Boule, Goethe und Rotochsenbier

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Pétanque, eine Unterart von Boule: In Ellwangen trifft man die kugelwerfenden Mitglieder des Clubs "Kugelhupf" auf dem Marktplatz. Am Montag probierten sie die neue Bahn im Böbinger Park.
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Stadt Ellwangen präsentiert sich am Montag im Böbinger Park am alten Bahndamm und schnuppert schon mal Gartenschau-Luft für 2026.

Ellwangen/Böbingen

Eines stellt Ellwangens Oberbürgermeister Karl Hilsenbek klar: "Der Heubacher Bierwagen bleibt heute zugeklappt." Schließlich haben die Ellwanger ihren eigenen Gerstensaft im Gepäck: den von der Rotochsen-Brauerei. Weil die Böbinger und ihre Gäste an diesem Montag möglichst viel von Ellwangen entdecken sollen. Und da gehört ein guter Schluck Pils, Export oder Weizenbier dazu, schließlich sei Rotochsen eine altehrwürdige Traditionsbrauerei, gegründet im Jahr 1680, wie Stadtführerin Ruth Julius bei der Bierprobe auf der Bühne in der ODR-Arena im Park am alten Bahndamm erläutert.

Besagter Park und die ehrenamtlichen Helfer bekommen von Hilsenbek beim "Ellwanger Tag" viel Lob, genauso Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle: Bei der Remstal-Gartenschau- sei Böbingen "ein echtes Highlight". Dafür spreche er "ein Riesenkompliment" aus.

Warum der Ellwanger Tag? Zum einen hat Hilsenbek eine persönliche Verbindung zu Böbingen. Von 1986 bis 2003 war er hier Bürgermeister, bevor er OB in Ellwangen wurde.

Zum anderen richtet die Stadt an der Jagst 2026 die Landesgartenschau aus. "Da können wir schon mal Gartenschau live erleben", meint Hilsenbek und verweist auf eine weitere Gemeinsamkeit: Sowohl Ellwangen als auch Böbingen pflegten seit vielen Jahrzehnten eine "sehr intensive" Bindung zu ihren jeweiligen Partnerstädten in Frankreich – Langres und Custines.

Ein Riesenkompliment zum Böbinger Park.

Karl Hilsenbek, OB Ellwangen

Und was zelebrieren die Franzosen? Richtig, den Boulesport. In Ellwangen trifft man die kugelwerfenden Mitglieder des Clubs "Kugelhupf" auf dem Marktplatz oder im Garten auf dem Schloss. Am Montag probieren sie die neue Boule-Bahn im Park. "Sehr gut", lobt Wolfgang Kirsch, während er den Besuchern Tipps und Kniffe beibringt. Vor allem ist es eine dauerhaft aufgebaute Anlage. Das haben sie in Ellwangen nicht. "Bis zur Gartenschau machen wir das", verspricht Hilsenbek.

So richtig viel los ist nicht an diesem Montagmittag. "Montage sind erfahrungsgemäß leider nicht die allerstärksten Tage", bestätigt Ellwangens Kulturamtsleiter Anselm Grupp. Dabei gäbe es einiges zu entdecken: Ursula Ladenburger vom Touristikamt hat jede Menge Infomaterial, von den Plänen für die Gartenschau übers Imageprospekt bis zu Wanderkarten und Freizeitangeboten wie dem aktuellen Programm zu "Sommer in der Stadt". Wer einen Gutschein fürs Wellenbad oder ein Fässle Rotochsen gewinnen will, kann darüber grübeln, ob es tatsächlich Dichterfürst Goethe war, der mal im "Schwarzen Adler zu Gast gewesen ist. Oder in welchem Filmklassiker die Stadtkulisse vorkam.

Böbingens Bürgermeister freut sich über die Gäste aus Ellwangen und nimmt Hilsenbeks Angebot zum Gegenbesuch zur Landesgartenschau gerne an. Bis dahin habe Ellwangen viel zu tun, so Stempfle. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass "sieben Jahre schnell vorbei" sind. Die Gartenschau sei aber eine einmalige Gelegenheit, die Stadt nachhaltig weiter zu entwickeln, auch dank der vielen Fördergelder. Außerdem schweiße sie den Ort zusammen, habe er in Böbingen erlebt.

Dass die Ellwanger das können, davon ist Stempfle überzeugt. Schon mit der LEA habe die Stadt gemeinsam mit der Bürgerschaft Großartiges geleistet. "Das wird ein großes Fest", macht Stempfle den Ellwangern Appetit auf ihre Landesgartenschau.

Ursula Ladenburger hatte viel Infomaterial dabei.
Heimspiel: OB Hilsenbek (li.) war 17 Jahre Bürgermeister Böbingens.

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