Alle sind Berufene und Gesandte

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Zahlreiche Pfarrer und Geistliche beteiligten sich am Festgottesdienst im Missionshaus in Josefstal.
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Die Comboni-Missionare feiern das 100-jährige Bestehen ihres Ellwanger Missionshauses mit einem Festgottesdienst in Josefstal.

Ellwangen-Schleifhäusle

An Lichtmess 1920 kamen die ersten Comboni-Missionare in Schleifhäusle an und gründeten hier ihre erste Niederlassung in Deutschland. Nachdem es coronabedingt bereits zweimal verschoben worden war, feierten die Missionare am Sonntag ihr Jubiläum mit rund 500 Menschen. Zum Festgottesdienst in der Kapelle des Missionshauses Josefstal kamen nicht nur Freunde, Gönner und Gläubige der dortigen Weggemeinde sondern auch viele Geistliche, allen voran Weihbischof Thomas Maria Renz. Der Gottesdienst wurde auf Bildschirme auf dem Vorplatz und in das aufgestellte Zelt sowie im Internet übertragen, weil längst nicht alle in der Kapelle Platz hatten.

Der Provinzobere Pater Hubert Grabmann begrüßte die Gäste, darunter Vertreterinnen und Vertreter der anderen Ellwanger Ordensgemeinschaften, vieler befreundeter Gruppen wie die Jungen Missionare (Jumis), der Missionare auf Zeit (MAZ), des Ellwanger Friedensforums, des Treffpunkts NordSüd, des Freundeskreises Asyl und anderer.

Der Weihbischof betrachtete in der Predigt das "Geheimnis der Berufung" der Missionare und entwickelte ausgehend von den Lesungen den Gedanken, dass alle Christen Gesalbte und Ausgesandte Gottes seien, die Frieden und Erbarmen zu den Menschen bringen sollen, mit Herzenskenntnis und Lebenshingabe wie der gute Hirte im Johannesevangelium. "Es ist das Lebensprogramm von Jesus selbst, das die Combonis wie die Missionare seit allen Zeiten leben", sagte Renz.

Als "Gaben" wurden am Altar Dinge abgelegt, die für das stehen, was die Comboni-Missionare in den vergangenen 100 Jahren zu den Menschen hier im Raum gebracht haben: Bilder, eine Bibel, eine Kerze, eine Gitarre, sowie ein Kelch mit Wein und eine Schale mit Brot. Im Gedenken an P. Bernhard Riegel, der jetzt im Hospiz gestorben ist, wurde die Kommunion verteilt.

Danach wurden Briefe der Comboni-Schwestern und des Generalrats in Rom sowie des Bischofs Gebhard Fürst verlesen. Oberbürgermeister Michael Dambacher würdigte das Schaffen der Comboni Missionare in Ellwangen, von dem die ganze Stadt profitiert habe, weil sie die Spiritualität eines weltoffenen Hauses empfangen durfte. In den 1960-er Jahren seien von 600 Schülern am Ellwanger Gymnasium 120 Seminaristen des Josefinums gewesen. Die KIM-Bewegung, die Werkstatt solidarische Welt, das Eine-Welt-Fest, davon seien Impulse für die ganze Bürgerschaft ausgegangen. "Die Combonis waren Vordenker von Themen, die heute alle beschäftigen", sagte Dambacher und meinte, das Verhältnis zur Stadtverwaltung sei in der ganzen Zeit offenbar gut gewesen, denn im Stadtarchiv gebe es kaum Korrespondenz. Der OB dankte den Missionaren für ihr Schaffen und wünschte, dass sie weiter so wirken möchten.

Bruder Alberto Lamana von der Provinz Spanien, der lange im Südsudan gearbeitet hat, brachte die Grüße des Generaloberen und P. Hubert Grabmann dankte am Ende allen, die sich für die Comboni Missionare eingesetzt und Unterstützung für das heutige Fest geleistet hatten. Besonders erwähnte er Bruder Hans Eigner als Organisator und die Comboni Singers, die mit ihrer begeisternden Art auch diese Feier wieder zu einem Fest gemacht hätten. Nach dem Segen des Bischofs traf man sich auf dem Platz zu Gesprächen und einer Portion Linsen und Spätzle. Die Stammtischmusikanten aus Rosenberg spielten auf und man konnte sich an Stellwänden zur Geschichte der deutschsprachigen Provinz und zu Aktivitäten der mit den Combonis verbundenen Gruppen und Organisationen informieren.

Am Nachmittag sprach Pater Reinhold Baumann mit vielen Anekdoten und Erinnerungen über die Ereignisse dieser 100 Jahre, von denen er den größten Teil selbst miterlebt hatte. Sein Vortrag war illustriert mit Fotos, auf denen sich mancher der Zuhörer wiederfinden konnte. Gerhard Königer

Rund 500 Menschen kamen zur Feier der Comboni Missionare. Viele verfolgten den Festgottesdienst auf Bildschirmen im Freien. Übertragen wurde auch live im Internet.
Weltladen, Friedensforum und andere Gruppen präsentierten sich mit Ständen und Plakaten.
Weihbischof Thomas Maria Renz ging in der Predigt auf die Motivation der Missionare ein.
Weihbischof Thomas Maria Renz ging in der Predigt auf die Motivation der Missionare ein.
Weltladen, Friedensforum und andere Gruppen präsentierten sich mit Ständen und Plakaten.
Die Stammtischmusikanten aus Rosenberg spielten zum Mittagessen auf.
Mit dabei waren auch Comboni-Missionare und weitere Gäste aus Afrika.

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