Anlauf für drei L 1060-Umfahrungen

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Zöbingen aus der Vogelperspektive. Der Kreistag macht sich auch hier stark für eine Ortsumfahrung. Die soll im Norden um den Ort herum führen.
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Der Kreistag macht sich geschlossen stark für die rasche Planung von Ortsumgehungen in Eggenrot, Röhlingen und Zöbingen. Sofortmaßnahmen sollen schnelle Verbesserungen bringen.

Unterschneidheim

Die Wirtschaft entlang der L 1060 entwickelt sich prächtig. Das bringt jedoch viel Verkehr auf die Straße und vor allem in die Ortsdurchfahrten. Deshalb hat der Landkreis im Herbst 2020 beim Verkehrsministerium beantragt, im Zuge der Fortschreibung des Landes-Generalverkehrsplans die L 1060-Umfahrungsstrecken in den Maßnahmenplan aufzunehmen. Mit Erfolg. Neu aufgenommen wurden als Neubaumaßnahmen Umfahrungen für Eggenrot, Röhlingen und Zöbingen.

Der Kreistag hat sich am Dienstagabend erneut mit den Umfahrungen befasst. Resultat: Der Landkreis beantragt nun beim Landesverkehrsministerium, mit der Planung der drei Umfahrungen zu beginnen. Das sei möglich, weil inzwischen die Untersuchung der Verkehrsströme im Zusammenhang mit einer neuen B 29 von der Röttinger Höhe nach Nördlingen abgeschlossen sind. Diese zeigten, dass die Planung der B 29n und der L 1060 im Bereich Röhlingen, Eggenrot und Zöbingen unabhängig zu betrachten sind. Notwendigkeit und Dringlichkeit der L 1060-Projekte würden durch Realisierung der B 29n, egal in welcher Variante, nicht in Frage gestellt. Damit sei der von Verkehrsminister Hermann aufgeworfene Vorbehalt ausgeräumt. Erledigen will die Planung der Landkreis nun im Auftrag des Landes so rasch wie möglich.

Ortsumfahrung Eggenrot: Die Ortsumfahrung Eggenrot soll auf etwa 1,4 Kilometern Länge nordöstlich um den Ort herumgeführt werden. Eine Machbarkeitsstudie von 2012 veranschlagte die Gesamtkosten auf 4,6 Millionen Euro. Die durchschnittlichen Verkehrsmengen dort betrugen 2019 rund 5000 Kfz/Tag, wovon 670 Fahrzeuge/Tag Schwerverkehr waren.

Ortsumfahrung Röhlingen: Die durchschnittlichen Verkehrsbelastungen werktags dort betrugen in der Analyse 2020 rund 12.100 Kfz/Tag, die Anzahl der Schwerverkehrsfahrzeuge 1240 Kfz/Tag. In einer von der Stadt Ellwangen beauftragten Machbarkeitsstudie von 2010 wurden verschiedene Varianten aufgezeigt, die Röhlingen, beginnend an der L 1029 von Süden kommend, im Westen und Norden umfahren, um dann östlich in die L 1060 zurückzuführen. Je nach Variante liegen die Baulängen zwischen 4,03 und 5,23 Kilometer, die damals geschätzten Kosten betragen zwischen 25 und 30 Millionen Euro.

Ortsumfahrung Zöbingen: Die durchschnittlichen Verkehrsbelastungen werktags dort betrugen in der Analyse 2020 rund 7900 Kfz/Tag, die Anzahl der Schwerverkehrsfahrzeuge lag bei 940 Kfz/Tag. In einer von Unterschneidheim beauftragten Machbarkeitsstudie von 2011 wird eine etwa 2,7 Kilometer lange Umgehungsstrecke mit Kosten von zehn bis zwölf Millionen Euro aufgezeigt, die Zöbingen im Norden umfährt.

Planung: Mit Aufnahme der Projekte in den Maßnahmenplan ist deren Bauwürdigkeit festgestellt und deren Dringlichkeit anerkannt. Den Beginn des Planungsprozesses hat Landrat Dr. Joachim Bläse gegenüber Verkehrsminister Winfried Hermann und Regierungspräsident Wolfgang Reimer für die besonders dringlichen Umfahrungen von Röhlingen und Zöbingen mit Schreiben vom 24. März 2021 beantragt. Der Ostalbkreis will den Planungsprozess „positiv und unterstützend begleiten“. Nach einem Hinweis und einem entsprechenden Antrag der Freien wurde auch die Umfahrung für Eggenrot in dieses Paket gepackt.

Bereich östlich von Zöbingen: Vertröstet dagegen werden aktuell Kerkingen, ltzlingen, Dirgenheim und Benzenzimmern. Hier sind derzeit keine Ortsumgehungen vorgesehen. Stattdessen sollen „niederschwellige Maßnahmen“, wie eine konsequente Tempo-Überwachung die Verkehrssicherheit erhöhen und Entlastung bringen. Über solche Schritte will die Landkreisverwaltung mit dem RP sprechen, da dort die Finanzierungs- und Genehmigungsverantwortung liegt.

Das sagen die Fraktionen: Einstimmig folgte der Kreistag dem Antrag der Verwaltung.

Unterschneidheims Bürgermeister Nikolaus Ebert bedankte sich beim Land und dem Kreis. Gut sei, dass Ellwangen und Unterschneidheim bereits Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben hätten. „So fangen wir nicht bei Null an“, sagte Ebert. Unterschneidheim stehe in den Startlöchern. „Wir sind bereit, man muss uns nur sagen, was wir erledigen können“, versprach er.

Prinzipielle Skepsis gegenüber neuen Straßenbaumaßnahmen äußerte Gabriele Ceferino für die Grünen. Sie forderte Lärmschutz, kombiniert mit PV-Anlagen, grüne Ausgleichsmaßnahmen in den Orten und Sofortmaßnahmen wie Tempo 30 dort. „An Tempo 30 sind wir bereits dran“, entgegnete ihr Ebert.

Für die SPD freut sich Herbert Hieber über den Beschluss. Es sei aber auch nötig, dass „die Menschen die Verkehrswende vollziehen“, sagte er. Wichtig sei nun aber auch, die Orte im Osten nicht zu vergessen.

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