Das Problem Feldwege erneut vertagt

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Dieser zu den Zipplinger Aussiedlerhöfen führende Feldweg ist stark beschädigt. Aus Sicht des Ortschaftsrates fehlt der Ortschaft für die notwendige Sanierung das Geld.
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Die Zipplinger Ortschaftsräte sind sich uneins, wie sie das Feldwegenetz in Stand halten sollen.

Unterschneidheim-Zipplingen. Der Zipplinger Ortschaftsrat hat bereits mehrmals darüber diskutiert, dass Feldwege saniert werden müssten. So auch in der jüngsten Sitzung. Eine endgültige Entscheidung wurde auch jetzt nicht getroffen. Auf Anraten des Bürgermeisters soll die Meinung von Fachbehörden zur Feldwegeunterhaltung eingeholt werden.

Im Bereich der Altgemeinde Zipplingen wurde Mitte der 1970er Jahre eine Flurneuordnung durchgeführt. Einige der vor etwa 45 Jahren geschaffenen Asphaltwege weisen zwischenzeitlich starke Beschädigungen auf. Weshalb der Ortschaftsrat in den vergangenen Jahren schon mehrmals, aber jeweils ergebnislos, die Feldwegeunterhaltung thematisierte. Deshalb wurde die Sache in der jüngsten Sitzung auf die Tagesordnung gesetzt und der Ortsbaumeister, Eugen Lechner, einbestellt.

Der Ortsvorsteher, Anton Diebold, erinnerte eingangs an die vielen Diskussionen zur Sache und verwies auf die Idee, so genannte Spurwege zu schaffen. Entscheidend sei die Frage der Kosten. Diese Frage konnte Lechner beantworten. Bei Schotterwegen würden Sanierungen mit 7,50 Euro pro laufendem zu Buche schlagen. Sanierungen von Asphaltwegen würde etwa 70 bis 80 Euro pro laufendem Meter kosten. Die Gesamtgemeinde und die Teilgemeinden müssten jeweils die Hälfte der Kosten tragen. Das Herrichten der insgesamt rund sechs Kilometer langen Schotterwege auf der Gemarkung Zipplingen würde gut 42 000 Euro kosten.

Den Umbau von Asphaltwegen zu sogenannten Spurwegen bezifferte Lechner auf 140 Euro pro laufendem Meter. Diesen Umbau zu Wegen mit zwei befestigten Fahrspuren und einem geschotterten Zwischenbereich lehnte Lechner nicht nur aus Kostengründen ab. Aufgrund den auf die Fahrstreifen einwirkenden Kräften, vor allem in Kurvenbereichen, müssten diese Wege schon nach viel kürzeren Zeiträumen instandgesetzt werden. Zudem seien viel stabilere Unterbauten und Fahrgassen mit einer Breite von fünf Metern erforderlich.

Lechner ließ durchblicken, dass sich die Ortschaft in den vergangenen Jahrzehnten viel zu wenig um ihr Wegenetz kümmerte. Als „A und O“ der Unterhaltung nannte er, dass das Regenwasser ablaufen müsse. Dazu müssten - auch wenn es die Anlieger nicht wollten - regelmäßig die seitlichen Bankette abgetragen werden.

Das Wegenetz vernachlässigt

Seitens des Gremiums wurde der zu den Aussiedlerhöfen führende Asphaltweg angesprochen. Dieser weise teils große Schäden auf und sollte zumindest bis zur Anhöhe saniert werden. Eine Sanierung dieses rund 250 Meter langen Abschnitts würde laut Lechner rund 20 000 Euro kosten. Angesichts der jährlich für Zipplingen bereitstehenden Mittel, müsste die Ortschaft ihren Eigenanteil über mehrere Jahre finanzieren, hieß es.

Bezüglich der Instandhaltung gebe es nicht nur in Zipplingen, sondern in allen Ortschaften Defizite, erklärte Lechner. Vor rund 20 Jahren seien über ein Förderprogramm lediglich die Hauptachsen hergerichtet worden. Damals seien rund zwei Millionen Euro investiert worden.

Mit den derzeit im Haushalt eingestellten Mitteln könnten solche kostenintensiven Sanierungen auch seitens der Gesamtgemeinde nicht finanziert werden, erklärte der Bürgermeister, Nikolaus Ebert. Zudem meinte er, dass die Asphaltwege bis spätestens in 15 Jahren ihr Lebensende erreicht hätten. Deshalb empfahl er, dass zur generellen Feldwegeunterhaltung die Meinungen der Geschäftsbereiche Landwirtschaft und Flurneuordnung eingeholt und ein Konzept erarbeitet werden müsse.

Weil alle Teilgemeinden tangiert seien, soll nach den Sommerferien und unter der Regie des neuen Bürgermeisters eine gemeinsame Sitzung aller Ortschaftsräte anberaumt werden, erklärte Ebert mit Blick auf seinen anwesenden Nachfolger, Johannes Joas.

Bei dieser Sitzung könnten die Fachbehörden ihre Sicht darstellen und über etwaige Förderprogramme informieren. Der Ortsbaumeister soll ergänzend für jede Teilgemeinde das jeweilige Wegenetz katalogisieren, erklärte Ebert. Die Wege sollen nach den Kategorien Gras-, Schotter, und Asphaltwege und mit den jeweiligen Baulängen erfasst werden. Das Gremium stimmte der Vorgehensweise zu.

Franz Rathgeb

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