BUND klagt gegen Land bei Kobeleshof-Erweiterung

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Der Kobeleshof in Ellwangen-Hintersteinbühl.

Der Verein sieht die Umweltprüfungen durch das Landratsamt als nicht erfüllt an.

  • Hintergrund
  • Im März 2020 hatte das Landratsamt Ostalbkreis die Genehmigung zur Erweiterung des Kobeleshofes auf 1.313 Kühe plus Nachzucht erteilt. Erst nach monatelangem Beharren bekamen die BUND-Aktiven vollständige Akteneinsicht und reichten im Dezember 2020 einen begründeten Widerspruch ein. Das Regierungspräsidium Stuttgart lehnte im Oktober 2021 den Widerspruch ab. Am 25.11.2021 reichte der Landesverband des BUND daraufhin Klage beim Verwaltungsgericht ein.

Ellwangen/ Stuttgart. Der BUND Baden-Württemberg hat am 3. Februar die Begründung zur Klage gegen das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Landratsamt Ostalbkreis, beim zuständigen Verwaltungsgericht eingereicht. Gegenstand ist die ausgestellte Genehmigung zur Erweiterung des Kobeleshofes, einem großen Rinderstall bei Ellwangen.

Der Umweltverband wirft dem Landratsamt Ostalbkreis vor, die Erweiterung im Frühjahr 2020 genehmigt zu haben, ohne die erforderlichen Umweltprüfungen vorgenommen zu haben. So habe laut BUND die Behörde bereits in der Vorprüfung der Umweltverträglichkeit nicht untersucht, ob die beantragte Änderung zu einer relevanten Grundwasserverschlechterung durch Nitrat erheblich beitragen kann.

Dabei hätte sie neben den Auswirkungen der Gülle auch die Folgen von Silage auf Abwässer und die Luft ins Auge fassen müssen, so der BUND. Durch die erhöhte Menge an Stickstoff seien zudem erhebliche Folgen für die nahen Biotope zu erwarten, was die Behörde ebenfalls nicht untersucht habe.

Sylvia Pilarsky-Grosch, die Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg, beschreibt: „Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg zum Bau des 1.000-Kühe-Stalles Ostrach-Hahnennest liegt ein vergleichbarer Fall vor. Das Gericht hatte damals die Berücksichtigung der Nitrat-Grenzwertüberschreitungen angemahnt. Im Falle Kobeleshof hat die zuständige Behörde jedoch trotzdem nicht ausreichend geprüft, was eine Erweiterung für die Qualität des Grundwassers bedeuten würde und ob die Grenzwerte für Nitrat eingehalten werden würden. Damit hat sie eine massive Gefährdung von geschützten Lebensräumen und ihrer Artenvielfalt in Kauf genommen.“

20 Millionen Liter Gülle

Als sehr problematisch ist laut BUND die Verdoppelung der anfallenden Güllemenge auf knapp 20 Millionen Liter Gülle pro Jahr zu sehen, zumal der Kobeleshof in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt. Ein bereits einmaliges Überschreiten der Nitrat-grenzwerte habe hier enorme negative Auswirkungen.

Werner Gottstein, der Regionalverbandsvorsitzende des BUND Ostwürttemberg betont: „Die Erweiterung des Stalls in Ellwangen wäre eine Bedrohung für Natur und Umwelt, was weder in den Betrachtungen des Landratsamtes ausreichend berücksichtigt noch vom Antragsteller beachtet wurde. Es geht nur darum, möglichst schnell Geld auf Kosten der Umwelt zu verdienen. Ein Umdenken findet und fand leider in keinerlei Weise statt.“

Weitere Informationen:

Webseite des BUND Ostwürttemberg zum Kobeleshof: https://www.bund-ostwuerttemberg.de/themen-und-projekte/massentierhaltung/tierhaltung-muss-grenzen-kennen/

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