Anton Rieger ist gestorben

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Anton Rieger

Ellwangen. Er hat die Stadt als Kommunalpolitiker und mit seinem Büro für Baustatik auf ganz unterschiedliche Art entscheidend mitgestaltet. Am Montag ist er gestorben, mit 77 Jahren, Anton Rieger.

Als der Sohn des Architekten 1975 zum ersten Mal für die CDU in den Gemeinderat gewählt wurde, war Ellwangen gerade große Kreisstadt geworden. Vieles kam in Bewegung: A7, Gewerbegebiet, Infrastruktur, Ausbau der Schulen, Wellenbad. Anton Rieger brachte sein Wissen ein, um die Lebensverhältnisse in der Stadt für alle zu verbessern. Er agierte weitsichtig und blieb immer bodenständig, wertkonservativ im besten Sinn.

Was nicht heißen soll, dass er sich nicht auch streiten konnte. Mit Gisela Mayer von der Ellwanger Frauenliste, mit SPD-Kollege Hans-Werner Boecker und dem Grünen Volker Grab gab es durchaus heftige Auseinandersetzungen, etwa um den Bau der Tangenten.

Spätestens nachdem Rieger 1989 Fraktionsvorsitzender geworden war, zählte er zu den wichtigsten Strippenziehern in der Stadt. Er hatte für Mehrheiten zu sorgen und musste dazu immer wieder die Mandatsträger in den Teilorten einfangen.

Sein Fachgebiet war der Hochbau. Mit seinem Ingenieurbüro war er an vielen Großbauten beteiligt, Wellenbad, Berufsschulzentrum, Sankt-Anna-Virngrund-Klinik waren seine Baustellen. Im Ausland arbeitete Riegers Büro sogar in der Türkei bei der Wiederherstellung der Tempel von Pergamon mit.

Als der zweifache Vater 2007 von Heribert Rech das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam, hob der Innenminister Baden-Württembergs Riegers kommunalpolitisches Wirken und sein Engagement für die Musikschule und die Städtepartnerschaften heraus.

2008 bei der Kommunalwahl kandidierte Anton Rieger nicht mehr. Nach einer schweren Erkrankung trat er lange Zeit kaum noch öffentlich auf. Doch in diesem Jahr, beim Jubiläumsabend des „Ellwanger Kreises“ mit vielen CDU-Politikern war Anton Rieger wieder mit dabei. Jetzt ist er tot, seine Verdienste um die Stadt bleiben unvergessen. ⋌gek

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