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Bürgermeisterwahl in Ellenberg: Überraschend deutlich

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Alexandra Rimkus
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Im Sport würde man sagen: Das war ein Kantersieg. Anna-Lisa Bohn hat sich am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Ellenberg mit 81 Prozent Wählerstimmen gegen ihren Konkurrenten Helmut Sienz durchgesetzt.

Die Deutlichkeit des Ergebnisses überrascht. Denn die beiden jungen Anwärter hatten sich im Wahlkampf beide stark präsentiert. Man kann deshalb nur spekulieren, was am Ende den Ausschlag gegeben hat.

Womöglich war es ein kluger Schachzug von Bohn, ihren Hut erst kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist in den Ring zu werfen. Sie hatte den Ellenbergern damit immerhin eine echte Wahl ermöglicht. Vielleicht genoss die sympathische 26-Jährige auch einen gewissen „Heimvorteil“ – schließlich arbeitet sie seit April 2021 als Hauptamtsleiterin in Ellenberg. Der eine oder andere mag sich auch eine Frau auf dem Chefsessel im Rathaus gewünscht haben.

Nicht wenige Ellenberger dürften aber auch erst ganz spontan, sozusagen an der Wahlurne, entschieden haben, wer die Nachfolge von Amtsinhaber Rainer Knecht antreten soll.

Am Ende fiel diese Entscheidung 849-mal zugunsten von Anna-Lisa Bohn aus, die sich über dieses sensationelle Ergebnis zurecht freuen darf. Sie kann als künftige Bürgermeisterin auf großen Rückhalt in der Gemeinde bauen.

Der Verlierer Helmut Sienz muss sich indes keine Vorwürfe machen. Er hat im Wahlkampf keine Fehler gemacht. Und: Er bewies am Sonntagabend noch eine besondere Qualität. Er gratulierte der Siegerin und blieb nach Verkündung des Ergebnisses - trotz der eigenen übergroßen Enttäuschung - noch anderthalb Stunden in der Elchhalle. Das nennt man Größe zeigen in der Niederlage. Alexandra Rimkus

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