Die Mischung hält den Gemeindewald gesund

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Revierleiter Tilman Pfeifle erklärt den Adelmannsfelder Gemeinderäten, was den Gemeindewald auszeichnet, wie es um ihn bestellt ist und wie er bewirtschaftet wird.
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Was den Gemeindewald auszeichnet, warum der Revierförster ein Freund von Kiefern ist und was ihn ärgert.

Adelmannsfelden. Es sind nur etwa 20 Hektar, die im Gemeindebesitz sind, etwa ein Prozent allen Waldes auf Adelmannsfelder Gemarkung. Welches Schaufenster für Waldbewirtschaftung der Adelmannsfelder Gemeindewald dennoch ist, zeigte Revierleiter Tilman Pfeifle dem Gemeinderat bei einer Waldbegehung.

Der Leiter des Forstdezernats des Ostalbkreises, Johann Reck, attestiert Adelmannsfelden zudem „einen schönen Besitzstand“. Nicht alle Gemeinden im Landkreis seien in einer solchen Position. Das derzeitige Planwerk laufe bis 2029 und sehe vor, „dass man nicht mehr schlägt, als nachwächst“. Das bedeute rund 130 Festmeter Einschlag pro Jahr.

Pfeifle sagte, wirklich bemerkenswert sei, dass der Anteil an Schadholz unter zehn Prozent liege in Adelmannsfelden. Warum der Wald so wenig Käferbefall hat, fragt einer der Räte. Das liege am nicht unbeträchtlichen Tannenanteil, Kiefern seien mit dabei, ein gewisser Buchenanteil, hin und wieder Eichen. Diese Mischung bringe zwar keinen Top-Ertrag. Aber mit dem Baumartenanteil sei es wie mit den Geldanlagen. Unterschiedlichkeit bringe Sicherheit. Reck bestätigte: „Eine Mischung wie jetzt ist die beste Gewähr für eine Gesunderhaltung.“ Reinbestände seien stark gefährdet. Die Fichte finde durch die zunehmende Trockenheit keine für sie guten Bedingungen mehr.

Der Fachmann erklärte den Ratsmitgliedern seine waldbauliche Vorgehensweise. Mal werde bei den Fichten etwas ausgelichtet, so einer Buche geholfen, sich gut zu entwickeln. Lichtschächte zu schaffen sei sehr wichtig, stete Pflege das A und O und die beste Methode immer, den Wald aus sich selbst heraus zu verjüngen. „Ich bin ein Freund von Kiefern. Die stabilisieren den Wald und in ihrem Halbschatten kann man prima Tannen und Buchen nachziehen“. Bis zu 30 Prozent Buchenbeimischung brächten denselben Nadelholzertrag auf der Fläche, denn „die düngen und bringen im laubfreien Zustand Licht auf den Waldboden“. Der Adelmannsfelder Naturwald sei ein Buchen-Tannenwald.

Was Pfeifle verdammt ärgert, ist, wie zäh es mit dem Vertragsnaturschutzprogramm läuft. Allein im „Stock“ im Adelmannsfelder Wald seien zehn Bäume beantragt. „Doch man wartet und wartet und wartet.“ Bayern habe bereits 15 Millionen ausbezahlt, „aber wir kriegen es nicht auf die Pfanne“. Wenn die Waldbesitzer schon darauf verzichteten, ökologisch wertvolle Bäume in den nächsten 20 Jahren nicht zu schlagen, stehe ihnen auch der versprochene monetäre Ausgleich zu. „Wenn das zu lange dauert, machen die privaten Waldbesitzer die geeigneten Bäume doch zu Geld. Und dann sind die wertvollen Lebensräume, die wir hier haben, verloren.“⋌⋌Panja Tillmann-Mumm

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