Die Geschäfte laufen besser denn je

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In Ellwangen sprudelt die Gewerbesteuer.
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Trotz Pandemie bringt das Jahr 2021 einen Rekord bei der Gewerbesteuer: 33,3 Millionen Euro.

Ellwangen. Ausgesprochen erfreulich war der Finanzzwischenbericht von Klaus Schönle in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der Mitarbeiter von Stadtkämmerer Sebastian Thomer meldete, dass aus dem geplanten Minus von 11 Millionen Euro am ende ein Plus von 631 000 Euro wurde. Eigentlich wollte die Stadt 15 Millionen Euro Kredite aufnehmen, stattdessen konnte man sogar Schulden tilgen. Und das alles war ganz wesentlich der sprudelnden Gewerbesteuer zu verdanken. Mancher dachte 2021, man habe angesichts der Pandemie zu großzügig kalkuliert, als im Haushaltsplan 19 Millionen Euro standen. Jetzt zeigt sich: Die Ellwanger Betriebe machten trotz Corona bessere Geschäfte als je zuvor. 33,3 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen in einem Jahr sind neuer Rekord für die Stadt Ellwangen. Die Verschuldung lag bei 18,8 Millionen Euro (statt 34,4).

Und im laufenden Jahr könnte die Summe ähnlich hoch werden, den schon jetzt liegen die Einnahmen bei 29,3 Millionen Euro, mehr als 5 Millionen über dem Planansatz.

Damit zeichnet sich für 2022 anstatt dem erwarteten Minus von 2,7 Millionen Euro ein positives Ergebnis ab. Man könnte bei plus 3,8 Millionen Euro landen und Kredite wären wieder nicht erforderlich.

Schönle blieb im Konjunktiv und OB Michael Dambacher forderte den Gemeinderat auf, diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Wie sich die Energiekrise auf die Wirtschaft auswirken wird, sei derzeit nicht abzusehen.

Hariolf Brenner regte an, sich irgendwie erkenntlich zu zeigen, zum Beispiel die Belegschaft der steuerzahlenden Betriebe auf ein Bier zum Ellwanger Volksfest einzuladen, was der OB grundsätzlich für eine nette Idee hielt. Allein die Gesetze machten das unmöglich, weil man damit gegen das Steuergeheimnis verstoßen würde.

Dass schon seit Jahren in den Haushaltsberatungen mit negativem Ergebnis kalkuliert wird und sechs Monate später die Wirklichkeit mit millionenschwerem Steuerplus über Ellwangen hereinbricht, fand Johannes Gresser (CDU) eine falsche Botschaft an die Bevölkerung.

OB Dambacher spielte den Ball zurück, für die Haushaltsausgabereste in Höhe von 14 bis 15 Millionen Euro, die man wie eine Bugwelle vor sich her schiebe, sei der Gemeinderat verantwortlich.

Sebastian Thomer teilte mit, dass die Stadtkämmerei für Hoch- und Tiefbauamt eine Deckelung von je 4 Millionen Euro einführt, um diese Bugwelle abzubauen.

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