Bühlertann steht zu "Layla"-Sänger

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Partyschlagersänger Michael Müller alias Schürze durfte sich jetzt ins Goldene Buch der Gemeinde Bühlertann eintragen. Das Bild zeigt den Sänger gemeinsam mit Bürgermeister Florian Fallenbüchel.
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Warum sich Bühlertanns Bürgermeister Florian Fallenbüchel für eine Auszeichnung von "Schürze" stark gemacht hat.

Bühlertann. Der Chart-Sommerhit „Layla” ist erfolgreich, er ist aber auch umstritten. Kritiker mahnen, dass der Liedtext, in dem es um eine Prostituierte geht, sexistisch sei. Weshalb er auf manchem deutschen Volksfesten auch nicht gespielt wird. Die öffentliche Debatte hat die Gemeinde Bühlertann trotzdem nicht davon abgehalten, den Sänger des Songs, Michael Müller alias Schürze, jetzt mit einem Eintrag ins Goldene Buch zu würdigen. Wir fragten bei Bühlertanns Bürgermeister Florian Fallenbüchel nach, warum sich die Gemeinde zu diesem Schritt entschlossen hat. 

Herr Fallenbüchel, die Gemeinde Bühlertann hat Michael Müller jetzt mit einem Eintrag ins Goldene Buch gewürdigt. Eine hohe Auszeichnung. Hatten Sie bei dieser Entscheidung denn gar keine Bauchschmerzen?

Nein.  Wieso auch? Wir stehen zu Michael Müller.

Was hat Sie zu dieser Ehrung bewogen?

Michael Müller ist nicht nur ein sehr erfolgreicher, sondern auch ein äußerst engagierter Bürger unserer Gemeinde. Er ist in den örtlichen Vereinen aktiv und er bringt sich auch sozial ein. Unter anderem hat er - schon vor zwei Jahren - für einen an Blutkrebs erkrankten sechsjährigen Jungen ein Benefizkonzert organisiert. Dieses Engagement zeichnet ihn als Mensch und als Persönlichkeit aus.

Genauso wie natürlich auch sein musikalischer Erfolg in diesem Jahr.

Der ist unbestreitbar außergewöhnlich. Das Lied war ja nicht nur auf Platz 1 der deutschen Singlecharts. Es war in Österreich und der Schweiz genauso erfolgreich. Zwischenzeitlich gibt es ja sogar Versionen in englischer und niederländischer Sprache. Wir wollten diesen großartigen Erfolg eines Bühlertanners einfach angemessen würdigen.

Und die Kritik am Song hat Sie nicht abgehalten?

Wir waren mit der Kritik an dem Lied ja schon im Juli dieses Jahres konfrontiert - zu unserem Umzug "Sommer, Sonne, Bühlertann". Damals haben wir entschieden, dass „Layla” bei dieser Veranstaltung  gespielt werden darf - während es in Würzburg beim Kiliani-Volksfest verboten wurde. Wissen Sie, man muss dieses Lied ja nicht mögen, man kann den Text auch ganz schrecklich finden, aber es gibt doch überhaupt keinen Grund für ein Verbot. Das Lied ruft nicht zur Gewalt auf und es verstößt auch nicht gegen Gesetze. Es ist ein Partyschlager. Nicht mehr, nicht weniger. Wir wähnen uns mit dieser Einschätzung übrigens in bester Gesellschaft. Im Bundesjustizministerium sieht man das ganz genauso.

Wie waren denn die Reaktionen auf den Schürze-Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde?  Gab es einen Shitstorm?

Überhaupt nicht. Es gab von der Netzgemeinde - mit einer einzigen Ausnahme - nur Zuspruch.

Bühlertanns Bürgermeister Florian Fallenbüchel.

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