Aus Haftungsgründen: Badesteg am Bucher Stausee bekommt ein Geländer

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Der Badesteg am Bucher Stausee bekommt ein Geländer - aus Haftungsgründen.
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Der Zweckverbands Erholungsgebiet Rainau-Buch nimmt für diese Sicherungsmaßnahme rund 46 000 Euro in die Hand.

Rainau-Schwabsberg. Der Badesteg am Bucher Stausee wird ein Geländer erhalten. Das hat die Versammlung des Zweckverbands Erholungsgebiet Rainau-Buch in ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstag im Rathaus Schwabsberg einstimmig beschlossen. Für diese Maßnahme werden rund 46 000 Euro in die Hand genommen.

Wie der  stellvertretende Verbandsvorsitzende, Rainaus Bürgermeister Christoph Konle, erklärte, sei diese Maßnahme für einen Haftungsausschluss bei  Badeunfällen "leider" unumgänglich.  Ein Gutachten hatte die Anbringung des Geländers dringend empfohlen. Andernfalls müsse der Betreiber des Sees - und damit der Zweckverband -  damit rechnen, dass ihm im Falle eines Badeunfalls eine Mitschuld angelastet wird. Sollten künftig Gäste indes vom Geländer in den See springen und sich dabei verletzen, habe man es mit einem Unfall durch "verbotswidriges Hineinspringen" zu tun - in diesen Fällen sei mit keiner Verurteilung wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht zu rechnen, heißt es im Gutachten.

Konle bedauerte in der Sitzung, dass der Steg nicht so bleiben kann wie er ist. "Das Filigrane geht durch das Geländer natürlich verloren." Trotzdem sei die Maßnahme angesichts der jüngsten Rechtssprechung bei Badeunfällen alternativlos. Wie Konle in diesem Zuge noch ergänzte, seien deshalb auch schon andere Sicherheitsmaßnahmen am See umgesetzt worden; unter anderem wurden zahlreiche neue Hinweisschilder montiert und eine Bojenabgrenzung im Bereich des Sitzstufenzugangs zum See angebracht. Außerdem darf das Ziehfloß am Badestrand ausschließlich unter der Aufsicht der DLRG in Betrieb genommen werden. 

Der Verbandsvorsitzende, Landrat Joachim Bläse, pflichtete Konle bei. Es sei "sehr schade", dass man in Deutschland die amerikanische Mentalität übernommen hat, für alles und jedes einen Schuldigen zu suchen, um ihn dann zu ächten und mit Forderungen zu überziehen. "Erst wird das Schwein gesucht und ist es dann gefunden, dann wird es öffentlich geschlachtet", sagte Bläse. Im Ergebnis führe es dazu, dass vieles gar nicht mehr angeboten werden kann. 

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