Das erste Ellwanger Mitfahrbänkle steht in Stocken

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Hier in Stocken ist richtig was los: (v.l.) Karl Kurz, Alexander Renschler, Franz Junker, Lukas Dreher, Anja Henning, Magnus Knecht und Volker Grab warten auf eine Mitfahrgelegenheit.
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Per Anhalter durch die Jagstregion: Bürgermeister Volker Grab sieht keine Konkurrenz zum Busverkehr.

Ellwangen-Stocken. Das rote „Mitfahrbänkle“ in Stocken ist gut besetzt, sechs Personen warten auf eine Mitfahrgelegenheit und zeigen auf Schildern, wo sie hin wollen. Wer auch immer jetzt mit dem Auto vorbeikommt, sieht sofort, wer in dieselbe Richtung will und kann seine freien Plätze im Fahrzeug sinnvoll nutzen.

Die Szene ist gestellt, Pressetermin für das erste „Mitfahrbänkle“ in Ellwangen. Absicht ist das Nutzen der Anhalterbank zu bewerben. „In Ellenberg“ läuft das sehr gut“, sagt Magnus Knecht. „Manche wissen schon, wann dieser und jener immer vorbeikommt und setzen sich vorher auf die Bank.“

Früher einmal nannte man diese Form der Mobilität „Trampen“, man musste einfach seinen Daumen in den Wind halten. Junge Leute reisten so kreuz und quer durch die Welt, lernten fremde Leute kennen und erlebten allerlei Abenteuer dabei. Warum das Reisen per Anhalter außer Mode kam, weiß wohl keiner so genau.

Es mag mit am steigenden  Wohlstand liegen und daran, dass Reisende immer weniger Zeit mitbringen. Man möchte heute eben schon bei der Abreise möglichst genau wissen, wann man ankommt.

Zeit sollte man schon haben, wenn man per Anhalter fahren will, schließlich bleibt es dem Zufall überlassen, wann ein Auto kommt und ob man auch mitgenommen wird. Und doch kann man ein wenig nachhelfen und das ist im Ostalbkreis mit Hilfe des EU-Förderprogramms Leader gelungen. In der Jagstregion unterstützt Brüssel das Aufstellen der „Mitfahrbänkle“ und Bürgermeister Volker Grab sieht darin eine sinnvolle Ergänzung, keine Konkurrenz zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Ein gutes Beispiel dafür sei Stocken, abseits der wichtigen Verbindungsstraßen, wo Busse nicht einmal im Stundentakt fahren. „Im ländlichen Raum brauchen viele einfach das Auto“, sagt Grab.

Damit nicht jeder allein im Auto sitzt, sondern Anhalter mitnimmt, werden jetzt in Ellwangen gleich 15 von den roten Bänken aufgestellt: ganz zentral und beidseitig der Straße bei der Stadthalle und an der Parkpalette, weitere in Röhlingen, Pfahlheim, Killingen, Neunstadt, Haisterhofen, Espachweiler, Rötlen, Rattstadt und Eggenrot.

⋌Gerhard Königer

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