Barrierefreies Eggenroter Dorfhaus „endlich gut“

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Sonja Fuchs (stellvertretende Ortsvorsteherin) und Elisabeth Balk, Leiterin Stadtplanungsamt (Dritte und Vierte von links) stellten dem Ortschaftsrat beim Vor-Ort-Termin die Umbaumaßnahmen am Dorfhaus Eggenrot vor. Mit neuen Außenanlagen mit Sitzecke, Fa
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Mit den geplanten Investitionen für 2022 sind Schrezheims Räte ebenso zufrieden.

Ellwangen-Schrezheim. Bei der letzten Schrezheimer Ortschaftsratssitzung des Jahres stand der städtische Haushaltsentwurf im Mittelpunkt. Bevor es jedoch um künftige Investitionen ging, wurde eines der daraus resultierenden Projekte besichtigt: Das Dorfhaus Eggenrot wurde seit 2018 sukzessive barrierefrei umgebaut, erhielt einen Aufzug mit neuem Eingangsbereich, im inneren wurden Toiletten saniert und ein Sozialraum eingerichtet. Brandschutztüren wurden gesetzt, sowie jüngst neue Außenanlagen mit einer Sitzecke gestaltet und eine Außentreppe ins erste Obergeschoss als zweiter Fluchtweg angebaut.

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Sonja Fuchs und Martin Gantner, der die vielen Eigenleistungen mit Helfern vor Ort koordiniert hatte, blickten detailliert auf die Arbeiten zurück. „Die Geduld hat sich gelohnt“, sagte Fuchs. 2016 wurden bereits erste Pläne gefasst, zwischenzeitlich stand das Projekt auf der Streichliste der Verwaltung, wurde dann aber – auch dank der insgesamt 650 Stunden eingebrachter Eigenleistungen als Pfund – schließlich doch realisiert. „Jetzt fehlen nur noch zwei Pflanzkübel vor der Sitzecke und Hecken und Bäume“, bilanzierte Gantner in seiner Doppelrolle als Ortschaftsrat und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Eggenroter Vereine zufrieden.

„Vom Traktor und Radlader bis zum Bohrhammer und der Flex: Unsere Helfer sind Handwerker und haben auch die Arbeitsgeräte umsonst gestellt“, dankte Gantner und nannte namentlich die Senioren Walter Köder, Anton Brenner und Günther Herschlein sowie Heinz Schuster und Philipp Schmid als wichtigste Engagierte. Ein Helferfest wolle man statt wie geplant im Dezembervoraussichtlich im Frühjahr nachholen. Elisabeth Balk, Leiterin des Stadtbauamtes, stimmte ein: „Ganz großes Lob an die Eigenleistung und die kurzfristige Koordinierung, das hat immer gut geklappt. Eine hohe Identifikation ist der beste Unterhalt.“ Insgesamt seien in den vergangenen vier Jahren rund 480 000 Euro von der Stadt für das Dorfhaus mit dem Kindergarten aufgebracht worden.

Investitionen auf Schrezheimer Gemarkung

Zuversicht will die Verwaltung auch bei der Einbringung des städtischen Haushalts verbreiten, wie Bürgermeister Volker Grab im Anschluss in der St.-Georg-Halle ausführte – und das trotz der aktuell „dramatischen Lage“ in der Pandemie. Der Haushalt 2022 setze Schwerpunkte in den Bereichen Infrastruktur, mit Großprojekten wie der Landesgartenschau und damit zusammenhängendem Radwege- und Straßenbau, sowie im Bereich Bildung mit hohen Investitionen in Kindertagesstätten und Schulen und im Bereich Wohnbauentwicklung. Der Haushaltsplan sei „ein positives Signal in schwierigen Zeiten“.

Auf Schrezheimer Gemarkung sind die dicksten Brocken die energetische Sanierung und die Ertüchtigung des Schulhofs der St.-Georg-Schule (200 000 Euro) sowie die bereits begonnene energetische Sanierung des Kindergarten Schrezheim mit Erweiterung des Personalraums und Dachsanierungen (680 000 Euro). Im Bereich Tiefbau stehen Brückenerneuerungen und Sanierungen der Mühlstraße, der Brunnenstraße, der Gemeindeverbindung Rotenbach nach Hinterlengenberg sowie des Feldwegs Geißhalde in Schrezheim und Hochwasserschutzmaßnahmen in Altmannsrot mit insgesamt 380 000 Euro im Entwurf.

Damit zeigten sich Ortsvorsteher Albert Schiele und die Räte weitgehend zufrieden, zumal bei der Aussprache über weitere kleine Maßnahmen einige direkt von Bürgermeister Grab und Kämmerer Sebastian Thomer als bereits eingeplant abgeholt werden konnten. Weiterhin wurde jeweils einstimmig beantragt: Die Ertüchtigung des Spielplatzes in Eggenrot am Sportplatz voranzutreiben statt in der Ottilienstraße (Philipp Schmid), 100 000 Euro Planungsrate für das Neubaugebiet „Im Grüble“ in Schrezheim sowie 50 000 Euro für neue Möblierung der St.-Georg-Halle (beides von Angelika Kucher) und, auf Anregung von Josef Kucher, die Bereitstellung von je 20000 Euro für jeden der vier Ellwanger Teilorte als freies Budget des Ortschaftsrates, beispielsweise um Kleinprojekte anzuschieben und Eigenleistungen honorieren zu können.

Über diese Anträge muss der Gemeinderat im Januar abstimmen. Für den letzten Antrag von Klaus Schneider wird das nicht nötig sein: Er bat um eine leistungsfähige Internetanbindung der Schrezheimer Halle mit Bürgersaal, um künftig auch Online-Kommunikation zu ermöglichen.„Darum werden wir uns kümmern und eine Lösung finden“, sagte Grab direkt zu.

Der Verwaltungsvorlage stimmte der Ratgeschlossen zu.

Benjamin Leidenberger

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