Autokino hatte über 4000 Besucher

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Das Ellwanger Autokino geht mit „Bohemian Rhapsody“, dem Biopic über den Queen-Sänger Freddie Mercury zu Ende. Veranstalter und Besucher waren begeistert.
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Trotz coronabedingter Programmänderungen und vorgezogenem Vorstellungsbeginn kommen pro Film deutlich mehr Zuschauer als 2020.

Ellwangen

Die Veranstalter sind begeistert, die Partner wie das Kocherkino sind begeistert und die Besucher sind es auch. Das Ellwanger Autokino hat alle Erwartungen übertroffen. Auch am letzten Abend.

Das kann man an dem Hup-Konzert erkennen, das die Menschen am Lenkrad abgeben, als die junge Olivia Schüll singt. Ihr Auftritt ist eine spontane Zugabe vor dem Film „Bohemien Rhapsodie“. Im Vorprogramm von Freddie Mercury sozusagen, singt das Mädchen mit der Gitarre und der wundervollen Stimme von Songs wie „I'm on fire“ von Bruce Springsteen, „Forever Young“ von Bob Dylan und „Behind blue Eyes“ von The Who.

Das passt so richtig, weil da jeder erkennt, was in der Pandemie so sehr fehlt: das Erleben von Kunst, der Liveauftritt, das Miteinander von Künstler und Publikum. Das was der Queen-Sänger im Film so treffend beschreibt, wenn er sagt: „Ich bin Performer, ich gebe den Menschen das, wonach sie sich sehnen. Ein Stück vom Himmel.“

Die Organisatoren des Autokinos haben den Menschen mitten in der bislang schlimmsten Phase der Pandemie etwas Abendunterhaltung gegeben. Zusammen ausgehen, einen Film sehen, etwas trinken gehen. Selbst wenn man dabei im eigenen Auto sitzen muss, ist das besser als ganz zuhause zu bleiben.

Die verschärfte Coronaverordnung mit Ausgangssperre hätte das Autokino fast noch verhindert, als bereits der Riesenbildschirm am Schießwasen stand: „Wir hatten die Wahl: komplett aufschieben oder mit vorgezogenen Öffnungszeiten durchziehen“, erzählt Julian Fuchs, einer der Organisatoren. Man entschied: durchzuziehen. Und das war sicher richtig.

Zwar begannen die Filme jetzt bereits bei Tageslicht, damit die Zuschauer vor Beginn der Ausgangssperre nach Hause kommen konnten. Zwar mussten der geplante Konzertabend und die Vorstellung der Ellwanger Filminitiative (efi) ganz entfallen, das Programm um einige Tage gestreckt werden. Doch alles Übrige hat stattgefunden und die Resonanz war besser als erwartet.

„Wir haben über 4000 Besucher, etliche Vorstellungen waren komplett ausverkauft, pro Vorstellung waren deutlich mehr Gäste da als 2020“, zählt Julian auf. Im vergangenen Jahr schloss das Autokino ohne Minus ab. Heißt das, es gibt 2021 Gewinn?

„Wir wissen es noch nicht, müssen erst ausrechnen. Weil wir drei Tage länger aufgebaut hatten, fallen mehr Kosten an. Wir hatten aber nie das Ziel, Gewinn zu machen, wollten Unterhaltung bieten“, sagt Julian.

Schon jetzt steht fest, dass dieses Autokino für die Stadt Ellwangen einen Imagegewinn bedeutet. Zu einer Zeit, in der nirgends weit und breit Präsenzveranstaltungen möglich sind, schafft es eine Gruppe junger Leute, Filme zu zeigen. Besucher kommen aus Aalen, Gmünd, aus den Nachbarlandkreisen und sogar aus Bayern auf den Schießwasen und haben Spaß.

Geradezu beispielgebend ist das E-Ticketing, das von Julian Fuchs selbst eingerichtet wurde und das die Stadt nun auch für andere Veranstaltungen verwenden kann.

Gelungen ist auch die Initiative mit dem „Autokino-Bier“ der Rotochsen Brauerei. Am Schießwasen wurde wesentlich mehr Bier getrunken als 2020 und auch beim Edeka-Schnell sind alle Kisten weg.

Viele fragen sich, warum das Autokino nicht weitergeht. Darauf hat Felix Fuchs, Julians jüngerer Bruder, eine klare Antwort: „Wir hatten über 60 Helfer im Einsatz, die jeden Abend dafür sorgten, dass alles rund läuft. Man darf das Ehrenamt auch nicht überstrapazieren.“

Wir wissen noch nicht, ob wir Gewinn gemacht haben.“

Julian Fuchs, Mitorganisator

Und was kommt nach dem Autokino?

Julian und Felix Fuchs haben noch keinen konkreten Plan, aber sie wollen auf jeden Fall weitere Veranstaltungen organisieren, wenn es Corona und die Umstände zulassen. Beim Firmenabend mit den Ellwanger Stadtwerken haben sie mit dem Geschäftsführer Stefan Powolny über Möglichkeiten gesprochen, beispielsweise im Sommer am Kressbachsee eine Open Air-Veranstaltung zu planen. „Das könnte Musik sein oder Kino oder beides“, sagt Julian. gek

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