Derzeit laufen Recherchen zu Euthanasieopfern

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Verlegung des Stolpersteins für Max Reeb (v.l.): Winfried Reeb, Peter Maile, OB Michael Dambacher.

Die Stolpersteininitiative Ellwangen trauert um Winfried Reeb.

Ellwangen. Die Auswirkungen der Corona Pandemie erschweren seit Herbst 2020 die Arbeit der Stolperstein-Initiative Ellwangen, weil Archive geschlossen sind, weil Akteneinsicht von Präsenz lebt und vor allem, weil es bei der Untersuchung von Biografien, bei der Diskussion von Rechercheergebnissen die persönliche Zusammenkunft braucht. Insgesamt sind die derzeit zehn Mitglieder der Stolpersteininitiative zuversichtlich, mit dem Abklingen der Pandemie die gemeinsame Arbeit wieder aufnehmen zu können. Der derzeitige Schwerpunkt richtet sich auf die Opfer von „Euthanasie“ und der sogenannten „Krankenmorde“. Auch und gerade für sie soll es in Ellwangen ein würdiges Erinnern durch die Verlegung von Stolpersteinen geben.

Die Stolpersteininitiative trauert um Winfried Reeb.

Vor wenigen Wochen starb Winfried Reeb, Sohn von Max Reeb, für den im Juli im Cäsar-Flaischlen-Weg ein Stolperstein verlegt wurde.

Der Verstorbene lebte zuletzt in Schwäbisch Gmünd und wurde in aller Stille im engsten Familienkreis beigesetzt. Winfried Reeb wurde 91 Jahre alt. Zur Verlegung eines Stolpersteines für seinen Vater, Maximilian „Max“ Josef Reeb, hatte Winfried Reeb im Juli 2020 den Weg nach Ellwangen auf sich genommen und der feierlichen Verlegung des Stolpersteins für Max Reeb durch seine Teilhabe eine besondere Würdigung verliehen. Bei der Verlegung des Stolpersteins für Max Reeb zeigte sich Winfried Reeb in seiner herzlichen und bescheidenen Art tief bewegt darüber, dass die Stolpersteininitiative Ellwangen mit dieser Art der Erinnerungskultur in Ellwangen seinem Vater ein bleibendes Erinnern geschaffen hatte.

Max Reeb war im NS-Staat durch seine ablehnende Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber erst ins Visier des berüchtigten Kreisleiters der NSDAP, Adolf Koelle, und später der Gestapo gekommen und letztlich im September 1940 im KZ Dachau ermordet worden. In großer Dankbarkeit erinnert die Stolpersteininitiative darum heute an Winfried Reeb. Er hatte auch die inhaltliche Gestaltung eines Wikipedia-Artikels über Max Reeb tatkräftig unterstützt.

Mit dem Stolperstein für Max Reeb vor dem Haus Cäsar-Flaischlen-Weg 10 hat die Stolpersteininitiative Ellwangen für sich den Anfang eines Projektes gesetzt, in dessen Verlauf nach und nach weitere Stolpersteine in Ellwangen für verschiedene Opfergruppen verlegt werden sollen. Diesen ersten Stolperstein hat am 10. Juli 2020 der Künstler Gunter Demnig in die Straße eingefügt. Demnig hat auf der ganzen Welt mittlerweile weit über 75 000 Stolpersteine verlegt.

Interessierte allen Alters sind zur Erarbeitung der historischen und biografischen Grundlagen, die letztlich zur Verlegung von Stolpersteinen führen sollen, herzlich eingeladen. Weitere Informationen zur Arbeit der Initiative gibt es bei Frank Keller; eine Mail an diekellers@gmx.net genügt.

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