Comboni-Missionare feiern die Seligsprechung von P. Giuseppe Ambrosoli

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Das Bild zeigt den Postulator der Seligsprechung, Comboni-Missionar P. Arnaldo Baritussio, im Hintergrund das Bild von P. Giuseppe Ambrosoli.
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Am 20. November wurde der 1987 gestorbene Comboni-Missionar in Uganda seliggesprochen. Aus Ellwangen nahmen mehrere Missionare an dem Fest teil.

Ellwangen/Kalongo

Für die Comboni-Missionare war die Seligsprechung von P. Giuseppe Ambrosoli ein besonderes Ereignis, weil erstmals nach dem Gründer Daniel Comboni ein Ordensmitglied selig gesprochen wurde. Die bewegte Lebensgeschichte Ambrosolis wirft zudem ein Schlaglicht auf die bitteren Erfahrungen der Missionare in der Zeit des Nationalsozialismus und die Verbindungen zwischen italienischer und deutschsprachiger Provinz.

Giuseppe Ambrosoli wurde am 25. Juli 1923 in Ronago in Norditalien als Sohn eines wohlhabenden Unternehmers geboren.  Er studierte Medizin in Mailand und engagierte sich seit 1942 für Verfolgte des Nazi-Regimes, half Juden und anderen Flüchtlingen über die Grenze in die Schweiz.

Am 27. März 1944 wurde er gezwungen, in die „Armee von Salò“ einzutreten, jene Einheiten des Satellitenregimes unter Führung Mussolinis, das die damals noch von der Wehrmacht besetzten Gebiete Norditaliens beherrschte. Zur militärischen Ausbildung kam Ambrosoli vom 28. April bis 8. Dezember 1944 in die Kaserne Heuberg bei Stetten am Kalten Markt. Von März bis April 1945 war er im Militärhospital von Berceto (Parma) im Einsatz, 1949 konnte er sein Medizinstudium abschließen.

Noch im selben Jahr kam Ambrosoli zu den Comboni-Missionaren. Er wollte als Arzt in die Mission, spezialisierte sich jedoch erst in London für die Tropenmedizin. Am 18. Oktober 1951 begann er in Gozzano sein Noviziat und legte 1953 die ersten Gelübde ab. Nach dem Theologiestudium und der Ausbildung in Allgemeinchirurgie wurde Ambrosoli am 17. Dezember 1955 im Dom von Mailand zum Priester geweiht, vom späteren Papst Paul VI. Am 10. Februar 1956 reiste Ambrosoli nach Uganda und verbrachte als Arzt und Leiter des Krankenhauses von Kalongo sein ganzes Missionsleben. 1959 gründete er eine Schule für Hebammen und Krankenschwestern. Es waren zwei Altäre, an denen Ambrosoli stand, berichteten die, die ihn erlebten: der Altar der Eucharistie und der Operationstisch. Wegen wiederholter Zusammenstöße im Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und Rebellen musste das Krankenhaus 1987 evakuiert werden. Ambrosoli starb wenig später, am 27. März 1987, als Vertriebener in Lira, 124 Kilometer südlich von Kalongo, an Nierenversagen und Malaria.

2008 ereignete  sich das Wunder, das letztlich zur Seligsprechung führte: es war im Matany Hospital, im selben Haus, in dem ein Jahr später Bruder Günther Nährich aus Bopfingen die Leitung übernehmen sollte. Die damals 20-jährige Lucia Lomokol, eine junge Mutter, lag im Sterben, doch als sie ein Bild Giuseppe Ambrosolis sah, wurde sie auf die Fürsprache des toten Paters vollständig geheilt. Nährich hatte Ambrosoli während seines Krankenpflegepraktikums noch persönlich kennengelernt.

Zu den Feierlichkeiten reisten aus Ellwangen Provinzial P. Hubert Grabmann, Br. Günther Nährich und P. Josef Gerner, sowie verschiedene andere Comboni-Missionare, die in Uganda tätig sind. Sie erlebten eine festliche Zeremonie, an der rund 20 000 Menschen teilnahmen. Das Motto des Ordensbruders war auf den T-Shirts von Hunderten von Gläubigen aufgedruckt: „Gott ist Liebe, und ich bin sein Diener für die Menschen, die leiden“.

Dieses Bild ist in Heuberg entstanden: (v.l.) Br. Hans Eigner, Reinhold, P. Deogratias Nguonzi und P. Markus Körber. Das Kreuz stammt von der alten Kapelle in der Kaserne, die auch Ambrosoli noch besucht hat.

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