Ein Altaraufsatz zu Christi Himmelfahrt

  • Weitere
    schließen
+
Der Altaraufsatz aus der Marienkirche zeigt den Auferstandenen auf einer Wolke gen Himmel entschwinden.
  • schließen

Das Objekt mit Gemälde um 1600 befindet sich im Schlossmuseum.

Ellwangen. Aufgrund der immer noch hohen Inzidenz der Coronazahlen im Ostalbkreis ist das Schlossmuseum des Geschichts- und Altertumsverein Ellwangen weiterhin geschlossen.

Die Mitarbeiter und Museumsleiter Matthias Steuer nutzen die Zeit, um sich mit den wertvollen Ausstellungsstücken intensiver auseinanderzusetzen und die Objekte für die Besucherströme nach der Schließungszeit herzurichten.

Passend zum Feiertag „Christi Himmelfahrt“ hat Steuer nun ein besonders wertvolles Stück aus der Ellwanger Geschichte „entdeckt“. Ein vergoldeter Altaraufsatz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, der sich in der Sammlung der „Sakralen Kunst“ befindet. Das wertvolle Stück ist eine Leihgabe der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus und stammt ursprünglich aus der Marienkirche.

Ein Schrein mit drei Gemälden von einem unbekannten Künstler

Der barocke Schrein ist rund einen Meter hoch und zeigt drei hochwertige Gemälde. „Das Hauptbild mit dem Thema Christi Himmelfahrt zeigt anschaulich und in bunter, bewegter Gestaltung, wie Jesus Christus, von Wolken umhüllt und im Kreise seiner Apostel in den Himmel aufsteigt“, erklärt Steuer.

Im Sockelbereich ist Jesu Grablegung dargestellt und im Teil ganz oben sieht man die Gottesmutter Maria im Himmel. Steuer schätzt, dass die Gemälde über 400 Jahre alt sind und in einer Zweitverwendung fachlich sehr gut in den Altaraufsatz eingebaut wurden.

Wer die Bilder gemalt hat, ist nicht bekannt. Weder erkennt man eine Signatur, noch lassen Stil oder Malweise Rückschlüsse auf einen bestimmten Künstler zu.

Mobile Altaraufsätze mit (manchmal auch austauschbaren) Bildern dienten dazu, die Frohe Botschaft anschaulich zu vermitteln in einer Zeit, in der die überwiegende Zahl der Gläubigen weder lesen noch schreiben konnte.

Diese Aufsätze wurden zu den jeweiligen Feiertagen aufgestellt oder, wenn sie an einem Seitenaltar postiert waren, besonders festlich geschmückt.

Der Altaraufsatz kam 2014 in das Schlossmuseum, als die Sammlung neu geordnet wurde. „Wir zeigen in unserer Sammlung „Sakrale Kunst“ auch einen Teil des Ellwanger Kirchenschatzes“, macht Steuer deutlich.

Reisegruppen fragen an wegen Museumsbesuchen im Herbst

Wann das Museum wieder geöffnet werden kann, ist nicht abzusehen. Steuer ist jeden Tag vor Ort und verzeichnet bereits viele Anfragen von Reisegruppen: „Heute Morgen hatte ich einen Anruf aus Kassel, eine Gruppe mit 54 Personen, die im September kommen will. Die habe ich dann auch gleich beraten, was man in Ellwangen sonst noch so unternehmen kann.“

Darüber hinaus ist Matthias Steuer auch durch die Sanierungsarbeiten im Schloss gut beschäftigt: „Wir mussten fünf Magazinräume und Keller leer räumen, weil dort Leitungsarbeiten erfolgen.“Gerhard Königer

Öffnung: Sobald das Schlossmuseum öffnet, ist der Altaraufsatz wieder in voller Pracht zu bewundern. Informationen hierzu auf der Homepage www.schlossmuseum-ellwangen.de.

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL