Die Uferschwalben können kommen

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Bietet Platz für rund 400 Brutpaare: die beeindruckende, 70 Meter lange Brutwand der Uferschwalbenkolonie Stödtlen Gaxhardt.

Wie der „Kindergarten“ einer der größten Kolonien Süddeutschlands fit gemacht wurde.

Stödtlen-Gaxhardt. Unweit von Gaxhardt leuchtet weithin sichtbar eine backsteinfarbene, circa 70 Meter breite Sandwand in der Feldflur. Es ist die Brutwand der seltenen Uferschwalben mit einer der größten Kolonien in Süddeutschland.

Im Sommer ist gut zu sehen, dass die Wand wie Schweizer Käse durchlöchert ist. Ursache sind Uferschwalben, die hier ihre rund 50 Zentimeter tiefen Brutröhren graben. Bis zu 400 Brutpaare kehren jedes Jahr Ende April und Anfang Mai aus dem afrikanischen Winterquartier nach Gaxhardt zurück. Um Weibchen anzulocken, beginnen dann die Männchen gleich mit dem Röhrengraben.

Wand zum Schutz vor Feinden

Damit die emsigen Vögel wieder einen geeigneten Brutplatz vorfinden, betreut der Naturschutzbund Ellwangen seit 1976 die Kolonie. Jetzt musste wieder der Bagger anrollen, um die Sandwand steil herzurichten. Denn Frost und Regen lassen den Sand abrutschen. Nur wenn die Wand steil aufragt, sind die Uferschwalben vor Feinden wie Fuchs und Marder sicher.

Am Ende der Röhren, welche die Uferschwalben-Männchen graben, befinden sich Brutkessel. Dort werden die Vögel im Mai und Juni drei bis vier Junge aufziehen. Knapp drei Wochen wird Nahrung angeschleppt, dann fliegen die Jungen aus. Eine zweite Brut erfolgt im Juli. Ab September ziehen alle wieder nach Afrika zurück.

Beobachten vom Weg aus

Interessierte Beobachter können das emsige Treiben der Uferschwalben an der Brutwand gut vom Feldweg aus beobachten. Um unnötige Störungen dieser gefährdeten Vögel bei ihrem Brutgeschäft zu vermeiden, bittet der NABU, diesen Weg nicht zu verlassen. Ob die jährliche NABU-Führung zu den Uferschwalben aufgrund von Coronabestimmungen dieses Jahr stattfinden kann, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

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