wort- und redegewandte Albert Maier auf all das, was ihm unter die Nase gehalten wurde. Mit seinem Markenzeichen, dem Strohhut auf dem Kopf, und mit seinen kritischen und sachkundigen Kenneraugen nahm er Raritäten und Kuriositäten unter die Lupe. Bekannt geworden ist Maier in ganz Deutschland vor allen Dingen durch die ZDF-Trödel-Show „Bares für Rares“.

Die 68-jährige Elfriede Abele aus Röhlingen war neugierig und brachte ein großformatiges mit einem „vergoldeten“ Holzrahmen eingefasstes Landschaftsbild vorbei: „Was meined se, isch des Bild was wert ?“ Das Urteil des gewieften Kunstexperten ließ nicht lange auf sich warten. Fast schon wie aus der Pistole geschossen bemerkte Maier messerscharf: „Das Bild ist mit Spachtel-Technik schnell mal so dahingeschludert worden. Es ist ein typisches Bild, wie es zuhauf in den 50-er Jahren von Hobby-Malern abgeliefert wurde. Solche Maler sind heute nicht gefragt. Mehr wie 150 Euro dafür sind nicht drin. Tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen.“
Aber Elfriede Abele hatte auch noch eine Skulptur, einen schwarzen Rappen, in Form einer Kunstguss-Statue mitgebracht, die früher bei SHW in Wasseralfingen hergestellt wurde. „Sowas wird heute zwischen 80 und 100 Euro gehandelt“, meint Albert Maier knapp und fix packt Elfriede Abele Bild und die Statue wieder sicher ein. „Jetzt muss i net dauernd drüber nachdenka, ob’s vielleicht viel wert isch. Dann kommt hait alles wieder rauf auf’n Dachboda“, lacht die Röhlingerin.

So manches scheinbar wertvolle Kunststück entpuppte sich nach eingehender Prüfung an diesem Tag als Imitat, Druck und fast wertloser Trödel, sehr zum Bedauern der Gäste, die ihre Pretiosen zum Schätzen vorbeibrachten.

Aber es gab auch einige kostbare Schätze: Der 63-jährige Andreas Nagy aus Ellwangen etwa brachte eine kostbare Herrenarmbanduhr der Schweizer Manufaktur BWC mit. „Die Pilotenuhr ist in passablem Zustand und filigran gearbeitet, das erkennt man sofort. So 400 bis 500 Euro dürften für die Uhr drin sein“, beurteilte Albert Maier nach eingehender Begutachtung.
Auch einige Heiligen- und Ikonenbilder landeten im Anschluss zur Sichtung auf dem Tisch Maiers, der immer wieder bemerkte: „Das ist leider kein Original sondern nur ein Druck. Außerdem ist das Bild verglast, ein sicheres Zeichen dafür, dass es kein Original ist.“

Den Gästen hat die Kunstschätzaktion in Neunheim auf jeden Fall viel Spaß gemacht. „Es ist doch gut, die Menschen über den Wert ihrer Schätze aufzuklären. D müssen sie nicht weiter darüber grübeln“, sagt am Ende ein zufriedener Albert Maier und raucht gelassen eine Zigarette.

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

Kommentare