Beklemmend Nachdenkliches

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Ein neues Veranstaltungskonzept hatte am Mittwochabend Premiere: „Nau bens hald i“ - die Pop-Up-Opera über den Widerstandskämpfer Georg Elser.
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Wie das Naturtheater Heidenheim mit der Pop-Up Oper um den Widerstandskämpfer die dunkle Zeit nach Ellwangen holte.

Ellwangen. Premiere hatte am Mittwochabend ein neues Veranstaltungskonzept im Sommer-in-der-Stadt-Programm. Auf dem Platz vor der Basilika wurde das Leben und Wirken des Kunstschreiners und Widerstandskämpfer Georg Elser als Mundart-Pop-Up-Oper aufgeführt. Die Stadt Ellwangen hat hier das Naturtheater Heidenheim mit ins Boot geholt. Viel brauchte es nicht, um an diesem sonnigen Sommerabend Deutschlands dunkle Zeit wieder auferstehen zu lassen.

Ein Sänger Florian Götz (Bariton), zwei Musiker Akkordeon und Schlagzeug und einen dreiköpfigen Sprecher-Chor, Zwanzig Minuten lang wurde in verschiedenen Zeitebenen auf das Leben des Hitler-Attentäters geblickt.

Ohne große Requisiten, lediglich mit einem Leiterwagen und verschiedenen Kostümen erzählten die Schauspieler vom Andersdenkenden, seinem Widerstand und von dem, was uns sein Wirken bis heute lehren kann. Angedeutetes Marschieren, Gehorsam, eine Führermütze auf einem Kissen, Schlägereien, und dazwischen der Mundartgesang von Florian Götz.

In nicht mal zwanzig Minuten blickten die gut 150 Zuschauer so auf den schwäbischen Quertreiber, der am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler und dessen Führungsspitze verübte, das nur knapp scheiterte. Vom gescheiterten Attentäter, der im KZ in Dachau starb, zeigte eine kurze Episode das danach, wie vieles nach Kriegsende sprichwörtlich unter den Teppich gekehrt und Elser zum Helden wurde.

Wo sind all die anderen?

„Ein Denkmal ist zum Denken da“, sang Götz und ganz dem Zeitgeist geschuldet: „Heute bist Du nicht dabei, da kriegscht kein Like“. Sein Glaubenssatz „Nau bens hald i“ gilt heute noch. Auch seine Frage warum nur ich, wo sind alle andern?
Das beeindruckende Musiktheaterwerk dankten die Zuschauer mit lang anhaltendem Applaus und Spenden in den umhergehenden Hut. Regie führte Lisa-Marie Krauß vom Theater der Stadt Aalen. Die Musik stammte aus der Feder des Komponisten Sebastian Schwab, das Libretto vom Heidenheimer Publizisten Hendrik Rupp.

Requisiten brauchte das Naturtheater Heidenheim nicht viele, die Geschichte entfaltete auch so Wirkung.
Ein neues Veranstaltungskonzept hatte am Mittwochabend Premiere: „Nau bens hald i“ - die Pop-Up-Opera über den Widerstandskämpfer Georg Elser.

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