Die neue Backstube des Virngrundbäckers

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Virngrundbäcker Pius Ehrler steht inmitten der künftigen Backstube. Im Juni will er in seiner neuen Produktionsstätte in der Melitta-Benz-Straße den Betrieb aufnehmen.
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Beim Richtfest erklärt Pius Ehrler die Vorzüge seiner neuen Produktionsstätte im Industriegebiet Neunheim.

Ellwangen-Neunheim

Von 600 auf 2000 Quadratmeter: Es ist ein beachtlicher Sprung, den Virngrundbäcker Pius Ehrler von der alten Produktionsstätte zum Neubau in der Melitta-Benz-Straße macht. Wie groß die neue Bäckerei wird, konnten die Gäste beim Richtfest am Dienstag erfahren, denn Kartoffelsalat und warmer Leberkäs wurden in der künftigen Backstube serviert. In einer riesigen Halle, zwei Geschosse hoch, werden künftig die Teige geknetet und die Öfen eingeschossen. 

Die Größe sei nicht das Ergebnis einer geplanten Expansion, versichert Ehrler. "Wir haben mit dem bestehenden Umsatz geplant", sagt der Bäcker, der in Ellwangen und Umgebung 18 Verkaufsstellen hat und 140 Personen beschäftigt, davon 40 in der Produktion. Der Virngrundbäcker soll ein Handwerksbetrieb bleiben, eine Backfabrik sei nicht geplant.

Die Räume der ehemaligen Bäckerei Kayfel, wo Ehrler bislang noch backt, sind nur angemietet und längst zu viel klein. Im Neubau werde man endlich Platz haben, für die Buchhaltung und für Sanitär- und Sozialräume nach aktuellen Standarts. Auch ein Verkaufsraum wird eingerichtet. Es wird einen großen Kühlbereich geben, in dem die Teigwaren reifen können, bevor sie an die Verkaufsstellen ausgeliefert oder in der Backstube nebenan gebacken werden. Schneller, effizienter und praktischer kann man mit den neuen Maschinen arbeiten. Das bedeutet beispielsweise, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht schon um 23 Uhr, sondern erst um 3 Uhr starten. Die Arbeitsbedingungen sind wichtig, um Personal zu finden und zu halten. "Die neuen Etagenöfen sind leichter zu beschicken", sagt Ehrler und die Qualität zu halten sei einfacher. "Hier bekommen wir es einfach besser gebacken", sagt er.

Energieeffizienz ist ein wichtiger Faktor in der neuen Bäckerei. Heizung und Öfen werden mit Gas betrieben, die Abwärme wird für die Warmwasserbereitung genutzt. Die neuen Öfen haben einen Pufferspeicher, wodurch sie viel schneller hochfahren können und Zeit sparen beim Backen. Neu ist auch die Mühle, mit der Ehrler künftig sein Getreide nach Bedarf selber mahlen kann. Das ist besonders vorteilhaft bei Vollkornmehl, das schnell verbacken werden sollte und bei Getreide, von dem nur kleine Mengen benötigt werden, wie Dinkel, Einkorn und Waldstaudenroggen. Diese Sorten bekommt Ehrler von den Bauern der Region, mit denen er die "Ostalbkorn"-Kooperation pflegt.

Rund 7 Millionen Euro investiert Pius Ehrler in den Neubau, der im Herbst öffentlich eingeweiht wird. Die Produktion soll im Juni anlaufen. In der Übergangszeit wird in der alten und der neuen Backstube gebacken.

In den Kühlräumen können die Teigwaren reifen, bevor sie an die Verkaufsstellen ausgeliefert oder in der Backstube gebacken werden.

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