Der Biber und die Ellwanger Landesgartenschau

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Der Ellwanger Biber: Wird er die Pflanzungen für die Landesgartenschau respektieren? Archiv-Foto: sab
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Gleich zwei Biberburgen müssen beim geplanten Umbau der Jagst berücksichtigt werden.

Ellwangen. Die Untersuchungen der abgesenkten Jagst vorige Woche dienten unter anderem dazu, Biberaktivitäten zwischen Schrezheim und Ellwangen festzustellen. Zwei bewohnte Baue wurden festgestellt: Der eine oberirdisch, am Campingplatz, weithin sichtbar und seit längerem bekannt. Der zweite bei Schrezheim, in den Boden eingegraben, der Zugang unter dem Wasserspiegel der Jagst.

Bei den weiteren Planungen zur Landesgartenschau (LGS) spielen die Biber nun eine gewichtige Rolle. Die Tierart ist streng geschützt und darf nicht ohne weiteres vertrieben werden. Der Flussumbau muss so erfolgen, dass der Biber dort heimisch bleiben kann, was durchaus auch im Sinne der Planer ist. Die Jagst soll naturnah und Lebensraum möglichst vieler Tierarten werden. Und eine Attraktion im Ausstellungsjahr 2026.

Schwierig wird es während der Bauarbeiten. Das Anlegen der „Jagstschleifen“ wird eine der ersten größeren Baumaßnahmen sein mit massiven Erdbewegungen und Niedrigwasser: Spätestens wenn die Eingangsröhren trocken fallen, werden die Biber ihre Baue aufgeben müssen.

„In Kerkingen ist es gelungen, Biber in einen künstlichen Bau umzuquartieren“, zeigt Kreisökologe Stephan Frei eine Möglichkeit auf, wie man an vorgehen könnte. Es sei aber auch vertretbar, wenn die Tiere von sich aus abwandern, in den Rotenbach und Sixenbach. Nach Abschluss der Bauarbeiten können sie zurückkehren. Wichtig sei, den Umbau so zu gestalten, dass er für Biber geeignet ist.

Die Jagstschleifen sollen ein mäandrierendes Flussbett nachbilden, das später einmal dicht bewachsen sein wird. Wie viel Uferbewuchs bis 2026 tatsächlich entsteht, ist offen. Langfristig soll ein Naturparadies wie an der Jagst bei Saverwang entstehen. Stege sollen den Besuchern Einblicke in die Flusslandschaft ermöglichen, ohne die Tierwelt zu stören.

Spannend wird sein, wie umgekehrt der Biber die LGS erkundet. Siedelt er dort, wo es die Planer vorsehen, oder baut er Dämme am „Jagststrand“, der eigentlich Badezone sein soll? Verzieht er sich bis nach 2026 in die Seitentäler oder macht sich der Feinschmecker im Ausstellungsjahr über die Jungpflanzen her? Es ist gut möglich, dass der Großnager das Ausstellungsgelände mitgestaltet. Gerhard Königer

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