Der XXL-Mähdrescher im Lupinenfeld

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Auf einem Feld bei Neuler-Leinenfirst war der größte Mähdrescher Ostwürttembergs im Einsatz Lupinen zu ernten.
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Warum der Schweinezüchter Anton Bieg Lupinen anbaut und der Lohnunternehmer Nikolaus Rupp mit seinem neuesten Gerät erntet.

Neuler-Leinenfirst

Auf dem Acker von Anton Bieg in der Nähe der Windräder bei Leinenfirst sind in diesem Jahr erstmals Lupinen gewachsen. Während der Blüte war das Feld eine kleine Sensation, mancher Spaziergänger erfreute sich an der blühenden Pracht. Lupinen kennt man eigentlich eher aus dem Garten. Und hier wachsen gleich 12,5 Hektar davon. Dann kamen Unwetter, der Starkregen schlug die Blüten ab. Immer wieder Regen, selbst im Sommer, und keine Trockenperiode, die gerade die Lupine eigentlich gut verträgt.

Heute wird gedroschen und Anton Bieg ist skeptisch, was den Ertrag angeht: „Der wird am unteren Limit liegen, das Jahr war für diese Kultur nicht günstig.“ Der Landwirt hat die Pflanze wegen des hohen Eiweißgehalts angebaut, als Futter für seine Schweine.

Bislang setzte er vorwiegend auf Soja, doch der Preis für das Eiweißfutter, das vorwiegend aus den USA und Südamerika importiert wird, war zuletzt stark gestiegen. Die Chinesen kaufen für ihre Fleischproduktion im großen Stil am Weltmarkt ein.

„Ich möchte wegkommen vom Soja“, sagt Bieg, der zwei Sorten angebaut hat, weiße und blaue Lupinen. Von der Blauen ist er enttäuscht, zu kleine Körner, zu wenig Ertrag.

Die Leguminosen haben Vorteile im Ackerbau: Die Pflanzen holen Stickstoff aus der Luft und reichern ihn im Boden an. Davon profitieren die Pflanzen, die im Folgejahr angebaut werden. Außerdem wurzeln Lupinen tief und lockern den Boden. Noch ein Vorteil: Es ist kaum Pflanzenschutz nötig. Besonders wichtig: Lupine kann auf den ökologischen Vorrangflächen angebaut werden, die alle Landwirte vorweisen müssen, um die Prämie für das „Greening“ zu bekommen.

Lohnunternehmer Nikolaus Rupp ist mit seinem neuesten Mähdrescher gekommen, ein Fendt Ideal 8 PL. Das 9,2 Meter breite Flexschneidwerk, das sich an Bodenunebenheiten und Schräge angleicht, zieht die Maschine auf der Straße hinter sich her. Die Umrüstung geht fix und schon fährt der Koloss über das Feld, eine große Staubwolke steigt auf.

Rupp prüft den Auswurf, gibt seinem Fahrer per Telefon Anweisungen, wie er die Einstellungen verändern soll. Der Landwirt und der Lohnunternehmer sammeln mit Lupinen noch Erfahrung. Deshalb hat Rupp den neuen Mähdrescher dabei, der mit fortschrittlicher Druschtechnik feiner einzustellen ist und die Ernteverluste minimiert.

„Es werden immer mehr Sonderkulturen angebaut, das nimmt zu, darauf muss ich mich als Lohnunternehmer einstellen“, sagt Rupp und prüft mit Anton Bieg erneut den Auswurf, man diskutiert. Der Mähdrescher muss anhalten, die Haspel wird umgebaut. Zu viele Schoten platzen bereits im Schneidwerk, zu viele Körner fallen auf den Boden. Danach ist es besser und die Körner landen dort wo sie hinsollen, im Tank des Mähdreschers. Streifen um Streifen wird gedroschen. Dann wird abgeladen, über ein langes Rohr fallen die Körner auf den Hänger. Rupp: „Hoffentlich passt alles drauf.“ Bieg: „Zuviel ischs nie.“

Carola Mack ist gekommen, sie will den Hof weiterführen, wenn Anton Bieg aufhört. Auf jeden Fall sollen nächstes Jahr wieder Lupinen angebaut werden, auch wenn der Ertrag dieses Jahr nicht optimal war. Die Leguminosen sollen schließlich den Soja ersetzen. Warum aus Südamerika importieren, wenn man es selbst anbauen kann?

Zuerst muss eine Probe der Ernte aber im Labor untersucht werden, auf Inhaltsstoffe und auf Belastung durch Pilze. Dann wird errechnet, in welcher Menge die Leguminosen dem Futter für die Schweine beizumischen sind.

Dann ist es geschafft, das Feld ist gedroschen. Die Männer stehen noch zusammen, sprechen darüber, wie schwierig das Jahr war, für den Landwirt und für den Lohnunternehmer, der an seinen Maschinen viel mehr Schäden hatte als sonst.

Man lernt jedes Jahr dazu

„Wir lernen jedes Jahr dazu“, sagt Bieg, der eigentlich gerne Bauer ist. Doch die aktuelle Situation für die Schweinehalter ist aufgrund der miserablen Preise zum Verzweifeln.

Das schöne Gefühl, wenn man die Arbeit eines ganzen Jahres in Form eines gut beladenen Erntewagens nach Hause fährt, kennt nur ein Bauer. Es entschädigt für vieles, aber nicht für alles.

Gerhard Königer

Auf einem Feld bei Neuler-Leinenfirst war der größte Mähdrescher Ostwürttembergs im Einsatz Lupinen zu ersten.
Auf einem Feld bei Neuler-Leinenfirst war der größte Mähdrescher Ostwürttembergs im Einsatz Lupinen zu ersten.
Auf einem Feld bei Neuler-Leinenfirst war der größte Mähdrescher Ostwürttembergs im Einsatz Lupinen zu ersten.
Auf einem Feld bei Neuler-Leinenfirst war der größte Mähdrescher Ostwürttembergs im Einsatz Lupinen zu ersten.
Lohnunternehmer Nikolaus Rupp prüft den Auswurf und gibt dem Fahrer per Telefon Anweisungen, wie er die Steuerung verändern soll, um möglichst wenig Körner zu verlieren.
Auf einem Feld bei Neuler-Leinenfirst ist einer der größten Mähdrescher Ostwürttembergs im Einsatz und erntete Lupinen. Das Feld hat Anton Bieg angebaut, gedroschen wird es von Nikolaus Rupp.
In der Kabine ist der Fahrer geschützt vor Hitze und Staub.

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